Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Extrazelluläre Ca2+-Veränderungen bei Transmitterapplikation im Zentralnervensystem des Blutegels

Extracellular Ca2+ changes during transmitter application in the leech central nervous system

In-vitro-Studie in der Zeitschrift Neuroscience letters (1996)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Präklinisch (tierexperimentell)Genomik & ProteomikLohr C, Rose C, Deitmer J · Neuroscience letters, 1996

Abstract

Changes in extracellular Ca2+ concentration ([Ca2+]e) evoked by transmitters and transmitter agonists, respectively, and by elevation of bath K+ concentration were recorded in isolated segmental ganglia of the leech Hirudo medicinalis using Ca(2+)-selective microelectrodes. A 1-min bath application of kainate (10 microM), glutamate (1 mM), aspartate (1 mM), or carbachol (200 microM) decreased [Ca2+]e by up to 1 mM, whereas the inhibitory transmitters gamma-amino butyric acid (GABA, 100 microM) and serotonin (5-HT, 100 microM) did not change [Ca2+]e. The amplitude of the kainate-induced changes in [Ca2+]e increased with repetitive applications, and changes were blocked by 6-cyano-7-dinitroquinozaline-2,3-dione (CNQX). Elevation of bath K+ concentration from 4 to 40 mM led to a Ni(2+)-sensitive decrease in [Ca2+]e by 0.9 mM. Our results suggest that excitatory transmission in the leech central nervous system might be accompanied by substantial decreases in [Ca2+]e.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleResearch Support, Non-U.S. Gov't
Indexierte MeSH-BegriffeAnimalsCalciumCarbacholCentral Nervous SystemGangliaGlutamic AcidKainic AcidLeechesNeurotransmitter AgentsPotassium

Zusammenfassung

An isolierten Segmentalganglien von Hirudo medicinalis wurden mit Ca2+-selektiven Mikroelektroden Änderungen der extrazellulären Ca2+-Konzentration ([Ca2+]e) registriert. Bei 1-minütiger Badapplikation senkten Kainat (10 µmol/l), Glutamat (1 mmol/l), Aspartat (1 mmol/l) oder Carbachol (200 µmol/l) [Ca2+]e um bis zu 1 mmol/l; GABA (100 µmol/l) und Serotonin (100 µmol/l) blieben wirkungslos. Kainat-Effekte verstärkten sich bei Wiederholung, CNQX blockierte sie; Kaliumerhöhung auf 40 mmol/l senkte [Ca2+]e Ni2+-sensitiv um 0,9 mmol/l. Laut Autoren könnte erregende Übertragung im Blutegel-ZNS mit deutlichen [Ca2+]e-Abnahmen einhergehen.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie verwendete Ca2+-selektive Mikroelektroden, um Veränderungen der extrazellulären Kalziumkonzentration in isolierten Segmentalganglien von Hirudo medicinalis während Badapplikation von Neurotransmittern und Agonisten aufzuzeichnen, und fand, dass exzitatorische Transmitter (Kainat, Glutamat, Aspartat, Carbachol) das extrazelluläre Ca2+ um bis zu 1 mM senkten, während inhibitorische Transmitter (GABA, Serotonin) dies nicht taten. Die Arbeit trägt zum grundlegenden neurophysiologischen Verständnis des medizinischen Blutegels, der primären in der Hirudotherapie eingesetzten Spezies, bei und beleuchtet grundlegende zelluläre Signalmechanismen dieses Organismus. Allerdings handelt es sich um eine In-vitro-Studie an isolierten Ganglien, die weder Blutegeltherapie, Speichelsekretom noch irgendeine klinische Anwendung untersucht; ihre Relevanz für die Hirudotherapie ist indirekt und beschränkt sich auf grundlegende Blutegel-Neurobiologie.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Lohr C, Rose CR, Deitmer JW. Extracellular Ca2+ changes during transmitter application in the leech central nervous system. Neurosci Lett. 1996;205(1):57-60. doi:10.1016/0304-3940(96)12371-5. PMID: 8867020

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 18. März 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026

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