Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Neue Erkenntnisse zu den molekularen Mechanismen der heparininduzierten Thrombozytopenie Typ II und zu therapeutischen Zielstrukturen

Novel Knowledge about Molecular Mechanisms of Heparin-Induced Thrombocytopenia Type II and Treatment Targets

Narrative Übersichtsarbeit in der Zeitschrift International journal of molecular sciences (2023)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Narratives ReviewArzneimittelentwicklungMongirdienė A et al. · International journal of molecular sciences, 2023

Abstract

Heparin-induced thrombocytopenia type II (HIT II), as stated in the literature, occurs in about 3% of all patients and in 0.1-5% of surgical patients. Thrombosis develops in 20-64% of patients with HIT. The mortality rate in HIT II has not decreased using non-heparin treatment with anticoagulants such as argatroban and lepirudin. An improved understanding of the pathophysiology of HIT may help identify targeted therapies to prevent thrombosis without subjecting patients to the risk of intense anticoagulation. The review will summarize the current knowledge about the pathogenesis of HIT II, potential new therapeutic targets related to it, and new treatments being developed. HIT II pathogenesis involves multi-step immune-mediated pathways dependent on the ratio of PF4/heparin and platelet, monocyte, neutrophil, and endothelium activation. For years, only platelets were known to take part in HIT II development. A few years ago, specific receptors and signal-induced pathways in monocytes, neutrophils and endothelium were revealed. It had been shown that the cells that had become active realised different newly formed compounds (platelet-released TF, TNFα, NAP2, CXCL-7, ENA-78, platelet-derived microparticles; monocytes-TF-MPs; neutrophils-NETs), leading to additional cell activation and consequently thrombin generation, resulting in thrombosis. Knowledge about FcγIIa receptors on platelets, monocytes, neutrophils and FcγIIIa on endothelium, chemokine (CXCR-2), and PSGL-1 receptors on neutrophils could allow for the development of a new non-anticoagulant treatment for HIT II. IgG degradation, Syk kinase and NETosis inhibition are in the field of developing new treatment possibilities too. Accordingly, IdeS and DNases-related pathways should be investigated for better understanding of HIT pathogenesis and the possibilities of being the HIT II treatment targets.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleReview
Indexierte MeSH-BegriffeHumansCell-Derived MicroparticlesThrombocytopeniaHeparinAnticoagulantsThrombosisCarrier ProteinsPlatelet Factor 4

Zusammenfassung

Die Übersichtsarbeit fasst Pathogenese und neue Therapieansätze der heparininduzierten Thrombozytopenie (HIT) Typ II zusammen, die laut Literatur etwa 3 % aller Patienten und 0,1–5 % der chirurgischen Patienten betrifft; Thrombosen entwickeln sich bei 20–64 % der Betroffenen. Die Mortalität sank unter Nicht-Heparin-Antikoagulanzien wie Argatroban und Lepirudin nicht. Beschrieben werden mehrstufige immunvermittelte Wege abhängig vom PF4/Heparin-Verhältnis mit Aktivierung von Thrombozyten, Monozyten, Neutrophilen und Endothel; FcγIIa-, FcγIIIa-, CXCR-2- und PSGL-1-Rezeptoren, IgG-Abbau, Syk-Kinase- und NETose-Hemmung, IdeS und DNasen werden als Zielstrukturen erörtert.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Übersichtsarbeit fasst den aktuellen Wissensstand zur Pathogenese der Heparin-induzierten Thrombozytopenie Typ II (HIT II) sowie zu neuartigen therapeutischen Zielstrukturen zusammen und berichtet, dass HIT II bei etwa 3 % aller Patienten auftritt und dass sich bei 20–64 % der betroffenen Patienten eine Thrombose entwickelt. Die Autoren stellen fest, dass die Mortalität der HIT II trotz Behandlung mit Nicht-Heparin-Antikoagulanzien, einschließlich Lepirudin – einer rekombinanten Form von Hirudin, die ursprünglich aus dem Sekretom des medizinischen Blutegels gewonnen wurde –, nicht gesenkt werden konnte, was sowohl die etablierte Rolle egelbasierter Antikoagulanzien bei der Behandlung dieser schwerwiegenden thrombotischen Komplikation als auch die Grenzen selbst einer auf Hirudin basierenden Therapie verdeutlicht. Die Übersichtsarbeit beschreibt mehrstufige immunvermittelte Mechanismen unter Beteiligung von Thrombozyten, Monozyten, Neutrophilen und Endothel und diskutiert potenzielle nicht-antikoagulatorische Zielstrukturen wie Fcγ-Rezeptoren, Syk-Kinase und NETose-Signalwege. Allerdings handelt es sich um eine narrative Übersichtsarbeit, die bestehende Literatur zusammenfasst, und nicht um Originalforschung; ihre Beobachtungen zu Lepirudin-Ergebnissen spiegeln die Summe früherer Studien wider und nicht neue Studiendaten.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Mongirdienė A, Liuizė A, Kašauskas A. Novel Knowledge about Molecular Mechanisms of Heparin-Induced Thrombocytopenia Type II and Treatment Targets. Int J Mol Sci. 2023;24(9):8217. doi:10.3390/ijms24098217. PMID: 37175923

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

Verwandter klinischer Kontext

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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