Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Ein neuartiges Hirudin-Derivat zur subkutanen Injektion, das Thrombin ohne Blutungen hemmt

A novel hirudin derivative inhibiting thrombin without bleeding for subcutaneous injection

Pharmakologische Studie in der Zeitschrift Thrombosis and Haemostasis (2016)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Präklinisch (tierexperimentell)ArzneimittelentwicklungGenomik & ProteomikZhao B et al. · Thrombosis and Haemostasis, 2017

Abstract

Currently, anticoagulants would be used to prevent thrombosis. Thrombin is an effector enzyme for haemostasis and thrombosis. We designed a direct thrombin inhibitor peptide (DTIP) using molecular simulation and homology modelling and demonstrated that the C-terminus of DTIP interacts with exosite I, and N-terminus with the activity site of thrombin, respectively. DTIP interfered with thrombin-mediated coagulation in human, rat and mouse plasma (n=10 per group) and blocked clotting in human whole blood in vitro. When administered subcutaneously, DTIP showed potent and dose-dependent extension of aPTT, PT, TT and CT in rats (n=10 per group). The antithrombotic dose of DTIP induced significantly less bleeding than bivalirudin determined by transecting distal tail assay in rats. Furthermore, DTIP reached peak blood concentration in 0.5-1 hour and did not cause increased bleeding after five days of dosing compared to dabigatran etexilate. The antithrombotic effect of DTIP was evaluated in mice using lethal pulmonary thromboembolism model and FeCl3-induced mesenteric arteriole thrombus model. DTIP (1.0 mg/kg, sc) prevented deep venous thrombosis and increased the survival rate associated with pulmonary thromboembolism from 30 % to 80 %. Intravital microscopy showed that DTIP (1.0 mg/kg, sc) decelerated mesenteric arteriole thrombosis caused by FeCl3 injury. These data establish that DTIP is a novel antithrombotic agent that could be used to prevent thrombosis without conferring an increased bleeding risk.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypComparative StudyJournal ArticleResearch Support, Non-U.S. Gov't
Indexierte MeSH-BegriffeAnimalsAntithrombinsBlood CoagulationBlood Coagulation TestsChloridesCollagenDabigatranDisease Models, AnimalDose-Response Relationship, DrugEpinephrineFerric CompoundsHemorrhageHirudinsHumansInjections, SubcutaneousMaleMesenteric Vascular OcclusionMice, Inbred C57BLPeptide FragmentsPulmonary EmbolismRats, Sprague-DawleyRecombinant ProteinsRisk FactorsThrombinTime FactorsVenous Thrombosis

Zusammenfassung

DTIP, ein durch Molekülsimulation und Homologiemodellierung entworfener Thrombininhibitor, hemmte die Thrombin-vermittelte Gerinnung in humanem, Ratten- und Mäuseplasma (je n=10); subkutan verlängerte er bei Ratten aPTT, PT, TT und CT. In antithrombotischer Dosis verursachte er signifikant weniger Blutungen als Bivalirudin, nach fünf Tagen nicht mehr als Dabigatranetexilat. Bei Mäusen verhinderte DTIP (1,0 mg/kg s.c.) tiefe Venenthrombosen und steigerte das Überleben bei Lungenembolie von 30 % auf 80 %. Thrombosen könnten so ohne erhöhtes Blutungsrisiko verhindert werden, so die Autoren.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie entwarf und evaluierte ein neuartiges direktes Thrombin-Inhibitor-Peptid (DTIP) mittels Molekülsimulation und Homologiemodellierung, dessen C-Terminus mit der Thrombin-Exosite I und dessen N-Terminus mit dem aktiven Zentrum interagiert. DTIP störte die Thrombin-vermittelte Gerinnung in Human-, Ratten- und Mausplasma in vitro und verlängerte bei subkutaner Verabreichung an Ratten dosisabhängig aPTT, PT, TT und CT. DTIP verhinderte tiefe Venenthrombosen, erhöhte das Überleben in einem letalen Lungen-Thromboembolie-Mausmodell von 30 % auf 80 % bei 1,0 mg/kg und induzierte in Rattenschwanz-Amputationstests signifikant weniger Blutung als Bivalirudin. Das Abstract erwähnt weder Hirudin noch eine aus Blutegeln stammende Quelle für DTIP, sodass eine direkte Relevanz für die Hirudotherapie oder das Blutegel-Sekretom allein aus dem Abstract nicht hergeleitet werden kann; es handelt sich um präklinische Befunde aus Tier- und In-vitro-Modellen, ohne berichtete Humanstudien.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Zhao B, Zhang Y, Huang Y, Yu J, Li Y, Wang Q, et al. A novel hirudin derivative inhibiting thrombin without bleeding for subcutaneous injection. Thromb Haemost. 2017;117(1):44-56. doi:10.1160/TH16-05-0416. PMID: 27904902

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

Verwandter klinischer Kontext

Verwandte Forschungsarbeiten

Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

Diese Website stellt Bildungsinformationen bereit und ist weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung. Die medizinische Blutegeltherapie ist mit klinisch relevanten Risiken verbunden und sollte ausschließlich von qualifizierten Klinikerinnen und Klinikern unter institutionell genehmigten Protokollen durchgeführt werden. Die FDA-510(k)-Freigabe für medizinische Blutegel ist auf bestimmte Indikationen beschränkt; experimentelle und Off-Label-Diskussionen werden entsprechend gekennzeichnet. Für patientenspezifische Beratung wenden Sie sich an eine qualifizierte Gesundheitsfachkraft.