Bivalirudin-Anwendung bei einem Säugling mit persistierender Gerinnselbildung unter unfraktioniertem Heparin
Bivalirudin use in an infant with persistent clotting on unfractionated heparin
Fallbericht in der Zeitschrift Journal of Pediatric Pharmacology and Therapeutics (2011)
Abstract
Bivalirudin is a direct thrombin inhibitor approved for use in adult patients with heparin-induced thrombocytopenia (HIT) undergoing percutaneous coronary intervention. Recently, its use in the pediatric population has increased due to its anti-thrombin-independent mechanism of action. As heparin products produce great inter- and intraindividual variability in pediatric patients, often due to decreased anti-thrombin concentrations in the first year of life, some practitioners have turned to direct thrombin inhibitors, such as bivalirudin, for more predictable pharmacokinetics and effects on bound and circulating thrombin. We report our experience using bivalirudin in a 2-month-old female with recurrent systemic thrombi despite continuous unfractionated heparin infusion. Due to the patient's inability to maintain therapeutic activated partial thromboplastin time (aPTT) values during heparin infusion, bivalirudin was initiated at 0.1 mg/kg/h and increased due to subtherapeutic aPTTs to a maximum of 0.58 mg/kg/h. Therapeutic aPTTs were achieved at the increased dose; however, the patient's worsening renal impairment with resultant drug accumulation and overwhelming sepsis on day 5 of therapy led to discontinuation of the infusion and the initiation of comfort measures.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Der Fallbericht beschreibt den Einsatz des direkten Thrombininhibitors Bivalirudin, dessen Anwendung im Kindesalter wegen seines antithrombinunabhängigen Wirkmechanismus zunimmt. Vorgestellt wird ein zweimonatiges Mädchen mit rezidivierenden systemischen Thromben trotz kontinuierlicher Infusion von unfraktioniertem Heparin; therapeutische aPTT-Werte ließen sich darunter nicht aufrechterhalten. Bivalirudin wurde mit 0,1 mg/kg/h begonnen und wegen subtherapeutischer aPTT-Werte bis auf maximal 0,58 mg/kg/h gesteigert, wodurch therapeutische Werte erreicht wurden. Zunehmende Nierenfunktionseinschränkung mit Wirkstoffakkumulation und eine fulminante Sepsis am Tag 5 führten zum Therapieabbruch und zu palliativen Maßnahmen.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Fallbericht beschreibt den Einsatz von Bivalirudin bei einem zwei Monate alten weiblichen Säugling mit rezidivierenden systemischen Thromben trotz kontinuierlicher Infusion von unfraktioniertem Heparin. Es wird berichtet, dass nach Dosissteigerung therapeutische aPTT-Werte erreicht wurden, eine zunehmende Nierenfunktionsstörung mit Arzneimittelkumulation und eine fulminante Sepsis jedoch an Tag 5 zum Therapieabbruch und zur Einleitung palliativer Komfortmaßnahmen führten. Bivalirudin (ehemals Hirulog) ist ein synthetisches Peptid-Antikoagulans, das teilweise auf der C-terminalen Sequenz von Hirudin, dem Antikoagulans des medizinischen Blutegels, basiert (Maraganore et al., 1990); dieser Fallbericht untersucht das Arzneimittel, nicht die Blutegeltherapie. Die Limitationen sind diejenigen eines Fallberichts: ein einzelner schwerkranker Säugling, keine Blutegeltherapie und keine Rückschlüsse auf Ergebnisse der Hirudotherapie.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Malloy KM, McCabe TA, Kuhn RJ. Bivalirudin use in an infant with persistent clotting on unfractionated heparin. J Pediatr Pharmacol Ther. 2011;16(2):108-112. doi:10.5863/1551-6776-16.2.108. PMID: 22477834
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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