Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Hirudins

Past, present and future of hirudin

Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Haemostasis (1991)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Narratives ReviewArzneimittelentwicklungKlinische LiteraturMarkwardt F · Haemostasis, 1991

Abstract

The naturally occurring anticoagulant from medicinal leeches, hirudin, which we isolated and biochemically analyzed 30 years ago as a miniprotein with specific antithrombin activity, has afterwards been employed for scientific and diagnostic purposes in hematology. Pure hirudin proved to be an antithrombotic agent of high quality that displays an antithrombotic action dependent upon its blood level. After intravenous injection, it is distributed in the extracellular space and is almost completely eliminated through the kidneys by glomerular filtration in a biologically active form. The efficacy of hirudin in preventing venous and arterial thrombosis and disseminated intravascular coagulation was demonstrated in various animal models. Clinical pharmacological studies corroborated the specific pharmacodynamic and pharmacokinetic properties of hirudin found in animal experiments. Genetic engineering led to the availability of sufficient quantities of recombinant hirudin (r-hirudin) for clinical purposes. Pharmacologic profiling of r-hirudin showed that both its pharmacokinetic and pharmacodynamic characteristics are very similar to those of native hirudin. Clinical pharmacological studies with r-hirudin revealed that, at single therapeutically relevant doses, r-hirudin is a well-tolerated and potent anticoagulant without any detectable side effects and allergic reactions. Further preclinical studies of r-hirudin should concentrate on identifying possible indications for use, on the development of r-hirudin preparations and derivatives, and on the development of antidotes for hirudin.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypHistorical ArticleJournal ArticleResearch Support, U.S. Gov't, P.H.S.Review
Indexierte MeSH-BegriffeAmino Acid SequenceAnimalsDisseminated Intravascular CoagulationDogsFibrinolytic AgentsHirudin TherapyHirudinsHistory, 20th CenturyHumansLeechesMolecular Sequence DataRabbitsRatsRecombinant ProteinsSequence Homology, Nucleic AcidSwineSwine, MiniatureThrombolytic TherapyThrombosis

Zusammenfassung

Die Autoren, die Hirudin vor 30 Jahren isolierten, ziehen Bilanz. Der spezifisch antithrombinwirksame Wirkstoff des medizinischen Blutegels wird nach intravenöser Gabe im Extrazellulärraum verteilt und nahezu vollständig durch glomeruläre Filtration in aktiver Form eliminiert; seine Wirksamkeit gegen venöse und arterielle Thrombosen sowie disseminierte intravasale Gerinnung belegten Tiermodelle. Rekombinantes Hirudin ähnelt pharmakokinetisch und pharmakodynamisch dem natürlichen Hirudin und war bei therapeutischen Einzelgaben potent und gut verträglich, ohne nachweisbare Nebenwirkungen. Künftige präklinische Studien sollten Indikationen identifizieren sowie Derivate und Antidote entwickeln.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Dieser Artikel zeichnet die wissenschaftliche Entwicklung von Hirudin nach — dem natürlich vorkommenden Antikoagulans, das aus medizinischen Blutegeln isoliert wurde — von seiner biochemischen Charakterisierung als spezifisches Antithrombin-Miniprotein über die Herstellung und pharmakologische Bewertung von rekombinantem Hirudin (r-Hirudin). Das Abstract berichtet, dass die antithrombotische Wirkung von Hirudin von seinem Blutspiegel abhängt, dass es sich im extrazellulären Raum verteilt und über die Nieren eliminiert wird, und dass die Wirksamkeit bei der Prävention von venöser und arterieller Thrombose sowie disseminierter intravaskulärer Gerinnung in Tiermodellen nachgewiesen wurde; r-Hirudin wird als ein Antikoagulans mit ähnlichen pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Eigenschaften wie natives Hirudin und als gut verträgliches, potent wirksames Antikoagulans bei einzelnen therapeutisch relevanten Dosen in klinisch-pharmakologischen Studien beschrieben. Das Abstract bietet einen breit angelegten, mehrere Jahrzehnte umfassenden Überblick, ohne detaillierte quantitative Ergebnisse einer einzelnen Studie darzustellen, und es werden keine groß angelegten klinischen Ergebnisdaten präsentiert.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Markwardt F. Past, present and future of hirudin. Haemostasis. 1991;21 Suppl 1:11-26. doi:10.1159/000216258. PMID: 1894186

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 18. März 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026

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