Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Heparin-induzierte Thrombozytopenie mit akuter Aorten- und Nierenthrombose bei einem Patienten unter niedermolekularem Heparin

Heparin-induced thrombocytopenia with acute aortic and renal thrombosis in a patient treated with low-molecular-weight heparin

Fallbericht in der Zeitschrift Eur J Vasc Endovasc Surg (2005)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: FallberichtArzneimittelentwicklungKlinische LiteraturChevalier J et al. · European journal of vascular and endovascular surgery, 2005

Abstract

Heparin-induced thrombocytopenia is a rare but serious complication of heparin therapy. Most of cases are related to unfractionated heparin, but a few are due to low molecular weight heparin sometimes associated with unfractionated heparin. A patient with pulmonary contusions after chest injury developed a catheter related subclavian vein thrombosis on day 16. He was treated by increasing doses of low molecular weight heparin. Aortic and renal thromboses occurred on day 21. Surgical thrombectomy, performed after starting alternative anticoagulation treatment led to complete arterial recovery. In case of suspicion of heparin-induced thrombocytopenia, with unfractionated or low-molecular-weight heparin, heparin treatment must be discontinued before the results of biological tests become available. Arterial and/or venous thrombosis is a serious complication of heparin-induced thrombocytopenia. The treatment has two aims: first, to restore arterial patency by clot removal by thrombectomy, bypass or thrombolysis, and second, to avoid new thrombosis formation by substitutive anticoagulation treatment: danaparoid may have cross-reaction with heparin, or lepirudin has anaphylactic risks and needs biological follow-up. Heparin-induced thrombocytopenia and thrombosis can be complicated by death or disabilities such as amputations, stroke, renal or bowel infarction. Once HIT has been diagnosed heparin should never be given again, but if cardiopulmonary bypass is required, it might be reintroduced during operation only if serum antibodies have disappeared.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypCase ReportsJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAcute DiseaseAdultAnticoagulantsAorta, AbdominalHeparin, Low-Molecular-WeightHumansMaleRenal Artery ObstructionThrombocytopeniaThrombosis

Zusammenfassung

Ein Patient mit Lungenkontusionen entwickelte am Tag 16 eine Katheter-assoziierte Thrombose der Vena subclavia und wurde mit steigenden Dosen niedermolekularen Heparins behandelt. Am Tag 21 traten Aorten- und Nierenthrombosen auf; nach Beginn einer alternativen Antikoagulation führte eine chirurgische Thrombektomie zur vollständigen arteriellen Erholung. Die Autoren betonen, dass bei Verdacht auf Heparin-induzierte Thrombozytopenie Heparin bereits vor Vorliegen der Laborergebnisse abgesetzt werden muss. Danaparoid kann mit Heparin kreuzreagieren; Lepirudin birgt anaphylaktische Risiken und erfordert ein biologisches Monitoring.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Dieser Fallbericht beschreibt eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT), kompliziert durch akute Aorten- und Nierenthrombose bei einem Trauma-Patienten unter niedermolekularem Heparin, behandelt durch chirurgische Thrombektomie und alternative Antikoagulation. Das Abstract benennt ausdrücklich Lepirudin – rekombinantes Hirudin, gewonnen aus dem medizinischen Blutegel Hirudo medicinalis – als alternative Antikoagulationsoption bei HIT und weist auf dessen Anaphylaxierisiko und die Notwendigkeit einer biologischen Überwachung hin. Dies veranschaulicht einen klinisch bedeutsamen Kontext, in dem ein aus dem Blutegelsekretom stammendes Antikoagulans als anerkannte therapeutische Alternative dient, wenn Heparin aufgrund lebensbedrohlicher thrombotischer Komplikationen kontraindiziert ist. Die ehrliche Einschränkung besteht darin, dass es sich um einen einzelnen Fallbericht handelt, der Behandlungsoptionen dokumentiert, nicht um eine Wirksamkeitsstudie zu Lepirudin oder anderen Hirudin-basierten Therapien; das Abstract erwähnt Lepirudin nur als eine Option neben ihren Risiken.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Chevalier J, Ducasse E, Dasnoy D, Puppinck P. Heparin-induced thrombocytopenia with acute aortic and renal thrombosis in a patient treated with low-molecular-weight heparin. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2005;29(2):209-212. doi:10.1016/j.ejvs.2004.09.014. PMID: 15649731

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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