Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Serotonin vermittelt stressähnliche Effekte auf Reaktionen gegenüber nicht-nozizeptiven Reizen beim medizinischen Blutegel Hirudo verbana

Serotonin mediates stress-like effects on responses to non-nociceptive stimuli in the medicinal leech Hirudo verbana

Tierexperimentelle Studie in der Zeitschrift The Journal of experimental biology (2022)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Präklinisch (tierexperimentell)Klinische LiteraturGenomik & ProteomikSpeichel-PharmakologieMack D et al. · The Journal of experimental biology, 2022

Abstract

Noxious stimuli can elicit stress in animals that produce a variety of adaptations including changes in responses to nociceptive and non-nociceptive sensory input. One example is stress-induced analgesia that may be mediated, in part, by the endocannabinoid system. However, endocannabinoids can also have pro-nociceptive effects. In this study, the effects of electroshock, one experimental approach for producing acute stress, were examined on responses to non-nociceptive mechanical stimuli and nociceptive thermal stimuli in the medicinal leech (Hirudo verbana). The electroshock stimuli did not alter the leeches' responses to nociceptive stimuli, but did cause sensitization to non-nociceptive stimuli, characterized by a reduction in response threshold. These experiments were repeated with drugs that either blocked synthesis of the endocannabinoid transmitter 2-arachidonoylglycerol (2-AG) or transient receptor potential vanilloid (TRPV) channel, which is known to act as an endocannabinoid receptor. Surprisingly, neither treatment had any effect on responses following electroshock. However, the electroshock stimuli reliably increased serotonin (5-hydroxytryptamine or 5HT) levels in the H. verbana CNS. Injection of 5HT mimicked the effects of the electroshocks, sensitizing responses to non-nociceptive stimuli and having no effect on responses to nociceptive stimuli. Injections of the 5HT receptor antagonist methysergide reduced the sensitization effect to non-nociceptive stimuli after electroshock treatment. These results indicate that electroshocks enhance response to non-nociceptive stimuli but do not alter responses to nociceptive stimuli. Furthermore, while 5HT appears to play a critical role in this shock-induced sensitizing effect, the endocannabinoid system seems to have no effect.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal ArticleResearch Support, N.I.H., Extramural
Indexierte MeSH-BegriffeAnimalsEndocannabinoidsHirudo medicinalisLeechesSerotonin

Zusammenfassung

Bei Hirudo verbana prüften die Autoren, wie Elektroschocks zur Erzeugung akuten Stresses Antworten auf nicht-nozizeptive mechanische und nozizeptive thermische Reize verändern. Die Schocks ließen nozizeptive Antworten unbeeinflusst, senkten aber die Schwelle für nicht-nozizeptive Reize. Weder eine Blockade der 2-AG-Synthese noch des TRPV-Kanals veränderte die Schockantworten; die 5-HT-Spiegel im ZNS stiegen jedoch zuverlässig. 5-HT-Injektionen imitierten den Schockeffekt, der Antagonist Methysergid dämpfte die Sensibilisierung; nach Ansicht der Autoren scheint Serotonin dafür entscheidend zu sein, das Endocannabinoidsystem dagegen ohne Wirkung.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie untersuchte, wie durch Elektroschock induzierter Stress die sensorische Verarbeitung beim medizinischen Blutegel Hirudo verbana beeinflusst, wobei festgestellt wurde, dass der Elektroschock die Reaktionen auf nicht-nozizeptive mechanische Reize (durch eine erniedrigte Schwelle) sensibilisierte, ohne die nozizeptiven thermischen Reaktionen zu verändern, und dass Serotonin (5HT) und nicht das Endocannabinoid-System diesen Effekt vermittelte. Diese Arbeit trägt zum Verständnis der neurochemischen Signalgebung bei Hirudo verbana bei, die im Artikeltitel als medizinischer Blutegel bezeichnet wird, insbesondere der Rolle von Serotonin bei der Modulation sensorischer Reaktionen innerhalb des CNS des Blutegels. Allerdings beinhaltet diese Studie keine Hirudotherapie, keine Speichelsekrete des Blutegels und keine therapeutische Anwendung, und ihre Relevanz für die klinische Blutegeltherapie ist indirekt und begrenzt.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Mack D, Yevugah A, Renner K, Burrell BD. Serotonin mediates stress-like effects on responses to non-nociceptive stimuli in the medicinal leech Hirudo verbana. J Exp Biol. 2022;225(11). doi:10.1242/jeb.243404. PMID: 35510636

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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