Prädiktoren für das Versagen der Blutegeltherapie bei revaskularisierten und replantierten Fingern
Predictors of leech therapy failure in revascularized and replanted digits
Retrospektive Studie in der Zeitschrift Journal of hand and microsurgery (2024)
Abstract
INTRODUCTION: Venous congestion is a common phenomenon following digital revascularization and replantation. Leech therapy allows for venous outflow while angiogenesis and neovascularization take place. The aim of this study is to evaluate the efficacy of leech therapy in the revascularized and replanted digits and determine risk factors for unsuccessful salvage. MATERIALS AND METHODS: A retrospective review was performed to identify all patients with complete or incomplete digital amputations at an academic Level 1 Trauma Center who underwent digital replantation or revascularization from January 2005 to December 2020. Amputations proximal to the palmar arch as well as revascularizations that showed any degree of perfusion on preoperative assessment were excluded. Leech therapy was initiated as soon as any signs of venous congestion appeared and was titrated to clinical effect. Patient demographics, medical history, injury mechanism, extent and level, operative details, leech therapy details, number of blood transfusions, hospitalization length, as well as the digit's ultimate survival data were collected. RESULTS: Of the 159 patients who underwent 213 digital revascularizations (n = 135) and replantations (n = 78), venous congestion requiring leech therapy developed in 27 digits in the revascularization group and in 26 in the replantation group. Of the digits that were leeched, 15 failed in the revascularization group (56 % failure rate) and 17 failed in the replantation group (65 % failure rate). Avulsion mechanism of injury and presence of a circumferential laceration were significantly associated with rate of failure in the revascularization cohort (p < 0.01). Proximal level of injury was significantly associated with rate of failure in the replantation group (p < 0.01). CONCLUSION: Leech therapy has limited efficacy in avulsed or more proximally injured digits. These data can aid in determining the prognosis of a digit with venous congestion after revascularization and replantation.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Retrospektive Auswertung (Januar 2005 bis Dezember 2020) an einem Level-1-Trauma-Zentrum: Von 159 Patienten mit 213 Fingerrevaskularisierungen (n = 135) und Fingerreplantationen (n = 78) benötigten 27 bzw. 26 Finger eine Blutegeltherapie wegen venöser Stauung; 15 (56 %) bzw. 17 (65 %) dieser Finger versagten. Avulsionsmechanismus und zirkumferentielle Risswunde waren bei Revaskularisierungen, ein proximales Verletzungsniveau bei Replantationen signifikant mit Versagen assoziiert (jeweils p < 0,01). Laut Autoren ist die Wirksamkeit bei avulsierten oder proximal verletzten Fingern begrenzt.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese retrospektive Untersuchung analysierte 159 Patienten (213 Finger), bei denen in einem Level-1-Traumazentrum (2005–2020) eine digitale Revaskularisation oder Replantation durchgeführt wurde, und identifizierte Prädiktoren für ein Versagen, wenn Blutegeltherapie bei postoperativer venöser Stauung eingesetzt wurde. Von den 53 mit Blutegeln behandelten Fingern betrugen die Versagensraten 56 % (Revaskularisation) und 65 % (Replantation), wobei ein Verletzungsmechanismus durch Avulsion und eine zirkuläre Laceration das Versagen bei revaskularisierten Fingern signifikant vorhersagten und eine proximale Verletzungshöhe das Versagen bei replantierten Fingern vorhersagte. Diese Studie ist für die Hirudotherapie von unmittelbarer Bedeutung, da sie einen der größeren klinischen Datensätze zu den Ergebnissen der Blutegeltherapie in der rekonstruktiven Handchirurgie liefert und konkrete prognostische Faktoren bietet, die therapeutische Erwartungen und die Patientenberatung steuern können. Da es sich jedoch um eine retrospektive Untersuchung aus einer einzelnen Einrichtung ohne eine Vergleichsgruppe ohne Blutegeltherapie handelt, kann sie die Wirksamkeit im Vergleich zu alternativen Interventionen nicht belegen noch klären, ob die identifizierten Risikofaktoren eher die Grenzen der Blutegeltherapie oder die Schwere der Verletzung widerspiegeln.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Toshinskiy S, Frees M, Hillard C. Predictors of leech therapy failure in revascularized and replanted digits. J Hand Microsurg. 2024;16(4):100080. doi:10.1016/j.jham.2024.100080. PMID: 39234374
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 18. März 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026