Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Hirudin bei heparininduzierter Thrombozytopenie

Hirudin in heparin-induced thrombocytopenia

Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Seminars in thrombosis and hemostasis (2002)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Narratives ReviewArzneimittelentwicklungSicherheit & InfektionskontrolleKlinische LiteraturLubenow N, Greinacher A · Seminars in thrombosis and hemostasis, 2002

Abstract

Heparin-induced thrombocytopenia (HIT), a serious side effect of heparin treatment, requires alternative anticoagulation in most affected patients. The recombinant hirudin (r-hirudin) lepirudin has been approved for this purpose after two prospective trials in laboratory-confirmed HIT patients. Other drugs available for this purpose are danaparoid sodium (a heparinoid) and argatroban, a synthetic direct thrombin inhibitor. In this article, recommendations for optimal use of r-hirudin in HIT are given, covering therapy in uncomplicated patients as well as in special situations such as heparin reexposure of HIT patients. Because lepirudin's half-life depends on renal function, it may vary between 1 and 200 hours, which requires individual dose adjustments. Lepirudin compares favorably with danaparoid, based on retrospective data. No direct comparisons of lepirudin with argatroban are available, but argatroban might offer advantages in patients with renal failure, because it is mainly eliminated hepatically. Major hemorrhage, the main risk of lepirudin treatment, occurring in about 15% of patients, makes close monitoring important. New monitoring tools, such as the ecarin clotting time (ECT), might further reduce bleeding risks. Antihirudin antibodies, which can alter the pharmacokinetics as well as the pharmacodynamics of hirudin, can also be countered by close monitoring and appropriate dose adjustments. Whereas hirudins have not yet managed to gain importance in non-HIT indications such as unstable coronary syndromes, they have a major role to play in the treatment of HIT. The choice between the available drugs for HIT, namely lepirudin, danaparoid, and argatroban, has to be made according to the clinical presentation of the patient.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleReview
Indexierte MeSH-BegriffeAnticoagulantsAntithrombinsArginineBlood CoagulationChondroitin SulfatesClinical Trials as TopicDermatan SulfateDrug CombinationsFibrinolytic AgentsHeparinHeparan SulfateHirudin TherapyHirudinsHumansPipecolic AcidsRecombinant ProteinsSulfonamidesThrombocytopeniaThrombosisTime Factors

Zusammenfassung

Die Übersicht gibt Empfehlungen zum Einsatz von rekombinantem Hirudin (Lepirudin) bei heparininduzierter Thrombozytopenie (HIT). Da die Halbwertszeit von der Nierenfunktion abhängt und zwischen 1 und 200 Stunden variieren kann, sind individuelle Dosisanpassungen nötig; schwere Blutungen unter Lepirudin (etwa 15 % der Patienten) erfordern engmaschige Überwachung, und neue Verfahren wie die Ecarin-Gerinnungszeit (ECT) könnten das Blutungsrisiko weiter senken. Nach retrospektiven Daten schneidet Lepirudin günstiger ab als Danaparoid; direkte Vergleiche mit Argatroban fehlen, das bei Nierenversagen Vorteile bieten könnte.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Dieser Übersichtsartikel untersucht rekombinantes Hirudin (Lepirudin) als alternatives Antikoagulans bei heparininduzierter Thrombozytopenie (HIT) und behandelt Dosierungsempfehlungen, die nierenabhängige Variabilität der Halbwertszeit (1–200 Stunden), ein Risiko für schwere Blutungen von etwa 15 %, Antihirudin-Antikörper, das Monitoring mittels Ecarin-Gerinnungszeit sowie Vergleiche mit Danaparoid und Argatroban. Lepirudin ist ein rekombinantes Derivat von Hirudin, dem Antikoagulans des medizinischen Blutegels (Greinacher, 2004); diese Arbeit untersucht das Arzneimittel, nicht die Blutegeltherapie.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Lubenow N, Greinacher A. Hirudin in heparin-induced thrombocytopenia. Semin Thromb Hemost. 2002;28(5):431-438. doi:10.1055/s-2002-35283. PMID: 12420238

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 18. März 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026

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