Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Einige objektive Überlegungen zur Neutralisation der antikoagulatorischen Wirkungen von rekombinantem Hirudin

Some objective considerations for the neutralization of the anticoagulant actions of recombinant hirudin

Tierexperimentelle Studie in der Zeitschrift Haemostasis (1991)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Narratives ReviewArzneimittelentwicklungKlinische LiteraturFareed J et al. · Haemostasis, 1991

Abstract

Recombinant hirudin (r-hirudin) is currently under development as an anticoagulant for use in surgery, therapeutic anticoagulation, disseminated intravascular coagulation and other pathologic states involving the generation of thrombin. Circulating levels of r-hirudin as an antithrombotic agent range from 2 to 20 micrograms/ml (0.1-1.0 mg/kg) as determined in an animal model of stasis thrombosis. In order to establish a relationship between the r-hirudin circulating level and bleeding, we utilized a rabbit ear blood loss model. r-Hirudin did not produce any loss of blood at dosages up to 20 micrograms/ml i.v. (1.0 mg/kg). When the circulating levels were maintained at 20 micrograms/ml for periods of up to 3 h, no increase in blood loss was observed. At 50 and 100 micrograms/ml initial circulating levels (2.5 and 5.0 mg/kg) a dose-dependent increase in the blood loss was observed which was equivalent to that observed with 1.25 and 2.5 mg/kg i.v. heparin. Such levels of r-hirudin are not expected in clinical usage. In contrast to heparin, the anticoagulant actions of r-hirudin were not neutralized by protamine sulfate, platelet factor 4, other polycationic agents and heparinase. In our studies, the blood loss induced by greater than 2.0 mg/kg i.v. dosages of r-hirudin in an animal model was neutralized by the administration of an activated prothrombin complex concentrate at 25 U/kg. In a similar experimental setting, r-factor VIIa was also partially effective. These studies suggest that r-hirudin anticoagulation may not require neutralization, since bleeding effects are not observed at effective antithrombotic dosages in individuals with normal hemostatic status.(ABSTRACT TRUNCATED AT 250 WORDS)

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleReview
Indexierte MeSH-BegriffeAnimalsAntifibrinolytic AgentsBlood Loss, SurgicalEar DiseasesEar, ExternalFactor VIIaFibrinolytic AgentsHemorrhageHeparinHeparin AntagonistsHeparin LyaseHirudinsHumansPlatelet AggregationPlatelet Factor 4Polysaccharide-LyasesProtaminesRabbitsRecombinant ProteinsWounds, Stab

Zusammenfassung

Im Kaninchenohr-Blutungsmodell trat unter r-Hirudin bis 20 µg/ml i.v. (1,0 mg/kg), auch bei bis zu 3 h aufrechterhaltenem Spiegel, keine verstärkte Blutung auf; bei 50 und 100 µg/ml (2,5 und 5,0 mg/kg) stieg der Blutverlust dosisabhängig, vergleichbar mit 1,25 und 2,5 mg/kg Heparin i.v. Protaminsulfat, PF4 und Heparinase neutralisierten r-Hirudin nicht; ein aktiviertes Prothrombinkomplexkonzentrat (25 U/kg) neutralisierte die Blutung, r-Faktor VIIa war teilweise wirksam. Bei wirksamen antithrombotischen Dosen und normaler Hämostase dürfte laut den Autoren keine Neutralisation nötig sein.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie untersuchte die dosisabhängige Beziehung zwischen zirkulierenden Spiegeln an rekombinantem Hirudin (r-Hirudin) und Blutungen anhand eines Kaninchenohr-Blutverlustmodells und prüfte, ob verschiedene Substanzen die antikoagulatorische Wirkung von r-Hirudin neutralisieren konnten. Das Abstract berichtet, dass bei antithrombotischen Dosierungen bis zu 20 μg/ml keine Blutung auftrat, während höhere zirkulierende Spiegel einen dosisabhängigen Blutverlust vergleichbar mit Heparin hervorriefen; Protaminsulfat, Plättchenfaktor 4, polykationische Substanzen und Heparinase konnten r-Hirudin sämtlich nicht antagonisieren, wohingegen aktiviertes Prothrombinkomplex-Konzentrat bei 25 U/kg die Blutung neutralisierte und r-Faktor VIIa eine partielle Wirksamkeit zeigte. Da Hirudin das bekannte, mit medizinischen Blutegeln assoziierte Antikoagulans ist, sind diese Dosis-Wirkungs- und Reversibilitätsdaten von konzeptioneller Relevanz für die Pharmakologie, die der Hirudotherapie zugrunde liegt. Allerdings stammen sämtliche Befunde aus einem Tiermodell systemischer Antikoagulation unter Verwendung einer rekombinanten Substanz anstatt aus der Blutegeltherapie selbst, und die mit Blutungen assoziierten Dosierungen werden ausdrücklich als über den erwarteten klinischen Spiegeln liegend angegeben.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Fareed J, Walenga JM, Pifarre R, Hoppensteadt D, Koza M. Some objective considerations for the neutralization of the anticoagulant actions of recombinant hirudin. Haemostasis. 1991;21 Suppl 1:64-72. doi:10.1159/000216264. PMID: 1894198

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

Verwandter klinischer Kontext

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 18. März 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026

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