Quantifizierung der Ergebnisse der Blutegeltherapie bei Fingerrevaskularisation und -replantation
Quantifying outcomes for leech therapy in digit revascularization and replantation
Retrospektive Studie in der Zeitschrift The Journal of hand surgery, European volume (2019)
Abstract
We retrospectively reviewed 201 digit replantations or revascularizations that were performed between August 2007 and June 2015. Leeching therapy was used in 48 digits and was more commonly required in replanted digits. In revascularized digits, leeching was used significantly more frequently in avulsion injuries and injuries associated with fractures. Digits that were leeched for more than 4.5 days had significantly higher rates of survival of digits after replantation or revascularization. Leeching was associated with higher incidence of transfusion, higher mean number of transfusions, and longer length of stay. We conclude from this study that leeching is used more frequently after digital replantation than revascularizaion, and in revascularized digits, leeching is used more often in avulsion injury and in patients with fractures. In patients requiring leeching therapy, leaching for more than 4.5 days leads to higher rate of digital survival. Level of evidence: IV.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Die Autoren analysierten retrospektiv 201 digitale Replantationen oder Revaskularisationen zwischen August 2007 und Juni 2015. Bei 48 Fingern wurde eine Blutegeltherapie eingesetzt, häufiger nach Replantation; bei revaskularisierten Fingern signifikant häufiger bei Avulsionsverletzungen und Verletzungen mit Frakturen. Finger mit mehr als 4,5 Tagen Blutegeltherapie wiesen signifikant höhere Überlebensraten auf; die Blutegeltherapie war mit höherer Transfusionsinzidenz, höherer mittlerer Transfusionszahl und längerer Verweildauer verbunden. Die Autoren schlussfolgern, dass die Therapie über mehr als 4,5 Tage die Überlebensrate erhöht (Evidenzlevel IV).
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese Studie untersuchte retrospektiv 201 zwischen 2007 und 2015 durchgeführte Fingerreplantationen oder -revaskularisationen, wobei die Anwendung und die Ergebnisse der Blutegeltherapie bei 48 Fingern evaluiert wurden. Die Autoren stellten fest, dass die Blutegeltherapie bei replantierten Fingern häufiger erforderlich war und bei revaskularisierten Fingern vermehrt bei Avulsionsverletzungen sowie bei Verletzungen mit begleitenden Frakturen eingesetzt wurde; eine Blutegeltherapie über mehr als 4,5 Tage war mit signifikant höheren Überlebensraten der Finger verbunden. Diese Studie ist von unmittelbarer Relevanz für die Hirudotherapie, da sie quantitative klinische Ergebnisdaten zum Einsatz von Blutegeln in der digitalen Mikrochirurgie liefert und einen Schwellenwert für die Therapiedauer nahelegt. Als retrospektive Studie des Evidenzlevels IV belegt sie Assoziationen anstelle von Kausalitäten; zudem wurde die Blutegeltherapie mit einer höheren Transfusionsinzidenz und längeren Krankenhausaufenthalten in Verbindung gebracht, was die Notwendigkeit einer umsichtigen Anwendung unterstreicht und die Abwägungen hervorhebt, die Kliniker treffen müssen.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Lee ZH, Cohen JM, Daar D, Anzai L, Hacquebord J, Thanik V. Quantifying outcomes for leech therapy in digit revascularization and replantation. J Hand Surg Eur Vol. 2019;44(4):414-418. doi:10.1177/1753193418823595. PMID: 30636508
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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