Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Hemmung der Gerinnungsaktivierung und Entzündung durch einen neuartigen, aus dem Regenwurm Eisenia andrei synthetisierten Faktor-Xa-Inhibitor

Inhibition of coagulation activation and inflammation by a novel Factor Xa inhibitor synthesized from the earthworm Eisenia andrei

Biochemische Vergleichsstudie in der Zeitschrift Biological & Pharmaceutical Bulletin (2009)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtArzneimittelentwicklungSpeichel-PharmakologieJoo SS et al. · Biological & pharmaceutical bulletin, 2009

Abstract

We have cloned an earthworm-derived Factor Xa (FXa) inhibitor, with an excellent inhibitory specificity from the midgut of the Eisenia andrei. We designate this inhibitor eisenstasin. An eisenstasin-derived small peptide (ESP) was synthesized and we examined whether ESP played an essential role in FXa inhibition. Compared to antistasin-derived small peptides (ASP) originating from leech, ESP primarily exhibited a high level of FXa inhibition in chromogenic peptide substrate assays and revealed an approximately 2-fold greater inhibition of FXa cleavage of a target protein than ASP. This suggests that ESP could be an effective anti-coagulant that targets FXa during the propagation step of coagulation. ESP also inhibited proteinase-activated receptor 2-mediated FXa activation, which may trigger endothelial inflammation. Endothelial nitric oxide (NO) was significantly reduced by ESP (p<0.0001), indicating that protease-activated receptor-2 (PAR-2) was effectively inactivated. We also found that ESP reduced the expressions of pro-inflammatory cytokines (IL-1alpha, IL-1beta, IL-8, IL-16, MCP-1, MIP-1alpha and MIP-1beta) by cultured cells treated with both ESP and FXa. Our results provide the first evidence that ESP might interrupt coagulation cascades by inhibiting FXa, and thereby may effectively control the bidirectional alternation between coagulation and inflammation.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleResearch Support, Non-U.S. Gov't
Indexierte MeSH-BegriffeAnimalsAnti-Inflammatory Agents, Non-SteroidalAnticoagulantsAntineoplastic AgentsBlotting, WesternCell LineCytokinesDrug Screening Assays, AntitumorExtracellular Signal-Regulated MAP KinasesFactor XaFactor Xa InhibitorsHumansInvertebrate HormonesNitric OxideOligochaetaPhosphorylationReceptor, PAR-1

Zusammenfassung

Aus dem Mitteldarm von Eisenia andrei wurde der Faktor-Xa-Inhibitor Eisenstasin kloniert und das daraus abgeleitete Peptid ESP synthetisiert. In chromogenen Substratassays zeigte ESP eine hohe FXa-Hemmung; die Spaltung eines Zielproteins wurde etwa 2-fach stärker inhibiert als durch das Blutegel-Antistasin-Peptid ASP. ESP reduzierte zudem das endotheliale NO signifikant (p < 0,0001), was auf eine Inaktivierung von PAR-2 hindeutet, und senkte die Expression proinflammatorischer Zytokine. Die Autoren folgern, dass ESP Gerinnungskaskaden unterbrechen und die Wechselwirkung zwischen Gerinnung und Entzündung kontrollieren könnte.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie klonierte einen Faktor-Xa-(FXa)-Inhibitor namens Eisenstasin aus dem Regenwurm Eisenia andrei und synthetisierte ein davon abgeleitetes kleines Peptid (ESP). ESP zeigte in chromogenen Substratassays eine höhere FXa-Hemmung als kleine Peptide des aus Blutegeln stammenden Antistasins (ASP) und eine stärkere Hemmung der FXa-Spaltung eines Zielproteins. ESP hemmte zudem die PAR-2-vermittelte FXa-Aktivierung, reduzierte das endotheliale Stickstoffmonoxid (p<0,0001) und verringerte die Expression mehrerer pro-inflammatorischer Zytokine in der Zellkultur. Die Studie ist jedoch In-vitro und bezieht über den ASP-Vergleich hinaus keine Blutegel oder von Blutegeln stammenden Materialien ein.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Joo SS, Won TJ, Kim JS, Yoo YM, Tak ES, Park SY, et al. Inhibition of coagulation activation and inflammation by a novel Factor Xa inhibitor synthesized from the earthworm Eisenia andrei. Biol Pharm Bull. 2009;32(2):253-258. doi:10.1248/bpb.32.253. PMID: 19182385

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

Verwandter klinischer Kontext

Verwandte Forschungsarbeiten

Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

Diese Website stellt Bildungsinformationen bereit und ist weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung. Die medizinische Blutegeltherapie ist mit klinisch relevanten Risiken verbunden und sollte ausschließlich von qualifizierten Klinikerinnen und Klinikern unter institutionell genehmigten Protokollen durchgeführt werden. Die FDA-510(k)-Freigabe für medizinische Blutegel ist auf bestimmte Indikationen beschränkt; experimentelle und Off-Label-Diskussionen werden entsprechend gekennzeichnet. Für patientenspezifische Beratung wenden Sie sich an eine qualifizierte Gesundheitsfachkraft.