Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Heparininduzierte Thrombozytopenie bei herzchirurgischen und kritisch kranken Patienten

Heparin-induced thrombocytopenia in cardiac surgery and critically ill patients

Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Thrombosis and Haemostasis (2016)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Narratives ReviewArzneimittelentwicklungKlinische LiteraturSelleng S, Selleng K · Thrombosis and Haemostasis, 2016

Abstract

Thrombocytopenia as well as anti-platelet factor 4/heparin (PF4/H) antibodies are common in cardiac surgery patients and those treated in the intensive care unit. In contrast, heparin-induced thrombocytopenia (HIT) is uncommon in these populations (~1 % and ~0.5 %, respectively). A stepwise approach where testing for anti-PF4/H antibodies is performed only in patients with typical clinical symptoms of HIT improves diagnostic specificity of the laboratory assays without losing sensitivity, thereby helping to avoid overdiagnosis and resulting HIT overtreatment. Short-term re-exposure to heparin, especially given intraoperatively for cardiovascular surgery, is a reasonable therapeutic option in patients with a history of HIT who subsequently test negative for HIT antibodies. Organ failure(s), enhanced bleeding risks, and other characteristics require special considerations regarding non-heparin anticoagulation: Argatroban is the alternative anticoagulant with pharmacokinetics independent of renal function, but it has a prolonged half-life in case of impaired liver function. For bivalirudin, protocols during cardiopulmonary bypass surgery are established, and it is suitable for patients with liver insufficiency. A major issue of direct thrombin inhibitors are false high activated partial thromboplastin time values in patients with comorbidities affecting prothrombin, which can result in systematic underdosing of the drugs. This is not the case for danaparoid and fondaparinux, which can be monitored by anti-factor Xa assays, but have long half-lives and no suitable antidote. This review includes also information on management of on- and off-pump cardiac surgery, ventricular assist devices, percutaneous interventions, continuous renal replacement therapy, and extracorporeal membrane oxygenation in patients with HIT.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleReview
Indexierte MeSH-BegriffeAnticoagulantsCardiac Surgical ProceduresCritical IllnessHeparinHumansThrombocytopenia

Zusammenfassung

Diese Übersicht behandelt die heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) in der Herzchirurgie und Intensivmedizin: Thrombozytopenie und Anti-PF4/Heparin-Antikörper sind häufig, HIT jedoch weniger häufig (~1 % bzw. ~0,5 %). Ein stufenweises Vorgehen erhöht die diagnostische Spezifität ohne Sensitivitätsverlust. Bei HIT-Anamnese und negativen Antikörpern ist eine kurze Heparin-Reexposition, besonders intraoperativ, vertretbar. Die Pharmakokinetik von Argatroban ist von der Nierenfunktion unabhängig und Bivalirudin bei Leberinsuffizienz geeignet; Danaparoid und Fondaparinux lassen sich per Anti-Xa-Test überwachen, haben aber lange Halbwertszeiten und kein geeignetes Antidot.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Übersichtsarbeit untersucht die Diagnose und das Management der Heparin-induzierten Thrombozytopenie in der Herzchirurgie und bei kritisch kranken Patienten und erörtert alternative Nicht-Heparin-Antikoagulanzien. Sie stellt fest, dass Bivalirudin etablierte Protokolle während der kardiopulmonalen Bypassoperation besitzt und für Patienten mit Leberinsuffizienz geeignet ist, und diskutiert Überwachungsprobleme bei direkten Thrombininhibitoren. Das Abstract beschreibt Bivalirudin weder als aus dem Blutegel stammende Verbindung noch als synthetisches Derivat von Hirudin und nimmt keinen Bezug auf Blutegel, Hirudotherapie oder das Blutegelsekretom. Es handelt sich um eine narrative Übersichtsarbeit zum pharmazeutischen Antikoagulationsmanagement. Bivalirudin (früher Hirulog) ist ein synthetisches Peptid-Antikoagulans, das teilweise auf der C-terminalen Sequenz von Hirudin, dem Antikoagulans des medizinischen Blutegels, basiert (Maraganore et al., 1990); diese Arbeit untersucht das Arzneimittel, nicht die Blutegeltherapie.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Selleng S, Selleng K. Heparin-induced thrombocytopenia in cardiac surgery and critically ill patients. Thromb Haemost. 2016;116(5):843-851. doi:10.1160/TH16-03-0230. PMID: 27411507

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

Verwandter klinischer Kontext

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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