Geschichte des Blutegelhandels in Irland, 1750–1915: Mikrokosmos einer globalen Handelsware
History of the leech trade in Ireland, 1750-1915: microcosm of a global commodity
Historischer Artikel in der Zeitschrift Medical History (2013)
Abstract
In the nineteenth century the medicinal leech Hirudo medicinalis evolved into a lucrative commodity in great demand throughout the western world. In less than a century its trade became big business by any measure, involving tens of millions of animals shipped to every inhabited continent. In this context Ireland is particularly instructive in that it was the first country in Europe to exhaust its supply of native leeches. Concomitantly, it was also the first country to import leeches from abroad, as early as 1750. Being an island with manageable border controls, and a clearly definable medical market, Ireland serves superbly as a microcosm of the leech as a worldwide commodity. Being a relative small country it is possible for the first time to gain a balanced perspective of various economic factors underlying this trade, including supply and demand, exploitation of natural resources, and an evolving network of competitive traders. This paper addresses these and other aspects of the leech trade in Ireland. The principal, and unexpected, finding of this paper is that leeches were unequivocally very expensive in Ireland and became a significant drain on hospital budgets. As such, they found little use amongst the Irish poor. An estimate of several million leeches were imported into Ireland in the nineteenth century, a practice which continued into the twentieth. They were imported initially from Wales and then from France following the defeat of Napoleon, but the bulk came ultimately from Hamburg, via importers in England.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Der historische Aufsatz untersucht den Handel mit dem medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis) in Irland von 1750 bis 1915. Irland war als erstes Land Europas von der Erschöpfung heimischer Bestände betroffen und importierte schon ab 1750 Blutegel. Zentrale, unerwartete Erkenntnis: Blutegel waren in Irland ausgesprochen teuer und belasteten die Krankenhausbudgets erheblich; unter der armen Bevölkerung fanden sie kaum Verwendung. Schätzungsweise mehrere Millionen Tiere wurden im 19. Jahrhundert importiert, zunächst aus Wales, später aus Frankreich und schließlich überwiegend aus Hamburg.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser historische Artikel zeichnet den Handel mit dem medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis) in Irland ab der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts nach und dokumentiert, wie Blutegel zu einer lukrativen, weltweit gehandelten Ware wurden. Irland war das erste europäische Land, das seinen einheimischen Bestand erschöpfte und Blutegel aus dem Ausland importierte – zunächst aus Wales, dann nach Napoleons Niederlage aus Frankreich, wobei der Großteil letztlich über englische Importeure aus Hamburg kam. Das Hauptergebnis ist, dass Blutegel in Irland sehr teuer waren, eine erhebliche Belastung für Krankenhausbudgets darstellten und unter der irischen Armenbevölkerung kaum Verwendung fanden; schätzungsweise wurden im neunzehnten Jahrhundert mehrere Millionen importiert, eine Praxis, die sich bis ins zwanzigste Jahrhundert fortsetzte. Dies bietet eine historische und ökonomische Perspektive auf die Versorgungskette medizinischer Blutegel. Einschränkung: Es handelt sich um rein historische und ökonomische Wissenschaft ohne wissenschaftliche, klinische oder Sekretom-bezogene Inhalte.
Zitation
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