Das Comeback des Hirudins – ein altbewährtes Antikoagulans
The comeback of hirudin--an old-established anticoagulant agent
Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Folia Haematol Int Mag Klin Morphol Blutforsch (1988)
Abstract
Early studies dating back to 1884 revealed that extracts from medicinal leeches contain a substance which is able to prevent blood from clotting. Since our successful isolation of hirudin, the pure anticoagulant substance, in the late 1950s and its characterization as a selective thrombin inhibitor with polypeptide structure, hirudin preparations have been employed for diagnostic and scientific uses in haemostaseology. As early as 25 years ago we have shown in experimental pharmacotoxicological studies that hirudin is an anticoagulant of high quality. The antithrombotic effect of hirudin was demonstrated in several thrombosis models. But the clinical use of hirudin remained limited since it was not available in adequate amounts for therapeutic purposes. One hundred years after its discovery there is a renewed interest in this naturally occurring thrombin inhibitor. Advanced methods of peptide isolation and genetic engineering are about to provide sufficient quantities of hirudin in purified form. This prompted us to resume our investigations in hirudin and to represent new experimental and clinical pharmacological studies with natural hirudin prepared from medicinal leeches and genetically engineered recombinant hirudin, thus appreciating the comeback of hirudin into the focus of interest.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Die Übersichtsarbeit beleuchtet die Geschichte des Hirudins: Seit 1884 war bekannt, dass Blutegel-Extrakte die Blutgerinnung hemmen; Ende der 1950er-Jahre gelang die Isolierung des reinen Antikoagulans, das sich als selektiver Thrombininhibitor mit Polypeptidstruktur charakterisieren ließ. Wegen unzureichender Verfügbarkeit blieb die klinische Nutzung begrenzt, obwohl die antithrombotische Wirkung in mehreren Thrombosemodellen gezeigt worden war. Moderne Peptidisolation und Gentechnik versprechen ausreichende Mengen; die Autoren nehmen ihre Untersuchungen mit natürlichem und rekombinantem Hirudin wieder auf.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Artikel zeichnet die Geschichte des Hirudins von seiner Entdeckung im Jahr 1884 über seine Isolierung in den späten 1950er-Jahren und seine Charakterisierung als selektiver Thrombininhibitor mit Polypeptidstruktur nach und verweist auf seinen Einsatz in der diagnostischen und wissenschaftlichen Hämostaseologie sowie seine nachgewiesene antithrombotische Wirkung in Thrombosemodellen. Die klinische Anwendung war historisch durch unzureichende Verfügbarkeit limitiert, doch fortgeschrittene Methoden der Peptidisolation und gentechnische Verfahren werden als ermöglichend für angemessene Produktionsmengen beschrieben, was erneuertes Interesse weckte. Der Artikel repräsentiert neue experimentelle und klinische pharmakologische Studien sowohl mit natürlichem Hirudin aus medizinischen Egeln als auch mit gentechnisch hergestelltem rekombinantem Hirudin. Hirudin ist ein aus medizinischen Egeln gewonnener antikoagulatorischer Wirkstoff. Allerdings beschränkt sich der Umfang des Artikels spezifisch auf Hirudin und nicht auf die gesamte Breite bioaktiver Speichelmoleküle des Egels, und Details der dargestellten Studien werden im Abstract nicht ausgeführt.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Markwardt F. The comeback of hirudin--an old-established anticoagulant agent. Folia Haematol Int Mag Klin Morphol Blutforsch. 1988;115(1-2):10-23. PMID: 2459000
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026