Standardisierung des Managements der Heparin-induzierten Thrombozytopenie
Standardizing the management of heparin-induced thrombocytopenia
Retrospektive Aktenanalyse mit Protokollentwicklung in der Zeitschrift Am J Health Syst Pharm (2008)
Abstract
PURPOSE: An evidence-based heparin- induced thrombocytopenia (HIT) treatment protocol to standardize the management of confirmed or suspected HIT was developed. SUMMARY: In a retrospective review of 10 patients with known or suspected HIT over a two-year period, medical records were evaluated for baseline laboratory results, treatment selection, initial dosing and monitoring, discontinuation of heparin, and alternative therapies chosen. Six of 10 patients had antibody-confirmed HIT at admission. Nine patients received alternative anticoagulation therapy with one of two formulary direct thrombin inhibitor (DTI) agents, lepirudin and argatroban; 1 patient was given fondaparinux. Medical record analyses revealed deficiencies in both initial and transitional dose administration and renal function monitoring, order omissions, infusion-related medication errors, and treatments that were unsubstantiated, inappropriate, or lacking in regulatory approval. The new treatment protocol developed to assist physicians, pharmacists, and nurses with HIT management focused primarily on the two agents labeled for HIT, lepirudin and argatroban. The protocol established baseline levels for the selection of anticoagulation therapy as well as guidance in DTI selection, use, and monitoring. Guidelines for initial dosing and continuous infusion rates based on weight and detailed instructions in all aspects of therapy discontinuation (transition) were included. HIT treatments unsupported by data ensuring the efficacy and safety of therapies were excluded. Careful review of the relevant literature led to the inclusion of alternative anticoagulant treatments based on issues of safety, efficacy, cost, and convenience of dose forms. CONCLUSION: A treatment protocol for HIT was developed and implemented in a tertiary care hospital in an effort to improve the management of patients suffering from this complication.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
In einer retrospektiven Analyse von 10 Patienten mit bekannter oder vermuteter HIT über zwei Jahre wurden Krankenakten zu Ausgangslaborwerten, Therapiewahl, Dosierung und Alternativantikoagulation ausgewertet. Sechs Patienten hatten eine antikörperbestätigte HIT; neun erhielten Lepirudin oder Argatroban, einer Fondaparinux. Es zeigten sich Mängel bei Initial- und Übergangsdosen, Nierenfunktionsmonitoring, fehlenden Anordnungen, infusionsbedingten Medikationsfehlern sowie unbelegten, unangemessenen oder nicht zugelassenen Therapien. Ein evidenzbasiertes Behandlungsprotokoll mit Schwerpunkt auf Lepirudin und Argatroban wurde in einem Krankenhaus der Tertiärversorgung eingeführt; es umfasst DTI-Auswahl, gewichtsbasierte Dosierung und Übergangsleitlinien.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Artikel beschreibt die Entwicklung und Implementierung eines evidenzbasierten Behandlungsprotokolls für die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT) an einem Krankenhaus der Tertiärversorgung, basierend auf einer retrospektiven Auswertung von 10 Patienten über einen Zeitraum von zwei Jahren. Das Protokoll fokussiert primär auf zwei für HIT zugelassene direkte Thrombininhibitoren – Lepirudin und Argatroban – und bietet Leitlinien zu Dosierung, Auswahl, Überwachung und Therapiebeendigung. Während Lepirudin als zugelassener direkter Thrombininhibitor für das HIT-Management innerhalb dieses Protokolls identifiziert wird, beschreibt das Abstract weder dessen Herkunft noch Wirkmechanismus oder eine Verbindung zu Blutegeln oder Hirudotherapie. Der Artikel befasst sich mit dem HIT-Protokollmanagement in der klinischen Praxis. Lepirudin ist ein rekombinantes Derivat von Hirudin, dem Antikoagulans des medizinischen Blutegels (Greinacher, 2004); diese Arbeit untersucht das Arzneimittel, nicht die Blutegeltherapie.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:
Zitation
Verwandter klinischer Kontext
Erfahren Sie, wie diese Forschung mit der klinischen Praxis verknüpft ist
Verwandte Forschungsarbeiten
Weitere begutachtete Studien in der Kategorie „Arzneimittelentwicklung“.
- Hirudotherapie in Medizin und Zahnmedizin — Jha K et al. (2015)
- Blutegeltherapie: eine Geschichte — Hyson J (2005)
- Hirudine der asiatischen medizinischen Blutegelart Hirudinaria manillensis: gleich und doch verschieden — Lukas P et al. (2019)
- Transcriptomic analysis of the salivary gland of medicinal leech Hirudo nipponia — Lu Z et al. (2018)
- Molekulardynamische und pharmakologische Untersuchungen an durch Protein-Engineering erzeugten Hirudin-Varianten von Hirudinaria manillensis und Hirudo medicinalis — Sun Y et al. (2022)
- Zellfreie Synthese der Hirudin-Variante 1 des blutsaugenden Egels Hirudo medicinalis — Wüstenhagen D et al. (2020)
- Produktion von Hirudin-Varianten durch gentechnisch veränderte mikrobielle Zellfabriken — Zhang J, Lan N (2018)
- Hirudin bei heparininduzierter Thrombozytopenie — Lubenow N, Greinacher A (2002)
- Hirudin verbessert die diabetische Nephropathie durch Hemmung der Gsdmd-vermittelten Pyroptose — Han J et al. (2023)
- Hirudin als alternatives Antikoagulans – eine historische Übersicht — Markwardt F (2002)
Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026