Ein Patient mit zurückliegender heparininduzierter Thrombozytopenie und Antiphospholipidsyndrom, der eine Herz-Lungen-Maschine benötigt: Gelten die aktuellen Leitlinien?
A Patient With Remote Heparin-Induced Thrombocytopenia and Antiphospholipid Syndrome Requiring Cardiopulmonary Bypass: Do Current Guidelines Apply?
Fallbericht in der Zeitschrift Semin Cardiothorac Vasc Anesth (2018)
Abstract
Anticoagulation for cardiopulmonary bypass (CPB) is required to prevent acute disseminated intravascular coagulation and clot formation within the bypass circuit. Unfractionated heparin is the standard anticoagulant for CPB due to its many advantages and long history of successful use. However, heparin has the unique drawback of triggering Heparin-PF4 (PF4) antibodies potentially leading to heparin-induced thrombocytopenia (HIT). We have limited data regarding reformation of antibodies if a patient has had a prior (remote) antibody production or full HIT. Patients with antiphospholipid antibodies undergoing CPB with unfractionated heparin have a high complication rate, even in the absence of HIT. Antiphospholipid antibodies have a multifaceted, cumulatively inhibitory effect on the normal anticoagulation armamentarium in vivo. Even more concerning is the possibility that antiphospholipid syndrome and HIT may be synergistic. We report a patient with risk factors for both thromboembolic (remote history of HIT and antiphospholipid syndrome) and hemorrhagic complications who underwent an aortic valve replacement and coronary artery bypass grafting on CPB using bivalirudin. We discuss the complex decision making regarding anticoagulant for CPB, particularly with regard to American College of Chest Physicians guidelines.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Unfraktioniertes Heparin ist das Standardantikoagulans für die Herz-Lungen-Maschine, kann aber heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) auslösen; Daten zur Antikörperneubildung nach zurückliegender HIT sind begrenzt. Patienten mit Antiphospholipid-Antikörpern haben unter Heparin am Bypass auch ohne HIT eine hohe Komplikationsrate, und beide Syndrome könnten synergistisch wirken. Berichtet wird ein Patient mit zurückliegender HIT und Antiphospholipidsyndrom, der an der Herz-Lungen-Maschine mit Bivalirudin einen Aortenklappenersatz und eine aortokoronare Bypassoperation erhielt. Diskutiert wird die komplexe Antikoagulanzienwahl, insbesondere hinsichtlich der Leitlinien des American College of Chest Physicians.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Fallbericht beschreibt einen Patienten mit sowohl zurückliegender Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT) als auch Antiphospholipid-Syndrom, der sich einem Aortenklappenersatz und einer aortokoronaren Bypass-Operation am kardiopulmonalen Bypass unterzog, wobei Bivalirudin als Antikoagulans anstelle des üblichen unfraktionierten Heparins eingesetzt wurde. Dies ist für die Hirudotherapie und das Blutegelsekretom direkt relevant, da Bivalirudin ein direkter Thrombininhibitor ist, der nach dem Vorbild von Hirudin – dem ursprünglich aus dem Speichel medizinischer Blutegel isolierten Antikoagulans – modelliert wurde; dies veranschaulicht, wie ein aus Blutegeln abgeleitetes pharmakologisches Prinzip weiterhin reale klinische Herausforderungen adressiert, wenn eine konventionelle Heparin-basierte Antikoagulation kontraindiziert ist. Die Autoren diskutieren die komplexe antikoagulatorische Entscheidungsfindung im Licht der Leitlinien des American College of Chest Physicians. Da es sich jedoch um einen einzelnen Fallbericht handelt, belegt er weder die breitere Wirksamkeit noch die Sicherheit von Bivalirudin in diesem Setting, und das Management spiegelte die kombinierten thrombotischen und hämorrhagischen Risikofaktoren dieses individuellen Patienten wider.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Ibrahim W, Nakia H, Stephen M, Bruce S, Bryan W, William P. A Patient With Remote Heparin-Induced Thrombocytopenia and Antiphospholipid Syndrome Requiring Cardiopulmonary Bypass: Do Current Guidelines Apply? Semin Cardiothorac Vasc Anesth. 2019;23(2):256-260. doi:10.1177/1089253218779081. PMID: 29871549
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026