Antileishmaniales Potenzial des Peptidarzneistoffs Hirudin in vitro
In-vitro antileishmanial potential of peptide drug hirudin
In-vitro-Studie in der Zeitschrift Chemical biology & drug design (2017)
Abstract
Hirudin is clinically an important drug used for the treatment of cardiac diseases, but has never been elucidated for antileishmanial potential. This study was designed to determine the therapeutic utility of hirudin against leishmaniasis. Binding affinities of 28 potent proteinase inhibitors were screened computationally against leishmanolysin (GP63), out of which hirudin exhibited higher binding affinity with GP63 and good expected IC50 values. Experimentally, hirudin showed most promising activity against promastigote and axenic amastigote forms of leishmanial parasites with IC50 values of 0.60 ± 0.36 μg/mL and 0.43 ± 0.23 μg/mL, respectively, in a dose- and time-dependent assay. The cytotoxicity assay revealed no adverse effects on human macrophages with LD50 value of 860.11 ± 53.44 μg/mL. Hirudin caused leishmanial cell death mainly by apoptosis and membrane permeability. In spite of the basic knowledge obtained, hirudin mechanism is considerably less prone to the induction of resistance than classical drugs. Collectively, this study fosters further studies for the hirudin as new antileishmania lead with a new mode of action.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Untersucht wurde das antileishmaniale Potenzial von Hirudin, einem klinisch bei Herzerkrankungen eingesetzten Peptid. Ein computergestütztes Screening von 28 Proteaseinhibitoren gegen Leishmanolysin (GP63) ergab für Hirudin eine höhere Bindungsaffinität. Gegen promastigote und axenische amastigote Formen zeigte Hirudin die vielversprechendste Aktivität (IC50 0,60 ± 0,36 bzw. 0,43 ± 0,23 µg/ml) ohne Zytotoxizität für humane Makrophagen (LD50 860,11 ± 53,44 µg/ml); der Zelltod erfolgte vorrangig über Apoptose und Membranpermeabilität. Die Autoren sehen in Hirudin einen neuen Leitstruktur-Kandidaten mit neuem Wirkmechanismus.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
In dieser Studie wurde hirudin zunächst computergestützt gegen das Parasitenenzym Leishmanolysin (GP63) gescreent und anschließend im Labor getestet; berichtet wurde über Aktivität gegen die promastigote und die axenische amastigote Form von Leishmania (IC50 ~0,60 und ~0,43 µg/mL) ohne beobachtete Toxizität gegenüber menschlichen Makrophagen (LD50 ~860 µg/mL), wobei Apoptose und Membranpermeabilisierung als Mechanismus des Parasitentods vorgeschlagen wurden. Dies erweitert die Geschichte der Wirkstoffforschung am Sekretom des Blutegels über die Antikoagulation hinaus und legt nahe, dass hirudin — bereits als Thrombininhibitor bekannt — einen völlig eigenständigen antiparasitären Wirkmechanismus besitzen könnte, dessen Untersuchung gegen Leishmaniose lohnenswert wäre. Dies ist ausschließlich ein In-vitro- und In-silico-Screening: Die Ergebnisse stammen aus kultivierten Parasiten und Zellen, nicht aus Tieren oder Patienten, sodass sie lediglich einen Forschungsansatz begründen und keine Aussage stützen können, dass hirudin oder die Blutegeltherapie Leishmaniose beim Menschen behandelt.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Khan H, Nadhman A, Azam SS, Anees M, Khan I, Ullah I, et al. In-vitro antileishmanial potential of peptide drug hirudin. Chem Biol Drug Des. 2017;89(1):67-73. doi:10.1111/cbdd.12831. PMID: 27483399
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 18. März 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026