Wirksamkeit der Blutegeltherapie bei Frauen mit symptomatischer Arthrose des ersten Karpometakarpalgelenks: eine randomisierte kontrollierte Studie
Effectiveness of leech therapy in women with symptomatic arthrosis of the first carpometacarpal joint: a randomized controlled trial
Randomisierte kontrollierte Studie in der Zeitschrift Pain (2008)
Abstract
Leech therapy has been shown to be effective for symptomatic treatment of osteoarthritis of the knee. We aimed to investigate the effectiveness of leech therapy in another type of osteoarthritis, osteoarthritis of the first carpometacarpal joint (thumb saddle joint). Thirty-two women with symptomatic painful osteoarthritis of the first carpometacarpal joint and who scored>40 mm on a 100mm VAS pain scale were randomized to a single treatment with 2-3 locally applied leeches (leech group) or a 30-day course with topical diclofenac twice a day. Primary outcome measure was change of overall pain (mean of VAS for pain at rest, in motion, during grip) from baseline to day 7. Secondary outcomes were functional disability (DASH-questionnaire), quality of life (QoL, SF-36) and grip strength. Patients were examined baseline and at days 7, 30 and 60 after treatment. Overall pain score at day 7 was reduced from 59.6+/-13.8 to 27.1+/-20.6 in the leech group (n=16) and from 50.6+/-13.3 to 46.9+/-18.5 with diclofenac (n=16) (group difference -26.5, 95%CI -40.3; -12.7; p=0.0003). Group differences for pain relief favoring the leech treatment increased at days 30 and 60. Significant treatment effects were also observed for the DASH score, QoL and grip. Results were not affected by outcome expectation or consumption of analgetics. A single course of leech therapy is effective in relieving pain, improving disability and QoL for at least 2 months. The potential of leech therapy for treatment of arthritic pain and underlying mechanisms should be further investigated.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Randomisiert erhielten 32 Frauen mit schmerzhafter Arthrose des Daumensattelgelenks (VAS >40 mm) entweder einmalig 2–3 Blutegel oder 30 Tage topisches Diclofenac. Der Gesamt-Schmerzscore sank bis Tag 7 unter Blutegeln von 59,6±13,8 auf 27,1±20,6 (n=16), unter Diclofenac von 50,6±13,3 auf 46,9±18,5 (n=16); Gruppendifferenz -26,5 (95%-KI -40,3 bis -12,7; p=0,0003). Die Vorteile nahmen an Tag 30 und 60 zu; auch DASH, Lebensqualität und Griffkraft besserten sich signifikant. Den Autoren zufolge bessert die Blutegeltherapie Schmerz, Funktion und Lebensqualität mindestens 2 Monate.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese randomisierte kontrollierte Studie schloss 32 Frauen mit symptomatischer Arthrose des ersten Karpometakarpalgelenks ein und verglich eine Einzelbehandlung mit 2–3 lokal applizierten Blutegeln mit einer 30-tägigen Behandlung mit topischem Diclofenac. Die Blutegelgruppe zeigte eine signifikant stärkere Schmerzreduktion an Tag 7, wobei die Gruppenunterschiede an den Tagen 30 und 60 zunahmen, und signifikante Behandlungseffekte wurden auch für Behinderung, Lebensqualität und Griffstärke beobachtet. Diese RCT erweitert die Evidenzbasis für die Blutegeltherapie über die Kniearthrose hinaus auf die Daumensattelgelenk-Arthrose und zeigt Vorteile, die mindestens zwei Monate aus einer einzelnen Sitzung anhalten. Allerdings ist die Stichprobengröße mit 32 Teilnehmerinnen klein, alle weiblich, und die Studie untersucht nur kurz- bis mittelfristige Ergebnisse; die zugrundeliegenden Mechanismen und die langfristige Dauerhaftigkeit erfordern weitere Untersuchungen, wie die Autoren anerkennen.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Michalsen A, Lüdtke R, Cesur Ö, Afra D, Musial F, Baecker M, et al. Effectiveness of leech therapy in women with symptomatic arthrosis of the first carpometacarpal joint: a randomized controlled trial. Pain. 2008;137(2):452-459. doi:10.1016/j.pain.2008.03.012. PMID: 18407413
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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