Design selektiver Eglin-Inhibitoren der HCV-NS3-Proteinase
Design of selective eglin inhibitors of HCV NS3 proteinase
Experimentelle Studie in der Zeitschrift Biochemistry (1998)
Abstract
Hepatitis C virus (HCV) infection is a major health problem that leads to cirrhosis and hepatocellular carcinoma in a substantial number of infected individuals, estimated to be 100-200 million worldwide. Unfortunately, immunotherapy or other effective treatments for HCV infection are not yet available, and interferon administration has limited efficacy. Different approaches to HCV therapy are being explored, and these include inhibition of the viral proteinase, helicase, and RNA-dependent RNA polymerase and development of a vaccine. Here we present the design of selective inhibitors with nanomolar potencies of HCV NS3 proteinase based on eglin c. These eglin c mutants were generated by reshaping the inhibitor active site-binding loop, and the results emphasize the role played by residues P5-P4' in enzyme recognition. In addition, alanine scanning experiments provide evidence that the N terminus of eglin c also contributes to NS3 binding. These eglin inhibitors offer a unique tool for accurately assessing the requirements for effective inhibition of the enzymatic activity of NS3 and at the same time can be considered lead compounds for the identification of other NS3 inhibitors in targeted design efforts.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Die Arbeit beschreibt das Design nanomolar wirksamer selektiver Inhibitoren der HCV-NS3-Proteinase auf Basis von Eglin c. Die Eglin-c-Mutanten wurden durch Umgestaltung der Bindungsschleife des Inhibitors am aktiven Zentrum erzeugt; Alanin-Scanning-Experimente belegten zusätzlich den Beitrag des N-Terminus zur NS3-Bindung. Die Ergebnisse betonen die Rolle der Reste P5–P4′ bei der Erkennung durch das Enzym. Die Autoren schlussfolgern, dass diese Eglin-Inhibitoren ein einzigartiges Werkzeug zur Bewertung der NS3-Hemmung darstellen und als Leitstrukturen für die gezielte Entwicklung weiterer NS3-Inhibitoren dienen können.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
In dieser Studie zur Proteintechnik wurde die aktive-Zentrum-bindende Schleife von eglin c umgestaltet, um selektive Inhibitoren der NS3-Proteinase des Hepatitis-C-Virus mit nanomolarer Potenz zu erzeugen, wobei ein Alanin-Scan zeigte, dass auch der N-Terminus des Inhibitors zur NS3-Bindung beiträgt, und die Autoren stellen diese Mutanten als Leitverbindungen und Werkzeuge für die Entwicklung weiterer NS3-Inhibitoren dar. Die Relevanz für ASH besteht darin, dass eglin c ein kleines Proteaseinhibitor-Grundgerüst ist, das aus dem medizinischen Blutegel Hirudo medicinalis gewonnen wird, und diese Arbeit exemplarisch für das Narrativ des Blutegel-Sekretoms als Plattform für die Wirkstoffentdeckung steht, indem sie zeigt, wie ein aus dem Blutegel gewonnener Inhibitor neu konstruiert werden kann, um ein völlig anderes therapeutisches Ziel zu treffen. Ehrlicher Vorbehalt: Dies ist ein rein in-vitro durchgeführtes Inhibitor-Design gegen ein virales Enzym, keine Studie zur Blutegeltherapie, Antikoagulation oder zu einem klinischen/HCV-Behandlungsergebnis, und die konstruierten Moleküle werden als Forschungs-Leitverbindungen und nicht als zugelassene Arzneimittel beschrieben.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Zitation
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