Barcoding, Typen und die Hirudo-Akten: Nutzung des Informationsgehalts zur kritischen Bewertung der Identität von DNA-Barcodes
Barcoding, types and the Hirudo files: using information content to critically evaluate the identity of DNA barcodes
Methodische Studie in der Zeitschrift Mitochondrial DNA (2010)
Abstract
Species identifications based on DNA barcoding rely on the correct identity of previously barcoded specimens, but little attention has been given to whether deposited barcodes include correspondence to the species' name-bearing type. The information content associated with COX1 sequences in the two most commonly used repositories of barcodes, GenBank and the Barcode of Life Data System (BOLD), is often insufficient for subsequent evaluation of the robustness of the identification procedure. We argue that DNA barcoding and taxonomy alike will benefit from more information content in the annotations of barcoded specimens as this will allow for validation and re-evaluation of the initial specimen identification. The aim should be to closely connect specimens from which reference barcodes are generated with the holotype through straight-forward taxonomy, and geographical and genetic correlations. Annotated information should also include voucher specimens and collector/identifier information. We examine two case studies based on empirical data, in which barcoding and taxonomy benefit from increased information content. On the basis of data from the first case study, we designate a barcoded neotype of the European medicinal leech, Hirudo medicinalis, on morphological and geographical grounds.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Die Autoren argumentieren, dass DNA-Barcoding von der korrekten Identität der Referenzbelege abhängt, während die Annotationen in GenBank und BOLD für eine Validierung oft nicht ausreichen. Mehr Informationsgehalt – Verbindung der Belege mit dem Holotypus durch Taxonomie sowie geografische und genetische Korrelation, dazu Voucher-Exemplare und Sammler-/Bestimmer-Angaben – würde Identifizierungen überprüfbar machen. Anhand zweier empirischer Fallbeispiele zeigen sie den Nutzen; für den europäischen medizinischen Blutegel Hirudo medicinalis designieren sie auf morphologischer und geografischer Grundlage einen Neotypus mit DNA-Barcode.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese Studie untersuchte den Informationsgehalt und die Zuverlässigkeit von DNA-Barcodes, die in GenBank und BOLD hinterlegt sind, wobei der europäische medizinische Blutegel Hirudo medicinalis als einer von zwei empirischen Fallstudien verwendet wurde. Die Autoren argumentieren, dass Barcode-Annotationen Details zu Belegexemplaren, Sammler-/Identifikator-Informationen und Verbindungen zu namenstragenden Typen enthalten sollten, und sie designieren einen barcoded Neotyp von H. medicinalis auf morphologischer und geographischer Grundlage, um Referenzstandards zu verbessern. Die Studie ist in erster Linie ein methodischer und taxonomischer Beitrag und nicht ein klinischer; sie behandelt weder Therapieergebnisse, Sekretomzusammensetzung noch irgendeine therapeutische Anwendung von Blutegeln. Ihre einzige Verbindung zur Blutegeltherapie besteht darin, dass eine Fallstudie Hirudo medicinalis betrifft, eine mit der medizinischen Blutegelanwendung assoziierte Art, doch der Abstract selbst stellt keine Verbindung zur Hirudotherapie oder einer angewandten Nutzung dieser Art her.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Kvist S, Oceguera-Figueroa A, Siddall ME, Erséus C. Barcoding, types and the Hirudo files: using information content to critically evaluate the identity of DNA barcodes. Mitochondrial DNA. 2010;21(6):198-205. doi:10.3109/19401736.2010.529905. PMID: 21171864
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
Verwandter klinischer Kontext
Erfahren Sie, wie diese Forschung mit der klinischen Praxis verknüpft ist
Verwandte Forschungsarbeiten
Weitere begutachtete Studien in der Kategorie „Sicherheit & Infektionskontrolle“.
- Verbesserung der Patientenversorgung durch Hirudotherapie und das Management von Blutegeln von ihrem Empfang bis zu ihrer Entsorgung in Frankreich — Vaesken C et al. (2023)
- Hirudotherapie (medizinische Blutegel) zur Behandlung einer oberen Atemwegsobstruktion bei einem Hund — Trenholme H, Masseau I, Reinero C (2021)
- Analyse antibiotikaresistenter Infektionen im Zusammenhang mit Hirudotherapie — Brauer P et al. (2024)
- Kounis-Syndrom infolge Hirudotherapie (Blutegeltherapie) in der Notaufnahme; ein Fallbericht — Çakmak T et al. (2018)
- Komplikationen der Blutegeltherapie — Pourrahimi M, Abdi M, Ghods R (2020)
- Medizinische Blutegeltherapie und Aeromonas-spp.-Infektion — Verriere B et al. (2016)
- Überdenken der antimikrobiellen Prophylaxe bei Patienten unter Therapie mit medizinischen Blutegeln — McCracken J, Koehler S, Sharma R (2022)
- Prophylaktische Anwendung von Levofloxacin während der Therapie mit medizinischen Blutegeln — Bauters T et al. (2014)
- Obere gastrointestinale Blutung nach Blutegelanwendung: Ein Fallbericht — Dolek U et al. (2023)
- Eine klinische Studie zur Bewertung der Blutegelapplikation bei der Behandlung von Vicarcikā (Ekzem) — Shankar K et al. (2014)
Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026