Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Die Pharmakologie des Aussterbens

The pharmacology of extinction

Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Journal of ethnopharmacology (1992)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Narratives ReviewArzneimittelentwicklungHuxtable RJ · Journal of ethnopharmacology, 1992

Abstract

It is impossible to predict what compounds of pharmacological interest may be present in an unexamined species. The extinction of such species may result, therefore, in the loss of therapeutically significant compounds. The fact that science will never know what has been lost does not lessen the significance of the loss. A number of species are discussed to exemplify the potential loss. Ginkgo biloba is an ancient plant, apparently saved from a natural extinction by human intervention. From this tree, the ginkgolides have been isolated. These are potent inhibitors of platelet activating factor and hold promise in the treatment of cerebral ischemia and brain edema. Two species, the tree Taxus brevifolia and the leech Hirudo medicinalis, are threatened as a result of human activity. Both have recently yielded complex compounds of therapeutic importance. The antitumor agent, taxol, is obtained from T. brevifolia and the thrombin inhibitor, hirudin, is found in H. medicinalis. Catharanthus roseus, source of the anticancer agents vincristine and vinblastine, although not threatened, derives from a largely unexamined but severely stressed ecosystem of some 5000 plant species. In other examples, ethnobotanical knowledge of certain plants may be lost while the species survive, as exemplified by the suppression of the Aztec ethnobotany of Mesoamerica by the invading Spanish. Finally, the fallacy of the 'snail darter syndrome', where species may be viewed as too insignificant to worry about, is exposed by consideration of the pharmacological activities of a sea hare (a shell-less marine mollusc) and various leeches.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleReview
Indexierte MeSH-BegriffeEcologyMedicine, TraditionalPlants, MedicinalTissue Extracts

Zusammenfassung

Der Beitrag argumentiert, dass mit dem Aussterben unerforschter Arten auch therapeutisch bedeutsame Substanzen verloren gehen können, deren Verlust die Wissenschaft nie bemessen wird. Beispiele sind Ginkgo biloba mit den Ginkgoliden als potenten Hemmern des plättchenaktivierenden Faktors, die durch menschliche Aktivität bedrohte Taxus brevifolia als Quelle des Antitumormittels Taxol und der ebenfalls bedrohte Blutegel Hirudo medicinalis als Quelle des Thrombininhibitors Hirudin. Zudem droht der Verlust ethnobotanischen Wissens, und auch scheinbar unbedeutende Arten besitzen pharmakologische Aktivität.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Dieser Übersichtsartikel erörtert, wie das Aussterben von Arten zum Verlust therapeutisch bedeutsamer Verbindungen führen kann, und führt mehrere Beispiele an, darunter Ginkgo biloba (Ginkgolide), Taxus brevifolia (Taxol), Catharanthus roseus (Vincristin, Vinblastin) sowie den Blutegel Hirudo medicinalis (Hirudin). H. medicinalis wird als eine durch menschliche Aktivität bedrohte Art identifiziert, die Hirudin – einen Thrombininhibitor von therapeutischer Bedeutung – geliefert hat, und es werden die pharmakologischen Aktivitäten verschiedener Blutegel als weitere Beispiele referenziert. Es handelt sich um einen breit angelegten narrativen Übersichtsartikel und nicht um eine empirische Studie, und er liefert über Hirudin hinaus keine Originaldaten zur Hirudotherapie oder zu aus Blutegeln stammenden Verbindungen.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Huxtable RJ. The pharmacology of extinction. J Ethnopharmacol. 1992;37(1):1-11. doi:10.1016/0378-8741(92)90002-9. PMID: 1453701

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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