Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Akute Nierenschädigung bei verschiedenen Antikoagulationsstrategien: eine groß angelegte pharmakoepidemiologische Studie mit Real-World-Daten

Acute Kidney Injury in Different Anticoagulation Strategies: A Large-Scale Pharmacoepidemiologic Study Using Real-World Data

Pharmakoepidemiologische Disproportionalitätsanalyse mit FAERS-Daten in der Zeitschrift Cardiovascular drugs and therapy (2025)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: BeobachtungsstudieKlinische StudienXu et al. · Cardiovascular drugs and therapy, 2025

Abstract

PURPOSE: Acute kidney injury (AKI) following anticoagulant application has received growing attention as a significant emerging complication of anticoagulation. Nevertheless, there remains a lack of real-world studies to compare the incidence, clinical features, and prognosis of AKI across different anticoagulant regimens. METHODS: Disproportionality analysis and Bayesian analysis were used to identify suspected AKI cases after different anticoagulant use within the Food and Drug Administration's Adverse Event Reporting System from January 2004 to March 2023. The time to onset, fatality, and hospitalization rates of anticoagulant-associated AKI were also investigated. RESULTS: We identified 9313 anticoagulant-associated AKIs, which appeared to influence mostly patients over 65 years old (65.37%). Lepirudin displayed a stronger AKI association than others, based on the highest reporting odds ratio (ROR = 6.66, 95% CI = 3.97-11.18), proportional reporting ratio (PRR = 6.08, χ2 = 69.12), and empirical Bayes geometric mean (EBGM = 6.08, the lower 90% one-sided CI = 3.95). Warfarin showed the slightest association with AKI in oral anticoagulants, lower than any direct oral anticoagulants excluding apixaban. Edoxaban exhibited the highest potential renal risk among direct oral anticoagulants, with an ROR of 3.32 (95% CI = 2.95-3.72). The median time to AKI onset was 36 (IQR 7-205) days following the initiation of anticoagulation therapy, and most AKI cases occurred within the first month. CONCLUSION: Particular attention should be directed toward monitoring renal function in individuals receiving anticoagulants, including warfarin and direct oral anticoagulants, as well as other anticoagulant agents. This diligence is particularly imperative within the first month after anticoagulant administration for individuals with a tendency for AKI.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleComparative StudyResearch Support, Non-U.S. Gov't
Indexierte MeSH-BegriffeHumansAcute Kidney InjuryAnticoagulantsAgedMaleFemaleIncidencePharmacoepidemiologyMiddle AgedBayes TheoremAged, 80 and overRisk Factors

Zusammenfassung

Mittels Disproportionalitäts- und Bayes-Analyse wurden in der FAERS-Datenbank der FDA (Januar 2004 bis März 2023) 9313 antikoagulanzienassoziierte akute Nierenschädigungen identifiziert, offenbar überwiegend bei Patienten über 65 Jahren (65,37 %). Lepirudin zeigte die stärkste Assoziation (ROR 6,66; 95-%-KI 3,97–11,18), Edoxaban unter den direkten oralen Antikoagulanzien das höchste potenzielle Nierenrisiko (ROR 3,32; 95-%-KI 2,95–3,72). Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 36 Tage (IQR 7–205), die meisten Fälle traten im ersten Monat auf. Die Autoren empfehlen Nierenfunktionskontrollen, besonders im ersten Monat.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese große pharmakoepidemiologische Disproportionalitäts- und Bayes-Analyse des FDA Adverse Event Reporting System (Januar 2004 – März 2023) identifizierte 9.313 Meldungen zu antikoagulanzienassoziierter akuter Nierenschädigung (AKI), überwiegend bei Patienten über 65 Jahren, und stellte fest, dass lepirudin unter den untersuchten Wirkstoffen das stärkste AKI-Signal aufwies (Reporting Odds Ratio 6,66, 95%-KI 3,97–11,18), wobei die meisten Ereignisse innerhalb des ersten Behandlungsmonats auftraten. Der Bezug zur Hirudotherapie verläuft speziell über lepirudin — es ist ein rekombinantes hirudin, der aus dem Speichel des medizinischen Blutegels abgeleitete direkte Thrombininhibitor — sodass dies ein Sicherheitssignal-Datenpunkt in der breiteren Geschichte der Antikoagulanzien des Blutegel-Sekretoms ist und eine Erinnerung daran, dass Arzneimittel der hirudin-Klasse eine Nierenüberwachung rechtfertigen. Der wesentliche Vorbehalt lautet, dass eine spontane Meldung unerwünschter Ereignisse nur ein disproportionales Signal kennzeichnen, aber weder Kausalität noch die wahre Inzidenz beweisen kann (Meldeverzerrung, Confounding by Indication), und dass lepirudin als systemisches Arzneimittel sich pharmakologisch von der topischen Anwendung von Blutegeln unterscheidet.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Acute Kidney Injury in Different Anticoagulation Strategies: A Large-Scale Pharmacoepidemiologic Study Using Real-World Data.

Xu et al. · Cardiovascular drugs and therapy, 2025

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 28. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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