Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Fallbericht: Überempfindlichkeit der Gerinnung gegenüber Heparin während der Blutegeltherapie

Case report: Heparin coagulant super-sensitivity during leech therapy

Fallbericht in der Zeitschrift Thrombosis Journal (2026)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtSicherheit & InfektionskontrolleKlinische LiteraturRong Z et al. · Thrombosis journal, 2026

Abstract

BACKGROUND: Leech therapy is used in diverse ways in the medical field, such as for flap salvation and for treatment of osteoarthritis. While bleeding is a recognized adverse effect, severe coagulopathy is rare and underreported, especially when compounded by concurrent anticoagulant use. CASE PRESENTATION: We present a case of a 76-year-old female undergoing leech therapy in combination with systemic heparin for free flap salvage following partial glossectomy and neck dissection. Shortly after initiating both therapies, the patient developed marked coagulopathy, evidenced by prolonged activated partial thromboplastin time (aPTT), elevated thrombin time, and persistent bleeding from the surgical site. Laboratory results suggested synergistic anticoagulant effects of heparin and hirudin, the potent direct thrombin inhibitor secreted by medicinal leeches. Despite discontinuation of systemic heparin, bleeding persisted until leech therapy was halted. The patient received 8 units of packed red blood cells (pRBCs) during the treatment course. Coagulation markers normalized after cessation of leech therapy, with no further bleeding events. CONCLUSIONS: This case highlights a potentially underrecognized risk of coagulopathy in patients undergoing combined leech and systemic anticoagulation therapy. The mechanistically distinct pathways of heparin and hirudin may act synergistically to impair both free and clot-bound thrombin activity. Given the absence of formal guidelines for coagulopathy monitoring in such cases, we propose daily assessment of coagulation markers including aPTT, PT/INR, and a one-time measurement of thrombin time and anti-Xa levels after treatment initiation. This report underscores the need for standardized protocols and further research to guide safe implementation of leech therapy, particularly in patients receiving systemic anticoagulation.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article

Zusammenfassung

Eine 76-jährige Frau erhielt nach Teilglossektomie und Neck-Dissection eine Kombination aus systemischem Heparin und Blutegeltherapie zur Lappenrettung. Kurz nach Beginn beider Therapien entwickelte sich eine ausgeprägte Koagulopathie mit verlängerter aPTT, erhöhter Thrombinzeit und anhaltender Blutung, die erst nach Beendigung der Blutegeltherapie sistierte; die Patientin erhielt 8 Erythrozytenkonzentrate. Die Autoren vermuten einen synergistischen Effekt von Heparin und Hirudin und schlagen tägliche Kontrollen von aPTT und PT/INR sowie eine einmalige Bestimmung von Thrombinzeit und Anti-Xa vor.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Dieser Fallbericht beschreibt eine 76-jährige Frau, die während gleichzeitiger Blutegeltherapie und systemischer Heparingabe zur Erhaltung einer freien Lappenplastik nach partieller Glossektomie eine ausgeprägte Koagulopathie entwickelte – verlängerte aPTT, erhöhte Thrombinzeit und persistierende Blutungen im Operationsgebiet –, was 8 Einheiten Erythrozytenkonzentrat erforderte, bevor es nach Beendigung der Blutegeltherapie zur Resolution kam. Die Laborbefunde legten synergistische antikoagulatorische Effekte zwischen Heparin und Hirudin über mechanistisch unterschiedliche Wirkwege nahe. Die Autoren schlagen Überwachungsprotokolle vor, einschließlich täglicher aPTT-, PT/INR- sowie einmaliger Thrombinzeit- und Anti-Xa-Messung. Allerdings handelt es sich um einen einzelnen Fallbericht, und die vorgeschlagenen Überwachungsempfehlungen sind nicht aus kontrollierten Studien, formellen Leitlinien oder systematischer Evidenz abgeleitet.

Verwandte Verbindungen im ASH-Register

Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Rong Z, Daniels A, Luu K, Czerwonka L, Bahou WF. Case report: Heparin coagulant super-sensitivity during leech therapy. Thromb J. 2026;24(1):58. doi:10.1186/s12959-026-00866-5. PMID: 42069613

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

Verwandter klinischer Kontext

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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