Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Molekulare Charakterisierung zweier neuer, durch bakterielle Provokation induzierbarer antibakterieller Peptide in einem Ringelwurm, dem Blutegel Theromyzon tessulatum

Molecular characterization of two novel antibacterial peptides inducible upon bacterial challenge in an annelid, the leech Theromyzon tessulatum

Biochemische Studie in der Zeitschrift Journal of Biological Chemistry (2004)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Präklinisch (tierexperimentell)Speichel-PharmakologieAntimikrobielle ResistenzGenomik & ProteomikTasiemski A, Vandenbulcke F, Mitta G, Lemoine J, Lefebvre C, Sautière PE, Salzet M · The Journal of biological chemistry, 2004

Abstract

Two novel antimicrobial peptides named theromacin and theromyzin were isolated and characterized from the coelomic liquid of the leech Theromyzon tessulatum. Theromacin is a 75-amino acid cationic peptide containing 10 cysteine residues arranged in a disulfide array showing no similarities with other known antimicrobial peptides. Theromyzin is an 86-amino acid linear peptide and constitutes the first anionic antimicrobial peptide observed in invertebrates. Both peptides exhibit activity directed against Gram-positive bacteria. Theromacin and theromyzin cDNAs code precursor molecules containing a putative signal sequence directly followed by the mature peptide. The enhancement of theromacin and theromyzin mRNA levels has been observed after blood meal ingestion and upon bacterial challenge. In situ hybridization revealed that both genes are expressed in large fat cells in contact with coelomic cavities. Gene products were immunodetected in large fat cells, in intestinal epithelia, and at the epidermis level. In addition, a rapid release of the peptides into the coelomic liquid was observed after bacterial challenge. The presence of antimicrobial peptide genes in leeches and their expression in a specific tissue functionally resembling the insect fat body provide evidence for the first time of an antibacterial response in a lophotrochozoan comparable to that of holometabola insects.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleResearch Support, Non-U.S. Gov't
Indexierte MeSH-BegriffeAmino Acid SequenceAnimalsAnti-Bacterial AgentsAntimicrobial Cationic PeptidesBase SequenceCloning, MolecularDNA, ComplementaryGene ExpressionGram-Positive BacteriaImmunohistochemistryLeechesMolecular Sequence DataMolecular StructurePeptide BiosynthesisPeptidesRNA, Messenger

Zusammenfassung

Aus der Coelomflüssigkeit von Theromyzon tessulatum wurden zwei neue antimikrobielle Peptide isoliert: das kationische Theromacin (75 Aminosäuren, 10 Cysteine) und das lineare Theromyzin (86 Aminosäuren), beide wirksam gegen grampositive Bakterien; Theromyzin ist das erste anionische AMP bei Wirbellosen. Nach Blutmahlzeit und bakterieller Stimulation stiegen die mRNA-Spiegel; nach Stimulation folgte eine rasche Peptidfreisetzung in die Coelomflüssigkeit. Die Genexpression in einem dem Insektenfettkörper funktionell ähnlichen Gewebe belegt laut Autoren erstmals eine mit holometabolen Insekten vergleichbare antibakterielle Antwort bei einem Lophotrochozoen.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie berichtet über die Isolierung und molekulare Charakterisierung zweier neuartiger antimikrobieller Peptide — Theromacin (ein kationisches Peptid aus 75 Aminosäuren mit 10 Cysteinresten) und Theromyzin (ein lineares anionisches Peptid aus 86 Aminosäuren) — aus der Coelomflüssigkeit des Egels Theromyzon tessulatum. Beide Peptide zeigten Aktivität gegen Gram-positive Bakterien, und ihre mRNA-Spiegel stiegen sowohl nach Aufnahme einer Blutmahlzeit als auch nach bakterieller Provokation an, wobei die Expression in großen Fettzellen lokalisiert war und die Peptide nach der Provokation in die Coelomflüssigkeit freigesetzt wurden. Die Studie charakterisiert das angeborene Immunsystem von Egeln und kann somit zum Verständnis beitragen, wie Egel mikrobielle Besiedelung bewältigen. Allerdings handelt es sich um eine grundlagenwissenschaftliche Studie ohne Daten zu therapeutischen Anwendungen, zu für die Egeltherapie relevanten humanpathogenen Erregern oder zu klinischen Implikationen.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Tasiemski A, Vandenbulcke F, Mitta G, Lemoine J, Lefebvre C, Sautière PE, et al. Molecular characterization of two novel antibacterial peptides inducible upon bacterial challenge in an annelid, the leech Theromyzon tessulatum. J Biol Chem. 2004;279(30):30973-30982. doi:10.1074/jbc.M312156200. PMID: 15102860

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 26. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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