The surgical case reports of Hippocrates of Cos. Medical practice in Ancient Greece
Historical analysis published in MMW Fortschr Med (2024)
Abstract
OBJECTIVE: Which theoretical and practical competences do the surgical case histories of the Hippocratic Corpus convey? METHOD: The 431 Hippocratic case histories have been studied for reports and communication on diagnosis, therapy and prognosis of single persons and groups of patients suffering from surgical diseases. RESULTS: Within the 7 books of the Hippocratic "Epidemics", a total of 18 patients with general and visceral surgical diseases are described. The main signs of the disorders were fever, pain, looseness, constipation, colic, swelling and bleeding, the most common affections abscesses, ruptures, ulcers and necroses. In addition, breast cancer can be reliably identified. Seven men are facing six women. Moreover, four children and one group are described. The patients' information about the course of their disease is sparse. Diagnostics were limited to inspection and palpation. In many cases, the treating physician confined to conservative measures. Among the surgical interventions incision, cauterization and bloodletting dominated. 11 of 18 patients succumbed to their diseases. CONCLUSIONS: The Hippocratic doctor diagnosed and treated a limited number of general and visceral surgical diseases. The symptoms of inflammation and traumatic lesions are narrated in detail. The observer describes the bloody secretion in two women with breast cancer as briefly as impressively. In two thirds of the cases, neither conservative measures alone nor in combination with invasive treatment led to enduring success. Complete recovery is reported of only three persons. The unfavourable balance of treatment for the involved physicians is an important reason for the confidence of scientists in the credibility of the Hippocratic case histories. ZUSAMMENFASSUNG: Fragestellung: Welche theoretische und praktische Fachkompetenz vermitteln die chirurgischen Kasuistiken des Corpus Hippocraticum? METHODE: Die 431 hippokratischen Kasuistiken wurden auf Berichte und Kommentare zu Diagnostik, Therapie und Prognose von chirurgischen Erkrankungen bei Einzelpersonen und Gruppen von Patienten untersucht.Ergebnisse: In den sieben Büchern der hippokratischen „Epidemien“ werden 18 Fälle von allgemein- und viszeralchirurgischen Erkrankungen beschrieben. Die wesentlichen Krankheitszeichen waren Fieber, Schmerzen, Diarrhö, Obstipation, Koliken, Schwellungen und Blutungen, die häufigsten Erkrankungen Abszesse, Rupturen, Geschwüre und Nekrosen. Außerdem ist das Mammakarzinom sicher identifizierbar. Sieben Männern stehen sechs Frauen gegenüber. Daneben werden vier Kinder und eine Gruppe beschrieben. Die Angaben der Patienten zum Verlauf der Erkrankung sind spärlich. Die Diagnostik beschränkte sich auf Inspektion und Palpation. Vielfach ergriff der behandelnde Arzt nur konservative Maßnahmen. Unter den chirurgischen Interventionen dominierten Inzision, Kauterisation und Phlebotomie. Elf der 18 Patienten erlagen ihren Erkrankungen.Schlussfolgerungen: Der hippokratische Arzt hat eine Reihe von allgemein- und viszeralchirurgischen Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Die Symptome von Entzündungen und traumatischen Läsionen werden im Detail geschildert. Kurz, aber eindrücklich beschreibt der Beobachter die blutige Sekretion bei zwei Frauen mit Brustkrebs. In zwei Dritteln der Fälle führten weder konservative Maßnahmen allein noch in Kombination mit invasiver Behandlung zu dauerhaftem Erfolg. Nur von drei Patienten wird über vollständige Genesung berichtet. Die für die Ärzte ungünstige Behandlungsbilanz ist ein wichtiger Grund für das Vertrauen der Wissenschaft in die Glaubwürdigkeit der Kasuistiken des Hippokrates.Schlüsselwörter: Griechische Welt/Geschichte, Arzt-Patient-Beziehungen, Chirurgie, Fallbeschreibung, EpidemienEingereicht am 19. August 2024 - Revision akzeptiert am 30. September 2024.
Abstract sourced from PubMed (NCBI) for the cited record. See the original publication for the authoritative version.
Zusammenfassung
Historical analysis of Hippocratic surgical case reports from Ancient Greece including bloodletting traditions.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese historische Studie analysierte 431 hippokratische Krankengeschichten aus den sieben Büchern der „Epidemien" und identifizierte 18 Patienten mit chirurgischen Erkrankungen, darunter Abszesse, Ulzera, Nekrosen und Brustkrebs. Unter den chirurgischen Interventionen dominierten Inzision, Kauterisation und Aderlass (Phlebotomie), wobei 11 von 18 Patienten an ihren Erkrankungen verstarben. Die Relevanz für das Fachgebiet der ASH ist rein historisch und konzeptionell, da der Aderlass mit der Hirudotherapie verwandt ist, bei der später Blutegel zum therapeutischen Blutentzug eingesetzt wurden. Der Artikel erwähnt jedoch weder Blutegel, Hirudotherapie noch das Blutegel-Sekretom – der Aderlass mittels Phlebotomie wird lediglich als eine von mehreren antiken chirurgischen Praktiken aufgeführt. Die Verbindung ist indirekt und beschränkt sich auf das gemeinsame historische Konzept des therapeutischen Blutentzugs.
Zitation
The surgical case reports of Hippocrates of Cos. Medical practice in Ancient Greece.
Golder et al. · MMW Fortschritte der Medizin, 2024
Verwandter klinischer Kontext
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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: May 27, 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026