Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Prävention infektiöser Komplikationen nach Blutegeltherapie: Hält die Praxis mit der aktuellen Forschung Schritt?

Preventing infective complications following leech therapy: is practice keeping pace with current research?

Umfragestudie in der Zeitschrift Microsurgery (2009)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtSicherheit & InfektionskontrolleWhitaker IS, Kamya C, Azzopardi EA, Graf J, Kon M, Lineaweaver WC · Microsurgery, 2009

Abstract

BACKGROUND: Despite several publications strongly advocating prophylactic antibiotics during leech therapy, and recent primary articles shedding new light on the microbiota of leeches, many units either do not use antibiotic prophylaxis, or are continuing to use ineffective agents. METHODS: A 5-year follow-up of plastic surgery units in the United Kingdom and the Republic of Ireland was conducted in 2007 to ascertain current practice regarding the use of prophylactic antibiotics with leech therapy. A comprehensive literature search investigated primary research articles regarding the microbiota of leeches to update the reconstructive surgery community. RESULTS: Despite published evidence to support the use of prophylactic antibiotics during leech therapy, 24% of units do not use antibiotic prophylaxis and 57% of those using antibiotics are using potentially ineffective agents. Advanced molecular genetic techniques, which allow accurate characterization of both culturable and non-culturable microbiota of the leech digestive tract, show a wider diversity than at first thought, with variable antibiotic resistance profiles. CONCLUSIONS: Despite infection due to leech therapy being a well known and relatively common complication, many units are not using appropriate antibiotic prophylaxis.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleResearch Support, U.S. Gov't, Non-P.H.S.
Indexierte MeSH-BegriffeAeromonasAnimalsAntibiotic ProphylaxisGram-Negative Bacterial InfectionsHumansIrelandLeechesLeechingPlastic Surgery ProceduresUnited Kingdom

Zusammenfassung

Zum Stand der Antibiotikaprophylaxe bei der Blutegeltherapie befragten die Autoren 2007 die plastisch-chirurgischen Einheiten im Vereinigten Königreich und in der Republik Irland (Fünf-Jahres-Follow-up) und ergänzten eine Literaturrecherche zur Mikrobiota der Blutegel. Trotz publizierter Evidenz nutzten 24 % der Einheiten keine Prophylaxe, und 57 % der Antibiotika verwendenden Einheiten setzten potenziell unwirksame Substanzen ein. Molekulargenetische Methoden zeigen eine größere Diversität der Mikrobiota des Blutegelverdauungstrakts als angenommen, mit variablen Resistenzen. Viele Einheiten, so die Autoren, verwenden weiterhin keine geeignete Prophylaxe.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie berichtet über eine im Jahr 2007 durchgeführte Fünf-Jahres-Nachbeobachtung von plastisch-chirurgischen Abteilungen im Vereinigten Königreich und der Republik Irland hinsichtlich der prophylaktischen Antibiotikaanwendung während der Blutegeltherapie, kombiniert mit einer Literaturrecherche zur Mikrobiota von Blutegeln. Die Umfrage ergab, dass 24 % der Abteilungen keine Antibiotikaprophylaxe verwenden und 57 % derjenigen, die Antibiotika anwenden, potenziell unwirksame Substanzen einsetzen. Die Literaturrecherche, die feststellt, dass moderne molekulargenetische Techniken eine größere mikrobielle Diversität im Verdauungstrakt von Blutegeln aufzeigen als bisher angenommen, ergab variable Antibiotikaresistenzprofile. Die Autoren schlussfolgern, dass viele Abteilungen trotz der bekannten Infektionsrisiken im Zusammenhang mit der Blutegeltherapie keine angemessene Antibiotikaprophylaxe anwenden. Diese Befunde sind relevant für die Praxis der Hirudotherapie und dokumentieren die Diskrepanz zwischen publizierter Evidenz zur Prophylaxe und der tatsächlichen klinischen Praxis in diesen Regionen.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Whitaker IS, Kamya C, Azzopardi EA, Graf J, Kon M, Lineaweaver WC. Preventing infective complications following leech therapy: is practice keeping pace with current research? Microsurgery. 2009;29(8):619-625. doi:10.1002/micr.20666. PMID: 19399888

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 26. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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