Heparininduzierte Thrombozytopenie: Diagnose und Behandlung
Heparin-induced thrombocytopenia: diagnosis and management
Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Thromb Res (2008)
Abstract
Heparin-induced thrombocytopenia (HIT) is an immune reaction in response to platelet factor 4-heparin complexes, which results in increased platelet activation and thrombocytopenia beginning on the 4th-5th day after heparin exposure induced by IgG antibody production. Platelet activation can lead to arterial thrombosis, but more commonly platelet microparticle formation contributes to venous thrombosis. Accurate diagnosis of HIT is based on the presence of clinical features, including a 50% fall in platelet count, appropriate timing of thrombocytopenia, development of new thrombosis despite thrombocytopenia and heparin therapy, and the absence of a more likely cause of thrombocytopenia. Documentation of an anti-PF4-heparin antibody is necessary, but is not sufficient to make the diagnosis since antibody formation occurs in a variety of clinical settings without the development of thrombocytopenia or thrombosis. Once HIT is suspected or confirmed, all forms of heparin should be discontinued and an alternative form of anticoagulation should be administered until the platelet count recovers. Treatment options include intravenous administration of argatroban, lepirudin, and bivalirudin; subcutaneous administration of fondaparinux has also been described. Warfarin therapy, if indicated, should be avoided until platelet recovery. Re-exposure to heparin can be avoided by use of alternative anticoagulants for most circumstances. Heparin-induced thrombocytopenia (HIT) has been the focus of increasing attention over the past 15-20 years. As interventions for HIT are developed, there is a need to accurately diagnose the condition, which can be challenging especially in severely ill patients.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Die Übersicht behandelt Diagnose und Therapie der HIT, einer IgG-vermittelten Immunreaktion gegen Plättchenfaktor-4-Heparin-Komplexe mit Thrombozytenaktivierung und Thrombozytopenie ab dem 4.–5. Tag nach Heparinexposition; die Aktivierung kann zu arterieller Thrombose führen, häufiger tragen Thrombozyten-Mikropartikel zu venöser Thrombose bei. Klinische Kriterien wie ein Thrombozytenabfall um 50 % sind diagnostisch wegweisend; der Antikörpernachweis ist notwendig, aber nicht ausreichend. Bei Verdacht sollen alle Heparine abgesetzt und alternativ intravenös Argatroban, Lepirudin oder Bivalirudin gegeben werden (auch subkutanes Fondaparinux ist beschrieben); Warfarin erst nach Thrombozytenerholung.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Review konzentriert sich auf Diagnose und Management der HIT, beschreibt die Immunantwort auf Thrombozytenfaktor-4-Heparin-Komplexe, den typischerweise an Tag 4–5 beginnenden Thrombozytenabfall um 50 %, das Überwiegen venöser Thrombosen, diagnostische Kriterien, die klinische und laborchemische Befunde kombinieren, sowie die Behandlung, die das Absetzen sämtlichen Heparins mit alternativer Antikoagulation erfordert. Das Abstract benennt Lepirudin explizit unter den intravenösen Behandlungsoptionen neben Argatroban und Bivalirudin, wobei auch subkutanes Fondaparinux beschrieben wird. Das Abstract identifiziert Lepirudin als anerkannte Behandlungsoption für HIT, obwohl das Abstract selbst Lepirudin nicht als von Hirudin abgeleitet charakterisiert oder Blutegel erwähnt. Lepirudin wird lediglich als eine von mehreren Optionen erwähnt, ohne Angaben zur Lepirudin-spezifischen Pharmakologie, Dosierung oder zu Outcomes, und ohne Diskussion von Blutegeln oder des breiteren Sekretoms.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:
Zitation
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