Tyrosin-O-Sulfatierung ist ein weit verbreiteter Affinitätsverstärker unter Thrombin-Interaktoren
Tyrosine-O-sulfation is a widespread affinity enhancer among thrombin interactors
Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Biochemical Society Transactions (2022)
Abstract
Tyrosine-O-sulfation is a common post-translational modification (PTM) of proteins following the cellular secretory pathway. First described in human fibrinogen, tyrosine-O-sulfation has long been associated with the modulation of protein-protein interactions in several physiological processes. A number of relevant interactions for hemostasis are largely dictated by this PTM, many of which involving the serine proteinase thrombin (FIIa), a central player in the blood-clotting cascade. Tyrosine sulfation is not limited to endogenous FIIa ligands and has also been found in hirudin, a well-known and potent thrombin inhibitor from the medicinal leech, Hirudo medicinalis. The discovery of hirudin led to successful clinical application of analogs of leech-inspired molecules, but also unveiled several other natural thrombin-directed anticoagulant molecules, many of which undergo tyrosine-O-sulfation. The presence of this PTM has been shown to enhance the anticoagulant properties of these peptides from a range of blood-feeding organisms, including ticks, mosquitos and flies. Interestingly, some of these molecules display mechanisms of action that mimic those of thrombin's bona fide substrates.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Die Übersichtsarbeit beleuchtet die Tyrosin-O-Sulfatierung, eine häufige posttranslationale Modifikation sekretorischer Proteine, die Protein-Protein-Interaktionen moduliert, darunter viele hämostaserelevante Bindungen der Serinproteinase Thrombin (FIIa). Auch Hirudin, der potente Thrombininhibitor des medizinischen Blutegels (Hirudo medicinalis), ist sulfatiert; dessen Entdeckung führte zu klinisch erfolgreichen Analoga und deckte weitere natürliche, thrombingerichtete Antikoagulanzien auf. Bei Peptiden blutsaugender Organismen (Zecken, Mücken, Fliegen) verstärkt die Sulfatierung nachweislich die antikoagulatorische Wirkung; manche ahmen die Wirkmechanismen echter Thrombinsubstrate nach.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Artikel erörtert die Tyrosin-O-Sulfatierung als posttranslationale Modifikation, die mit der Modulation von Protein-Protein-Wechselwirkungen in mehreren physiologischen Prozessen, einschließlich der Hämostase, verbunden ist, mit besonderer Berücksichtigung Thrombin-gerichteter Antikoagulanzien. Es wird festgestellt, dass Hirudin, ein potenter Thrombininhibitor aus Hirudo medicinalis, einer Tyrosin-O-Sulfatierung unterliegt, und dass die Entdeckung von Hirudin zur klinischen Anwendung von Analogpräparaten, die durch den Blutegel inspiriert sind, führte. Das Abstract stellt fest, dass nachgewiesen wurde, dass die Tyrosin-O-Sulfatierung die antikoagulatorischen Eigenschaften von Peptiden aus Zecken, Stechmücken und Fliegen verstärkt, und dass einige dieser Moleküle die Substrate von Thrombin nachahmen. Das Abstract schreibt eine verstärkte Wirksamkeit nicht explizit dem sulfatierten Hirudin selbst zu und spezifiziert das Studiendesign nicht.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Ripoll-Rozada J, Maxwell JWC, Payne RJ, Barbosa Pereira PJ. Tyrosine-O-sulfation is a widespread affinity enhancer among thrombin interactors. Biochem Soc Trans. 2022;50(1):387-401. doi:10.1042/BST20210600. PMID: 34994377
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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