Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Mit Fondaparinux behandelte heparininduzierte Thrombozytopenie: Erfahrung eines Einzelzentrums

Heparin-induced thrombocytopenia treated with fondaparinux: single center experience

Single-Center-Kohortenstudie in der Zeitschrift International angiology (2019)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtArzneimittelentwicklungDulicek P et al. · International angiology, 2020

Abstract

BACKGROUND: Heparin-induced thrombocytopenia (HIT) is the most frequent drug-induced, immune-mediated thrombocytopenia. It is associated with significant morbidity and mortality. Anticoagulation with heparin must be stopped immediately and replaced by some suggested alternative - lepirudin, danaparoid or argatroban. Fondaparinux has been also successfully used in HIT. METHODS: We present a cohort of 10 patients diagnosed with HIT and treated in a university hospital in a period of four years. Diagnosis was based on Keeling´s scoring system, screening immunologic test for HIT (STic EXPERT® HIT) and sandwich ELISA (detection of IgG/heparin-PF4 antibodies). While other alternative anticoagulants are not readily available in our hospital, we used fondaparinux in all cases. RESULTS: From 2014 to 2018, eight males and two females (mean age 67 years, range 46-86 years) were diagnosed with HIT in our hospital. This complication developed in 9 cases after low-molecular-weight heparin and in one after heparin flushes in hemodialysis. A drop-in platelet count developed in all patients, thrombotic complications in 7 and skin necrosis in 2 cases. Fondaparinux was used in all patients, including two cases with severe renal impairment, the dose was chosen individually. We observed complete platelet recovery in all cases. One patient died because of advanced malignancy, others did not have any complication. In 6 cases we switched to oral anticoagulation after platelet recovery. CONCLUSIONS: In our group of 10 HIT patients fondaparinux was shown to be both safe and effective, even in those with severe renal impairment. Additional studies are warranted to confirm this observation.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAgedAged, 80 and overAnticoagulantsBlood CoagulationFactor Xa InhibitorsFemaleFondaparinuxHeparin, Low-Molecular-WeightHumansMaleMiddle AgedPlatelet CountSeverity of Illness IndexThrombocytopenia

Zusammenfassung

Vorgestellt wird eine Kohorte von 10 Patienten (acht Männer, zwei Frauen; mittleres Alter 67 Jahre, Spanne 46–86), bei denen 2014–2018 eine HIT diagnostiziert wurde – neunmal nach niedermolekularem Heparin, einmal nach Heparin-Spülungen bei Hämodialyse. Alle zeigten einen Thrombozytenabfall, sieben thrombotische Komplikationen, zwei Hautnekrosen. Unter individuell dosiertem Fondaparinux – auch bei zwei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung – erholten sich die Thrombozyten vollständig; ein Patient verstarb an einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung. Die Autoren halten Fondaparinux für sicher und wirksam, fordern aber bestätigende Studien.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese monozentrische Kohortenstudie beschrieb 10 Patienten (8 männlich, 2 weiblich; Durchschnittsalter 67), bei denen zwischen 2014 und 2018 eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT) diagnostiziert und mit Fondaparinux behandelt wurde, und berichtete eine vollständige Wiederherstellung der Thrombozytenzahl in allen Fällen; geschlussfolgert wurde, dass Fondaparinux sicher und wirksam war, einschließlich bei zwei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz. Für die Hirudotherapie ist die Studie relevant, da die Zusammenfassung ausdrücklich Lepirudin – ein rekombinantes Derivat von Hirudin aus dem Speichel des medizinischen Blutegels – als Standardalternative zur Antikoagulation bei HIT zitiert und diese Arbeit somit in die breitere klinische Landschaft von Therapien auf Hirudin-Basis und ihrer Alternativen einordnet. Das Verständnis der Leistungsfähigkeit verschiedener Antikoagulanzien bei HIT informiert die Entscheidungsfindung darüber, wann aus Blutegeln stammende direkte Thrombininhibitoren eingesetzt oder substituiert werden können. Es handelte sich jedoch um eine kleine, unkontrollierte Beobachtungsserie an einer einzigen Einrichtung ohne Vergleichsarm, sodass die Befunde hypothesengenerierend und nicht definitive Evidenz hinsichtlich Fondaparinux im Vergleich zu Lepirudin oder anderen Wirkstoffen sind.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Dulicek P, Ivanova E, Kostal M, Fiedlerova Z, Sadilek P, Hirmerova J. Heparin-induced thrombocytopenia treated with fondaparinux: single center experience. Int Angiol. 2020;39(1):76-81. doi:10.23736/S0392-9590.19.04247-0. PMID: 31782283

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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