Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Untersuchungen zu den antikoagulatorischen, antimetastatischen und heparinbindenden Eigenschaften Ghilanten-verwandter Inhibitoren

Studies on the anticoagulant, antimetastatic and heparin-binding properties of ghilanten-related inhibitors

Vergleichende experimentelle Studie in der Zeitschrift Blood Coagul Fibrinolysis (1991)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: BeobachtungsstudieSpeichel-PharmakologieArzneimittelentwicklungBrankamp RG et al. · Blood Coagul Fibrinolysis, 1991

Abstract

The purpose of this study was to investigate the structure-activity relationships of ghilanten, an anticoagulant-antimetastatic protein of the South American leech Haementeria ghilianii. Five sequence-related variants of ghilanten, termed P1-P5, were purified and were shown to potently block the active-site hydrolysis of methoxycarbonyl-D-cyclohexylglycyl-glycyl-arginine-p-nitroanilide acetate by the human blood coagulation enzyme factor Xa; inhibition was rapid and stoichiometric. The amino acid sequence of P5 revealed a consensus sequence for heparin-binding at the carboxy-terminus. A synthetic peptide homologous to this region (93P-N-G-L-K-R-D-K-L-G-C-E-Y-C-E-C-R-P-K-R-K-L-I-P-R-L-S119) bound 125I-labelled heparin maximally at physiological pH and salt concentration. When administered intravenously to mice, the peptide suppressed lung metastases although less potentially than whole ghilanten. These findings suggest that the carboxy-terminal heparin-binding region may play a role in the antimetastatic action of the inhibitor.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypComparative StudyJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAmino Acid SequenceAnimalsAntineoplastic AgentsBinding SitesBlood ProteinsConsensus SequenceDrug SynergismFactor XaFactor Xa InhibitorsHeparinHumansInvertebrate HormonesLeechesLung NeoplasmsMelanoma, ExperimentalMiceMice, Inbred C57BLMolecular Sequence DataNeoplasm TransplantationPeptide FragmentsSequence Homology, Nucleic Acid

Zusammenfassung

Fünf sequenzverwandte Varianten (P1–P5) des Antikoagulans Ghilanten aus dem südamerikanischen Blutegel Haementeria ghilianii wurden gereinigt; alle hemmten Faktor Xa rasch und stöchiometrisch. In der Sequenz von P5 fand sich am Carboxyterminus eine Konsensussequenz für Heparinbindung; ein entsprechendes synthetisches Peptid band 125I-markiertes Heparin bei physiologischem pH und Salzgehalt maximal. Intravenös bei Mäusen appliziert, unterdrückte das Peptid Lungenmetastasen, wenn auch schwächer als Ghilanten selbst. Die Befunde deuten darauf hin, dass die carboxyterminale heparinbindende Region an der antimetastatischen Wirkung beteiligt sein könnte.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Vergleichsstudie untersuchte Struktur-Wirkungs-Beziehungen von Ghilanten, einem antikoagulatorisch-antimetastatischen Protein aus dem südamerikanischen Blutegel Haementeria ghilianii, durch Reinigung von fünf sequenzverwandten Varianten (P1–P5) und Charakterisierung ihrer Faktor-Xa-Hemmung, Heparin-Bindungseigenschaften und antimetastatischen Aktivität. Alle Varianten blockierten die Hydrolyse am aktiven Zentrum von Faktor Xa potent und stöchiometrisch; der P5-Carboxyterminus enthielt eine Heparin-Bindungs-Konsensussequenz, deren synthetisches Peptidhomolog radioaktiv markiertes Heparin unter physiologischen Bedingungen band und bei intravenöser Verabreichung Lungenmetastasen bei Mäusen supprimierte, wenn auch weniger wirksam als ganzes Ghilanten. Dies ist relevant, da es ein leechstämmiges Antikoagulans mit zusätzlichen antimetastatischen Eigenschaften und Struktur-Funktions-Charakterisierung betrifft. Einschränkung: Es handelt sich um eine präklinische Studie mit In-vitro-Enzymologie und einem Maus-Metastasenmodell; es werden keine klinischen Daten präsentiert und die Egelart unterscheidet sich von Hirudo medicinalis.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Brankamp RG, Manley GG, Blankenship DT, Bowlin TL, Cardin AD. Studies on the anticoagulant, antimetastatic and heparin-binding properties of ghilanten-related inhibitors. Blood Coagul Fibrinolysis. 1991;2(1):161-166. doi:10.1097/00001721-199102000-00024. PMID: 1772984

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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