Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Hirudine und hirudinähnliche Faktoren bei Hirudinidae: Implikationen für Funktion und phylogenetische Beziehungen

Hirudins and hirudin-like factors in Hirudinidae: implications for function and phylogenetic relationships

Molekularbiologische und phylogenetische Studie in der Zeitschrift Parasitology research (2016)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Grundlagenforschung (nichtklinisch)ArzneimittelentwicklungMüller C et al. · Parasitology research, 2017

Abstract

Haematophagous leeches express a broad variety of bioactive factors that are released from the salivary gland cells into the wound of a host during feeding. Among these, hirudin is probably the best studied factor and, moreover, the only one that has successfully made the transition from nature to clinical use. Many components of the leech saliva still remain either poorly characterized or yet completely unknown. Only recently, a new class of leech-derived factors has been discovered in Hirudo medicinalis, the hirudin-like factors (HLFs). HLFs comprise typical structural features of hirudin but lack others. We were able to verify the expression of HLFs not only in two additional species of the genus Hirudo, but also in Hirudinaria manillensis. Various phylogenetic analyses based on gene and protein sequences support a sister group relationship between hirudins and HLFs. Although potential molecular targets of HLFs remain unknown, the presence of multiple isoforms in individual leeches of different genera points to key functions in the regulation of several processes associated with the blood-sucking life style of leeches.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAnimalsGene Expression RegulationHirudinsLeechesPhylogenySaliva

Zusammenfassung

Hämatophage Blutegel exprimieren zahlreiche bioaktive Speicheldrüsenfaktoren; Hirudin ist vermutlich der am besten untersuchte Faktor und der einzige in klinischer Anwendung. Kürzlich wurde bei Hirudo medicinalis eine neue Klasse hirudinähnlicher Faktoren (HLFs) entdeckt, die typische Strukturmerkmale von Hirudin besitzen, denen jedoch andere fehlen. Die Autoren wiesen die Expression von HLFs in zwei weiteren Hirudo-Spezies sowie in Hirudinaria manillensis nach. Phylogenetische Analysen stützen eine Schwestergruppenbeziehung zwischen Hirudinen und HLFs; ihre Zielstrukturen sind unbekannt, doch deuten multiple Isoformen auf Schlüsselfunktionen beim Blutsaugen hin.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie untersuchte Hirudine und die kürzlich entdeckten hirudinähnlichen Faktoren (HLFs) über Arten von Hirudo und Hirudinaria manillensis hinweg, bestätigte die HLF-Expression über Hirudo medicinalis hinaus und etablierte ein Schwestergruppen-Verwandtschaftsverhältnis zwischen Hirudinen und HLFs. HLFs weisen einige, jedoch nicht alle strukturellen Merkmale von Hirudin auf, und ihre molekularen Zielstrukturen bleiben unbekannt; das Vorhandensein mehrerer Isoformen über Gattungen hinweg deutet jedoch auf Schlüsselrollen in der blutsaugenden Lebensweise hin. Die Studie untersucht die Vielfalt und Evolution bioaktiver Speichelmoleküle bei hämatophagen Blutegeln und weist auf bislang uncharakterisierte Komponenten des Blutegelsekretoms hin. Die funktionelle Charakterisierung der HLFs bleibt vorläufig, und die Studie etabliert keine direkten therapeutischen oder klinischen Implikationen.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Müller C, Haase M, Lemke S, Hildebrandt JP. Hirudins and hirudin-like factors in Hirudinidae: implications for function and phylogenetic relationships. Parasitol Res. 2017;116(1):313-325. doi:10.1007/s00436-016-5294-9. PMID: 27785600

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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