Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Proteomveränderungen im Nervensystem des medizinischen Blutegels unter bakterieller Belastung

Proteome modifications of the medicinal leech nervous system under bacterial challenge

Proteomstudie in der Zeitschrift Proteomics (2006)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Grundlagenforschung (nichtklinisch)Genomik & ProteomikVergote D et al. · Proteomics, 2006

Abstract

Once considered as lacking intrinsic immune mechanisms, the CNS of vertebrates is now known to be capable of mounting its own innate immune response. Interestingly, while invertebrates have been very useful in the interpretation of general vertebrate innate immunity mechanisms, only scarce data are available on the immune response of nervous tissue within this group. This study provides new data on the innate immune response of medicinal leech Hirudo medicinalis CNS. We identified several spots in 2-D gels of leech CNS proteins that showed specific changes following bacterial challenge, thus demonstrating the ability of the leech nervous system to mount a response to an immune stress. Protein identifications were based on comparison of sequence data with publicly available databases and a recently established leech ESTs database. The broad nature of the identified proteins suggests a clear involvement of cytoskeletal rearrangements, endoplasmic reticulum stress, modulation of synaptic activity and calcium mobilization, all during the first 24 hours of this response. Moreover, several of these proteins are specifically expressed in glial cells, suggesting an important role for glial cells in the immune response of the leech nervous system, similar to what has been observed in vertebrates.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleResearch Support, N.I.H., ExtramuralResearch Support, Non-U.S. Gov't
Indexierte MeSH-BegriffeAmino Acid SequenceAnimalsElectrophoresis, Gel, Two-DimensionalEscherichia coliLeechesMicrococcus luteusMolecular Sequence DataNervous SystemProtein Processing, Post-TranslationalProteomeSpectrometry, Mass, Matrix-Assisted Laser Desorption-Ionization

Zusammenfassung

Nach bakterieller Stimulation des Zentralnervensystems von Hirudo medicinalis identifizierten die Autoren in 2-D-Gelen mehrere Proteine mit spezifischen Veränderungen. Die identifizierten Proteine deuten in den ersten 24 Stunden dieser Reaktion auf eine Beteiligung von Zytoskelett-Umlagerungen, ER-Stress, synaptischer Modulation und Calcium-Mobilisierung hin; mehrere davon werden spezifisch in Gliazellen exprimiert. Die Befunde deuten darauf hin, dass das Nervensystem des Blutegels eine angeborene Immunantwort ausbildet und Gliazellen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Kontext

Diese Studie untersuchte die angeborene Immunantwort des Zentralnervensystems des medizinischen Blutegels Hirudo medicinalis nach bakterieller Infektion mittels zweidimensionaler Gelelektrophorese, um Proteomveränderungen mit Zytoskelett-Umlagerungen, endoplasmatischem Retikulum-Stress, Modulation der synaptischen Aktivität und Kalzium-Mobilisierung innerhalb der ersten 24 Stunden zu identifizieren. Es wurden mehrere spezifisch in Gliazellen exprimierte Proteine identifiziert, was auf Parallelen zur angeborenen Immunität des Wirbeltier-ZNS hinweist. Die Studie verwendet Hirudo medicinalis und untersucht die neuroimmunbiologische Funktion des Blutegels selbst als Invertebraten-Modell zum Verständnis der angeborenen Immunität. Die Studie liefert keine Daten zu therapeutischen Anwendungen, aus Blutegeln gewonnenen Verbindungen oder klinischem Einsatz.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Vergote D, Macagno ER, Salzet M, Sautière PE. Proteome modifications of the medicinal leech nervous system under bacterial challenge. Proteomics. 2006;6(17):4817-4825. doi:10.1002/pmic.200500902. PMID: 16888763

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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