Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Dosierungsprotokoll für die Bivalirudin-Antikoagulation bei extrakorporaler Membranoxygenierung: eine retrospektive Analyse

Bivalirudin Anticoagulation Dosing Protocol for Extracorporeal Membrane Oxygenation: A Retrospective Review

Retrospektive Analyse in der Zeitschrift The journal of extra-corporeal technology (2018)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtKlinische LiteraturArzneimittelentwicklungNetley et al. · The journal of extra-corporeal technology, 2018

Abstract

Anticoagulation with unfractionated heparin during extracorporeal membrane oxygenation (ECMO) is common, but alternative agents are being evaluated for safety and efficacy. The objective of this analysis was to assess if a comprehensive bivalirudin dosing and monitoring protocol effectively guides dose adjustments and monitoring of bivalirudin in patients during ECMO. Our analysis included 11 patients who received bivalirudin during ECMO therapy and had dosing managed using our hospital derived protocol. Patients treated over a 1-year period were included in this retrospective analysis. Clinical characteristics and changes in activated partial thromboplastin time (aPTT) were evaluated from medical records to determine the efficacy of the dosing protocol. ECMO was initiated for acute respiratory distress syndrome in eight (72.7%) patients and for cardiac arrest in three (27.3%) patients. A total of 178 protocol guided dose adjustments were made during the study. Among the dose adjustments, 56 (31.5%) attained the protocol predicted aPTT level change, 96 (53.9%) of the measured aPTT changes were less than predicted, and 26 (14.6%) of the measured aPTT changes were more than predicted. On average, patients were within their defined therapeutic aPTT target range 66.3% of the time. All patients reached their designated aPTT target range within the first 24 hours of therapy. Significant bleeding was documented in eight (72.7%) patients. No clinically evident thromboembolic events were identified in vivo while cannulated. This analysis suggests that bivalirudin can be managed using a dosing protocol to provide anticoagulation therapy to patients during ECMO and can provide foundational guidance for dose adjustment and monitoring for other institutions.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAdolescentAdultAgedAnticoagulantsExtracorporeal Membrane OxygenationHirudinsHumansMiddle AgedPartial Thromboplastin TimePeptide FragmentsRecombinant ProteinsRetrospective StudiesYoung Adult

Zusammenfassung

Eingeschlossen waren 11 Patienten, die während einer ECMO-Therapie Bivalirudin nach klinikinternem Protokoll erhielten. Von 178 Dosisanpassungen erreichten 56 (31,5 %) die vorhergesagte aPTT-Änderung, 96 (53,9 %) lagen darunter, 26 (14,6 %) darüber. Im Mittel lagen die Patienten 66,3 % der Zeit im therapeutischen Zielbereich; alle erreichten ihn innerhalb der ersten 24 h. Bei acht Patienten (72,7 %) traten relevante Blutungen auf, klinisch erkennbare Thromboembolien jedoch nicht. Die Autoren sehen darin einen Hinweis, dass sich Bivalirudin per Protokoll steuern lässt.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese retrospektive Auswertung untersuchte 11 ECMO-Patienten, deren Bivalirudin-Antikoagulation über ein hauseigenes Dosierungsprotokoll gesteuert wurde, und ergab, dass alle Patienten ihren Ziel-aPTT-Bereich innerhalb von 24 Stunden erreichten, wobei jedoch bei 72,7 % signifikante Blutungen auftraten und nur 31,5 % von 178 Dosisanpassungen die vorhergesagte aPTT-Veränderung erzielten. Diese Studie besitzt echte Relevanz, da Bivalirudin ein synthetischer direkter Thrombininhibitor ist, der aus Hirudin abgeleitet ist – dem potenten Antikoagulans, das ursprünglich aus dem Speichel des medizinischen Blutegels isoliert wurde – und zeigt, wie ein Derivat des Blutegelsekretoms für die intensivmedizinische Antikoagulation weiterentwickelt wird. Diese Praxisdaten zur Dosierung tragen zum Verständnis des Managements Hirudin-basierter Antikoagulanzien außerhalb der klassischen Blutegeltherapie bei. Allerdings sind mit nur 11 Patienten an einem einzigen Zentrum, retrospektivem Studiendesign und einer hohen Blutungsrate die Sicherheit und Generalisierbarkeit des Protokolls nicht belegt, und aus dieser kleinen Fallserie lassen sich keine Wirksamkeitsaussagen ableiten.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Netley J, Roy J, Greenlee J, Hart S, Todt M, Statz B. Bivalirudin Anticoagulation Dosing Protocol for Extracorporeal Membrane Oxygenation: A Retrospective Review. J Extra Corpor Technol. 2018;50(3):161-166. PMID: 30250342

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 28. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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