Erstmalige Isolierung eines Riesenvirus aus wilden Hirudo medicinalis-Blutegeln: Isolierung von Mimiviridae in Hirudo medicinalis
First isolation of a giant virus from wild Hirudo medicinalis leech: Mimiviridae isolation in Hirudo medicinalis
Virologische Grundlagenstudie in der Zeitschrift Viruses (2013)
Abstract
Giant viruses and amoebae are common in freshwater, where they can coexist with other living multicellular organisms. We screened leeches from the species Hirudo medicinalis for giant viruses. We analyzed five H. medicinalis obtained from Tunisia (3) and France (2). The leeches were decontaminated and then dissected to remove internal parts for co-culture with Acanthamoeba polyphaga. The genomes of isolated viruses were sequenced on a 454 Roche instrument, and a comparative genomics analysis was performed. One Mimivirus was isolated and the strain was named Hirudovirus. The genome assembly generated two scaffolds, which were 1,155,382 and 25,660 base pairs in length. Functional annotations were identified for 47% of the genes, which corresponds to 466 proteins. The presence of Mimividae in the same ecological niche as wild Hirudo may explain the presence of the mimivirus in the digestive tract of the leech, and several studies have already shown that viruses can persist in the digestive tracts of leeches fed contaminated blood. As leeches can be used medically and Mimiviruses have the potential to be an infectious agent in humans, patients treated with leeches should be surveyed to investigate a possible connection.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Fünf wilde Hirudo medicinalis (Tunesien, 3; Frankreich, 2) wurden auf Riesenviren untersucht; innere Teile wurden mit Acanthamoeba polyphaga kokultiviert, Virusgenome auf einem 454-Roche-Gerät sequenziert. Ein Mimivirus („Hirudovirus“) wurde isoliert; sein Genom bestand aus zwei Scaffolds (1 155 382 und 25 660 bp), 47 % der Gene (466 Proteine) wurden funktionell annotiert. Laut Autoren könnte die gemeinsame ökologische Nische das Virus im Verdauungstrakt der Blutegel erklären; sie empfehlen, mit Blutegeln behandelte Patienten zu überwachen, um einen möglichen Zusammenhang zu untersuchen.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese Studie screente fünf Blutegel der Art Hirudo medicinalis – drei aus Tunesien und zwei aus Frankreich – auf Riesenviren durch Co-Kultur innerer Gewebe mit Acanthamoeba polyphaga, was zur Isolierung eines Mimivirus-Stamms namens Hirudovirus mit einer Genomassemblierung aus zwei Scaffolds (1.155.382 und 25.660 Basenpaare) und 466 annotierten Proteinen führte. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Mimiviridae die ökologische Süßwasser-Nische der Blutegel teilen, dass Viren im Verdauungstrakt von Blutegeln persistieren können, und dass – angesichts des Potenzials von Mimivirus als humanpathogenem Infektionserreger – mit Blutegeln behandelte Patienten überwacht werden sollten, um einen möglichen Zusammenhang zu untersuchen. Caveat: Es handelt sich um eine einzelne Virusisolierung ohne vorgestellte klinische Infektionsdaten, und die pathogene Bedeutung bleibt spekulativ.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Boughalmi M, Pagnier I, Aherfi S, Colson P, Raoult D, La Scola B. First isolation of a giant virus from wild Hirudo medicinalis leech: Mimiviridae isolation in Hirudo medicinalis. Viruses. 2013;5(12):2920-2930. doi:10.3390/v5122920. PMID: 24287596
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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