Zentrale und periphere 5-HT-Rezeptoren beim Blutegel (Hirudo medicinalis) neu definiert
Central and peripheral 5-HT receptors in the leech (Hirudo medicinalis) redefined
In-vitro-Studie in der Zeitschrift General pharmacology (1995)
Abstract
1. 5-Hydroxytryptamine (5-HT) receptors in the Retzius neurones (R cells) and longitudinal body wall muscle strips of the leech H. medicinalis were studied using a range of selective agonists developed for mammalian receptors. 2. All agonists induced hyperpolarisation of R cells: the order of their potency was 5-HT > 5-CT > 2-Me 5HT > alpha-Me-5-HT > > CGS-12066B = 5MeOT > PAPP > Buspirone. This receptor is most like a mammalian 5-HT1C/2 receptor. 3. 5-HT induces relaxation of body wall strips, preceded at higher doses by contraction or an increase in spontaneous contractions. The relaxing effect was best mimicked by 5-CT and alpha-Me-5-HT, suggesting a 5-HT1C/2 receptor. The contractile effect was best mimicked by 5-MeOT suggesting a 5-HT4-like receptor. The overall potency of agonists on the body wall muscle was 5-MeOT > 5-CT > 5-HT > alpha-Me-5-HT > 2-Me 5-HT > PAPP > Buspirone > > CGS-12066B. 4. Results suggest that either the sites of 5-HT action possess several different receptors or the receptors themselves are more complex with multiple properties.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
An Retzius-Neuronen und Längsmuskelstreifen der Körperwand von Hirudo medicinalis wurden 5-HT-Rezeptoren mit selektiven, für Säugetierrezeptoren entwickelten Agonisten untersucht. Alle Agonisten hyperpolarisierten die Retzius-Zellen; die Potenzreihenfolge entsprach am ehesten einem 5-HT1C/2-Rezeptor. Am Muskel bewirkte 5-HT eine Erschlaffung, bei höheren Dosen zuvor eine Kontraktion; die Erschlaffung sprach für einen 5-HT1C/2-Rezeptor, die Kontraktion für einen 5-HT4-ähnlichen. Nach Auffassung der Autoren sprechen die Ergebnisse dafür, dass entweder mehrere Rezeptoren vorliegen oder die Rezeptoren selbst vielfältige Eigenschaften besitzen.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese In-vitro-Studie charakterisierte Serotonin(5-HT)-Rezeptoren an Retzius-Neuronen und longitudinalen Körperwandmuskelstreifen von *Hirudo medicinalis* unter Verwendung einer Reihe säugerselektiver Agonisten. Die Forscher stellten fest, dass der Rezeptor an Retzius-Zellen am ehesten einem Säugetier-5-HT1C/2-Rezeptor ähnelt, während die Körperwandmuskulatur Hinweise auf sowohl 5-HT1C/2-ähnliche als auch 5-HT4-ähnliche Rezeptoren zeigt, die Entspannung bzw. Kontraktion vermitteln, was auf entweder mehrere Rezeptortypen oder Rezeptoren mit komplexen Eigenschaften hindeutet. Diese pharmakologische Charakterisierung ist relevant für das Verständnis der serotonergen Physiologie des medizinischen Blutegels, einschließlich Komponenten des Blutegelsekretoms. Allerdings handelt es sich hier um grundlegende In-vitro-Pharmakologie ohne direkte Verbindung zur Hirudotherapie oder zur therapeutischen Anwendung aus Blutegeln gewonnener Substanzen.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Leake LD, Koubanakis M. Central and peripheral 5-HT receptors in the leech (Hirudo medicinalis) redefined. Gen Pharmacol. 1995;26(8):1709-1717. doi:10.1016/0306-3623(95)00065-8. PMID: 8745160
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
Verwandter klinischer Kontext
Erfahren Sie, wie diese Forschung mit der klinischen Praxis verknüpft ist
Verwandte Forschungsarbeiten
Weitere begutachtete Studien in der Kategorie „Genomik & Proteomik“.
- Leech Salivary Proteome and Transcriptome: 434 Deduced Protein Sequences — Liu Z, Tong X, Su Y, et al. (2019)
- Medicinal Leech Draft Genome — Anticoagulant Gene Survey — Kvist S, Manzano-Marín A, de Carle D, Trontelj P, Siddall ME (2020)
- Blutegeltherapie (Hirudo medicinalis) mildert die durch testikuläre Ischämie/Reperfusion induzierten Hodenschäden in einem Tiermodell — Davoodi F et al. (2021)
- Neues antikoagulatorisches Protein aus dem medizinischen Blutegel — Manuvera V et al. (2024)
- AIF-1 und RNASET2 spielen komplementäre Rollen in der angeborenen Immunantwort des medizinischen Blutegels — Baranzini N et al. (2019)
- Antimikrobielle Peptide des medizinischen Blutegels ohne Toxizität stellen eine vielversprechende alternative Strategie zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Erreger dar — Grafskaia E et al. (2019)
- Structural insights into thrombolytic activity of destabilase from medicinal leech — Marin E et al. (2023)
- Das Genom des medizinischen Blutegels (Whitmania pigra) und eine vergleichende Genomstudie zur Erforschung bioaktiver Inhaltsstoffe — Tong L et al. (2022)
- Das ZNS des medizinischen Blutegels als Modell für Exosomen-Studien zum Wechselspiel zwischen Mikroglia und Neuronen — Raffo-Romero A et al. (2018)
- Transcriptomic profiling and the first spatial expression analysis of candidate genes in the salivary gland of the East Asian medicinal leech, Hirudo nipponia — Kim J et al. (2024)
Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 28. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026