Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Antimikrobielle Peptide des medizinischen Blutegels ohne Toxizität stellen eine vielversprechende alternative Strategie zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Erreger dar

Medicinal leech antimicrobial peptides lacking toxicity represent a promising alternative strategy to combat antibiotic-resistant pathogens

In-vitro-Studie in der Zeitschrift European journal of medicinal chemistry (2019)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: In-vitro-/LaborstudieGenomik & ProteomikAntimikrobielle ResistenzSicherheit & InfektionskontrolleGrafskaia E et al. · European journal of medicinal chemistry, 2019

Abstract

The rise of antibiotic resistance has necessitated the development of alternative strategies for the treatment of infectious diseases. Antimicrobial peptides (AMPs), components of the innate immune response in various organisms, are promising next-generation drugs against bacterial infections. The ability of the medicinal leech Hirudo medicinalis to store blood for months with little change has attracted interest regarding the identification of novel AMPs in this organism. In this study, we employed computational algorithms to the medicinal leech genome assembly to identify amino acid sequences encoding potential AMPs. Then, we synthesized twelve candidate AMPs identified by the algorithms, determined their secondary structures, measured minimal inhibitory concentrations against three bacterial species (Escherichia coli, Bacillus subtilis, and Chlamydia thrachomatis), and assayed cytotoxic and haemolytic activities. Eight of twelve candidate AMPs possessed antimicrobial activity, and only two of them, 3967 (FRIMRILRVLKL) and 536-1 (RWRLVCFLCRRKKV), exhibited inhibition of growth of all tested bacterial species at a minimal inhibitory concentration of 10 μmol. Thus, we evidence the utility of the developed computational algorithms for the identification of AMPs with low toxicity and haemolytic activity in the medicinal leech genome assembly.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAlgorithmsAnimalsAnti-Bacterial AgentsAntimicrobial Cationic PeptidesBacillus subtilisBacterial InfectionsCell LineCell SurvivalChlamydiaDose-Response Relationship, DrugDrug Resistance, BacterialEscherichia coliHirudo medicinalisHumansMolecular StructureStructure-Activity Relationship

Zusammenfassung

Im Genom des medizinischen Blutegels identifizierten computergestützte Algorithmen zwölf potenzielle antimikrobielle Peptide, die synthetisiert und hinsichtlich Sekundärstruktur, minimaler Hemmkonzentration gegenüber Escherichia coli, Bacillus subtilis und Chlamydia trachomatis sowie Zytotoxizität und Hämolyse untersucht wurden. Acht der zwölf Kandidaten waren antimikrobiell aktiv; nur die Peptide 3967 (FRIMRILRVLKL) und 536-1 (RWRLVCFLCRRKKV) hemmten alle getesteten Arten bei einer minimalen Hemmkonzentration von 10 μmol. Die Autoren belegen den Nutzen der Algorithmen zur Identifikation von Peptiden mit geringer Toxizität und Hämolyse.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie wandte computergestützte Algorithmen auf das Hirudo medicinalis-Genom-Assembly an, um Sequenzen zu identifizieren, die für potenzielle antimikrobielle Peptide (AMPs) kodieren, synthetisierte zwölf Kandidaten und charakterisierte deren Sekundärstrukturen, minimale Hemmkonzentrationen gegen Escherichia coli, Bacillus subtilis und Chlamydia trachomatis sowie zytotoxische und hämolytische Aktivitäten. Acht Peptide zeigten antimikrobielle Aktivität, wobei zwei eine Breitband-Wachstumshemmung bei 10 μmol bei zugleich geringer Toxizität oder Hämolyse aufwiesen. Diese Arbeit ist unmittelbar relevant für das Verständnis des angeborenen Immunrepertoires des medizinischen Blutegels, da derartige AMPs der Fähigkeit des Organismus zugrunde liegen könnten, aufgenommenes Blut über Monate ohne bakteriellen Verderb zu konservieren, und die identifizierten Peptide könnten Leitstrukturen gegen antibiotikaresistente Krankheitserreger darstellen. Allerdings beschränken sich die Befunde auf die in vitro-Charakterisierung; es werden weder tierische noch humane Daten, keine klinische Wirksamkeit und keine therapeutische Anwendung, die Blutegel selbst einbezieht, vorgestellt, und die Übertragung auf die Hirudotherapie-Praxis bleibt spekulativ.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Grafskaia EN, Nadezhdin KD, Talyzina IA, Polina NF, Podgorny OV, Pavlova ER, et al. Medicinal leech antimicrobial peptides lacking toxicity represent a promising alternative strategy to combat antibiotic-resistant pathogens. Eur J Med Chem. 2019;180:143-153. doi:10.1016/j.ejmech.2019.06.080. PMID: 31302447

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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