Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Klinische Checklisten

Standardisierte Checklisten für eine sichere Hirudotherapie-Praxis

Zuletzt aktualisiert: May 27, 2026Geprüft von: Andrei Dokukin, MD
FDA-aligned clinical templatesPractice operations

Zuletzt aktualisiert: June 18, 2026

Standardisierte Checklisten reduzieren Fehler und gewährleisten eine konsistente Einhaltung klinischer Leitlinien. Diese Checklisten basieren auf veröffentlichten Protokollen (Mumcuoglu et al., 2014; Whitaker et al., 2012) und institutionellen Best Practices akademischer medizinischer Zentren, die routinemäßig Blutegeltherapie durchführen.

Präprozedurale Checkliste

Vor der ersten Blutegelanwendung

Patientenbeurteilung:

  • Klinische Indikation dokumentiert
  • Screening auf Kontraindikationen abgeschlossen
  • Allergieanamnese überprüft (Antibiotika, Latex, frühere Blutegelreaktionen)
  • Medikamentenüberprüfung (Antikoagulanzien, NSAR protokollgemäß pausiert)
  • Vorgeschichte früherer Blutegeltherapien beurteilt

Dokumentation:

  • Unterzeichnete informierte Einwilligung in der Krankenakte
  • Off-Label-Status offengelegt (sofern zutreffend)
  • Ausgangsfotografien angefertigt
  • Blutegelquelle und Chargennummer dokumentiert

Labor:

  • Vollständiges Blutbild mit Differenzialblutbild (Hb ≥8 g/dl)
  • PT/INR (INR ≤3,0)
  • aPTT (≤2-fach oberer Normwert)
  • Blutgruppe und Antikörpersuchtest (chirurgische Patienten)
  • Basisstoffwechselprofil (Patienten mit mehrtägiger Therapie)

Prophylaxe:

  • Antibiotikaprophylaxe eingeleitet (≥1 Stunde vor Anwendung)
  • Wirkstoff, Dosis, Verabreichungsweg dokumentiert
  • Allergiegerechtes Regime ausgewählt
  • Notfallausrüstung überprüft (Epinephrin, Hämostatika)
  • Behälter für biologisch gefährlichen Abfall verfügbar

Intraprozedurale Checkliste

Während der Blutegelanwendung

Vorbereitung:

  • Raumtemperatur 22-25°C
  • Hinweis „Keine Duftstoffe“ ausgehängt
  • PSA angelegt (Nitrilhandschuhe, Schutzkittel bei Spritzgefahr)
  • Anwendungsstelle ausschließlich mit warmem Wasser gereinigt
  • Anwendungsstellen markiert
  • Saugfähige Unterlagen positioniert

Anwendung:

  • Gesundheitszustand der Blutegel überprüft (aktiv, reaktionsfähig)
  • Anzahl der Blutegel gemäß ärztlicher Anordnung
  • Anheftung bestätigt (peristaltische Wellen sichtbar)
  • Patient NICHT unbeaufsichtigt gelassen
  • Vitalparameter protokollgemäß überwacht
  • Saugdauer pro Blutegel dokumentiert

Postprozedurale Checkliste

Nach Ablösung der Blutegel

Sofort:

  • Blutegel in 70%igem Ethylalkohol entsorgt
  • Tod bestätigt, in Behälter für biologisch gefährlichen Abfall überführt
  • Wunde verbunden (Mullkompresse, kein Druck)
  • Vitalparameter nach Ablösung erfasst
  • Blutungsbeurteilung nach 30 Minuten und 2 Stunden
  • Sitzung dokumentiert (Anzahl Blutegel, Stellen, Dauer, Blutverlust)

Entlassung / Nachsorge:

  • Schriftliche Wundpflegeanweisungen ausgehändigt
  • Hinweise zur Wiedervorstellung besprochen (Anzeichen einer Infektion)
  • Plan zur Antibiotikaprophylaxe bestätigt (Dauer fortsetzen)
  • Anweisungen zur Schmerzbehandlung (Paracetamol; NSAR vermeiden)
  • Nachsorgetermine vereinbart (24h, 72h, 1 Woche, 4 Wochen)
  • Kontaktinformationen für Notfälle ausgehändigt

Checkliste für serielle Behandlung

Mehrtägige chirurgische Blutegeltherapie

  • Kumulativer Blutverlust über alle Sitzungen erfasst
  • Hämatokrit alle 4-8 Stunden überwacht
  • Blutprodukte verfügbar (Blutgruppe und Antikörpersuchtest aktuell)
  • Beurteilung der Gewebeviabilität in jeder Sitzung (Farbe, Doppler, kapillare Rückfüllung)
  • Antibiotikaprophylaxe über den gesamten Verlauf fortgesetzt
  • Zusammenfassung nach Behandlungsabschluss dokumentiert (Gesamtzahl der Sitzungen, Gesamtzahl der Blutegel, Gesamtblutverlust)
  • Nachsorgeplan erstreckt sich auf 26 Tage nach letzter Anwendung

Verwandte Ressourcen

Diese Website stellt Bildungsinformationen bereit und ist weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung. Die medizinische Blutegeltherapie ist mit klinisch relevanten Risiken verbunden und sollte ausschließlich von qualifizierten Klinikerinnen und Klinikern unter institutionell genehmigten Protokollen durchgeführt werden. Die FDA-510(k)-Zulassung für medizinische Blutegel ist auf bestimmte Indikationen beschränkt; experimentelle und Off-Label-Diskussionen werden entsprechend gekennzeichnet. Für patientenspezifische Beratung wenden Sie sich an eine qualifizierte Gesundheitsfachkraft.