Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Monitoring von Argatroban und Lepirudin: Was leisten Laborwerte im Alltag?

Monitoring of Argatroban and Lepirudin: What is the Input of Laboratory Values in Real Life?

Vergleichende Laborstudie in der Zeitschrift Clinical and applied thrombosis/hemostasis (2017)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtArzneimittelentwicklungSeidel H et al. · Clinical and applied thrombosis/hemostasis, 2018

Abstract

Monitoring of direct thrombin inhibitors (DTIs) in patients with heparin-induced thrombocytopenia (HIT) is primarily performed using the activated partial thromboplastin time (aPTT). This assay is poorly standardized, reagent dependent, and not DTI specific. We compared aPTT, thrombin time (TT), and prothrombin time (PT) to drug levels obtained by the ecarin chromogenic assay (ECA). We analyzed 495 samples of patients with confirmed or suspected HIT on treatment with either argatroban (n = 37) or lepirudin (n = 80). Mean DTI levels ± standard deviation (SD) were 0.41 ± 0.36 µg/mL for argatroban and 0.20 ± 0.21 µg/mL for lepirudin. Results of aPTT were highly variable: 67 ± 22 seconds for argatroban and 55 ± 20 seconds for lepirudin. Significant correlations ( P < .01) were found between ECA-based DTI level and TT (argatroban, r = .820 and lepirudin, r = .830), PT (argatroban, r = -.544), and aPTT (lepirudin, r = .572). However, there was no correlation of aPTT with argatroban or PT with lepirudin concentration. Multiple regression analyses revealed that the TT predicted 54% of argatroban and 42% of lepirudin levels, but no significant impact was seen for PT or aPTT. The aPTT-guided monitoring of DTI therapy leads to a high percentage of patients with inaccurate plasma levels, hence resulting to either undertreatment or overtreatment. Knowledge of baseline values prior to DTI therapy and inclusion of clinical settings are essential for dosing DTIs when using aPTT. However, due to several limitations of aPTT, monitoring according to exact plasma concentrations as obtained by specific tests such as ECA may be more appropriate.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAntithrombinsArginineBlood Coagulation TestsDrug MonitoringHeparinHirudinsHumansPartial Thromboplastin TimePipecolic AcidsProthrombin TimeRecombinant ProteinsSulfonamidesThrombin TimeThrombocytopenia

Zusammenfassung

Ausgewertet wurden 495 Proben von Patienten mit bestätigter oder vermuteter Heparin-induzierter Thrombozytopenie unter Argatroban (n = 37) oder Lepirudin (n = 80). Im Ecarin-Chromogen-Assay (ECA) lagen die mittleren Spiegel bei 0,41 ± 0,36 µg/ml (Argatroban) und 0,20 ± 0,21 µg/ml (Lepirudin). Die Thrombinzeit korrelierte mit dem ECA-Spiegel (Argatroban r = 0,820; Lepirudin r = 0,830) und sagte 54 % der Argatroban- bzw. 42 % der Lepirudin-Spiegel voraus. Laut den Autoren führt aPTT-gesteuertes Monitoring häufig zu Unter- oder Überbehandlung.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie verglich aPTT, Thrombinzeit (TT) und Prothrombinzeit (PT) mit auf dem Ecarin-chromogenen Assay (ECA) basierenden Wirkstoffspiegeln in 495 Proben von Patienten mit bestätigter oder vermuteter HIT, die mit Argatroban (n=37) oder Lepirudin (n=80) behandelt wurden. Die Autoren stellten fest, dass die aPTT schlecht mit der Lepirudin-Plasmakonzentration korrelierte (r=.572) und dass die TT nur 42 % der Lepirudin-Spiegel vorhersagte, und schlussfolgerten, dass eine aPTT-gesteuerte Überwachung zu ungenauen Plasmaspiegeln führt und dass eine ECA-basierte Konzentrationsüberwachung möglicherweise angemessener ist. Die Studie betrifft die Laborüberwachung direkter Thrombininhibitoren. Das Abstract beschreibt weder den Ursprung von Lepirudin noch dessen Beziehung zu aus dem Blutegel gewonnenem Hirudin. Lepirudin ist ein rekombinantes Derivat von Hirudin, dem Antikoagulans des medizinischen Blutegels (Greinacher, 2004); diese Arbeit untersucht das Arzneimittel, nicht die Blutegeltherapie.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Seidel H, Kolde HJ. Monitoring of Argatroban and Lepirudin: What is the Input of Laboratory Values in Real Life? Clin Appl Thromb Hemost. 2018;24(2):287-294. doi:10.1177/1076029617699087. PMID: 28320219

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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