Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Direkte Thrombininhibitoren zur Behandlung der heparininduzierten Thrombozytopenie bei Patientinnen und Patienten unter Nierenersatztherapie: Vergleich klinischer Ergebnisse

Direct thrombin inhibitors for management of heparin-induced thrombocytopenia in patients receiving renal replacement therapy: comparison of clinical outcomes

Retrospektive Studie in der Zeitschrift American journal of health-system pharmacy : AJHP : official journal of the American Society of Health-System Pharmacists (2012)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: BeobachtungsstudieKlinische LiteraturArzneimittelentwicklungAbel et al. · American journal of health-system pharmacy : AJHP : official journal of the American Society of Health-System Pharmacists, 2012

Abstract

PURPOSE: The clinical outcomes of patients receiving renal replacement therapy (RRT) and treated with direct thrombin inhibitors (DTIs) for the management of heparin-induced thrombocytopenia (HIT) were compared. METHODS: A retrospective evaluation of clinical outcomes of patients receiving RRT with a presumed diagnosis of HIT treated with lepirudin, argatroban, or bivalirudin was conducted. Inpatients at the University of Pittsburgh Medical Center from January 1, 1995, through March 1, 2008, were included if they were receiving either continuous or intermittent RRT and argatroban, bivalirudin, or lepirudin; were exposed to heparin within the preceding 100 days (including a heparin-treated pulmonary artery catheter) or had a documented heparin allergy; and had at least one of following: (1) an absolute platelet count of <150,000 cells/μL, (2) a decline in platelets of >50% from baseline before exposure to heparin, or (3) a documented diagnosis of thrombocytopenia. The primary outcome assessed was a triple composite endpoint of thrombosis, hemorrhage, and inhospital mortality. A secondary assessment compared the pharmacodynamic relationship between activated partial thromboplastin time and the triple composite. RESULTS: For the primary endpoint, there was no statistically significant difference observed among DTIs. In patients receiving RRT, a lack of a previous heparin allergy, the degree of International Normalized Ratio elevation, and lower serum albumin were significantly correlated with increased morbidity and the occurrence of the composite endpoint. CONCLUSION: No differences in adverse events or other clinical outcomes were observed in this retrospective evaluation of DTI use in patients receiving RRT with presumed HIT.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypComparative StudyJournal ArticleResearch Support, Non-U.S. Gov't
Indexierte MeSH-BegriffeAdultAgedAnticoagulantsAntithrombinsArginineFemaleHeparinHirudinsHumansInternational Normalized RatioMaleMiddle AgedPeptide FragmentsPipecolic AcidsPlatelet CountRecombinant ProteinsRenal Replacement TherapyRetrospective StudiesSerum AlbuminSulfonamidesThrombocytopenia

Zusammenfassung

In einer retrospektiven Auswertung am University of Pittsburgh Medical Center (Januar 1995 bis März 2008) wurden klinische Ergebnisse von Patientinnen und Patienten mit Nierenersatztherapie und vermuteter heparininduzierter Thrombozytopenie unter Lepirudin, Argatroban oder Bivalirudin verglichen. Für den zusammengesetzten Endpunkt aus Thrombose, Blutung und Krankenhausmortalität zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den direkten Thrombininhibitoren. Fehlende Heparinallergie, höherer INR und niedrigere Serumalbuminwerte korrelierten signifikant mit erhöhter Morbidität. Die Autoren beobachteten keine Unterschiede bei unerwünschten Ereignissen oder anderen klinischen Ergebnissen.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese retrospektive Studie verglich klinische Ergebnisse bei Patienten unter Nierenersatztherapie, die mit direkten Thrombininhibitoren – Lepirudin, Argatroban oder Bivalirudin – bei vermuteter Heparin-induzierter Thrombozytopenie behandelt wurden, und fand keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Wirkstoffen hinsichtlich eines zusammengesetzten Endpunkts aus Thrombose, Blutung und Krankenhausmortalität. Die Studie ist unmittelbar relevant für die Hirudotherapie, da Lepirudin rekombinantes Hirudin ist, das aus Hirudo medicinalis (dem medizinischen Blutegel) gewonnen wird, und die Untersuchung, wie dieses aus dem Egelsekretom stammende Antikoagulans bei nierengeschädigten Patienten abschneidet, sowohl die klinische Praxis als auch das Verständnis Hirudin-basierter Therapeutika informiert. Eine wichtige Einschränkung ist, dass es sich um eine retrospektive Einzelzentrumsauswertung handelt, was die Generalisierbarkeit einschränkt und keine definitiven Wirksamkeits- oder Sicherheitsunterschiede zwischen den untersuchten Wirkstoffen belegen kann.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Abel EE, Kane-Gill SL, Seybert AL, Kellum JA. Direct thrombin inhibitors for management of heparin-induced thrombocytopenia in patients receiving renal replacement therapy: comparison of clinical outcomes. Am J Health Syst Pharm. 2012;69(18):1559-1567. doi:10.2146/ajhp110540. PMID: 22935938

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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