Antimikrobielle Prophylaxe während der Therapie mit Hirudo medicinalis: eine multizentrische Studie
Antimicrobial prophylaxis during Hirudo medicinalis therapy: a multicenter study
Multizentrische retrospektive Kohortenstudie in der Zeitschrift Journal of Reconstructive Microsurgery (2014)
Abstract
BACKGROUND: Medicinal leeches (Hirudo medicinalis) are indicated for salvage of tissue flaps, grafts, or replants when venous congestion threatens tissue viability. The purpose of this study was to evaluate the efficacy of prophylactic antimicrobial agents in patients who received medicinal leech therapy. MATERIALS AND METHODS: A multicenter retrospective cohort study of all adult patients between January 1, 2010, and February 28, 2013, who received medicinal leech therapy was conducted. RESULTS: Antimicrobial prophylaxis was documented in 54 (91.5%) of the included patients, ciprofloxacin, trimethoprim-sulfamethoxazole, piperacillin-tazobactam, and ceftriaxone in 33 (61.1%), 18 (33.3%), 2 (3.7%), and 2 (3.7%) patients, respectively. Surgical site infection (SSI) was found in seven (11.9%) patients, all of whom received antimicrobial prophylaxis. Aeromonas spp. was isolated in four infections, and all isolates were resistant to the chosen prophylactic agent. The SSI incidence was similar between antimicrobial prophylaxis agents. CONCLUSION: Trimethoprim-sulfamethoxazole and ciprofloxacin appear equally effective at preventing leech-associated infections.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
In einer multizentrischen retrospektiven Kohortenstudie wurden erwachsene Patienten, die zwischen Januar 2010 und Februar 2013 mit medizinischen Blutegeln behandelt wurden, ausgewertet. Eine antimikrobielle Prophylaxe war bei 54 von ihnen (91,5 %) dokumentiert, überwiegend Ciprofloxacin (33; 61,1 %) und Trimethoprim-Sulfamethoxazol (18; 33,3 %). Eine chirurgische Wundinfektion trat bei sieben Patienten (11,9 %) auf, alle unter Prophylaxe; in vier Fällen wurde Aeromonas spp. isoliert, jeweils resistent gegen das gewählte Mittel. Die Autoren folgern, dass Trimethoprim-Sulfamethoxazol und Ciprofloxacin offenbar gleich wirksam vorbeugen.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese multizentrische retrospektive Kohortenstudie evaluierte die antimikrobielle Prophylaxe bei 59 erwachsenen Patienten, die zwischen 2010 und 2013 eine Therapie mit Hirudo medicinalis erhielten, wobei 91,5 % eine Prophylaxe erhielten (Ciprofloxacin 61,1 %, Trimethoprim-Sulfamethoxazol 33,3 %, Piperacillin-Tazobactam und Ceftriaxon je 3,7 %). Eine postoperative Wundinfektion trat bei 11,9 % der Patienten auf, die alle eine Prophylaxe erhalten hatten; Aeromonas spp. wurde bei vier Infektionen isoliert, und alle Isolate waren gegen das gewählte Prophylaxe-Agens resistent. Die SSI-Inzidenz war zwischen den prophylaktischen Agenzien ähnlich, was die Autoren zu dem Schluss führt, dass Trimethoprim-Sulfamethoxazol und Ciprofloxacin gleichermaßen wirksam erscheinen. Diese Ergebnisse sind unmittelbar relevant für die Infektionsprävention in der Hirudotherapie. Limitationen umfassen das retrospektive Design, die relativ kleine Kohorte sowie den Befund, dass alle dokumentierten Aeromonas-Infektionen eine Resistenz gegen das verwendete Prophylaxe-Agens aufwiesen, was darauf hindeutet, dass aktuelle Prophylaxe-Strategien weiterhin unvollkommen sind.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Kruer RM, Barton CA, Roberti G, Gilbert B, McMillian WD. Antimicrobial prophylaxis during Hirudo medicinalis therapy: a multicenter study. J Reconstr Microsurg. 2015;31(3):205-209. doi:10.1055/s-0034-1395395. PMID: 25423029
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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