Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Blutegeltherapie: wenn einmal nicht genügt

Leech therapy: when once is not enough

Tierexperimentelle Studie in der Zeitschrift Blood coagulation & fibrinolysis : an international journal in haemostasis and thrombosis (1991)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: Narratives ReviewKlinische LiteraturWest B, Nichter L, Halpern D · Blood coagulation & fibrinolysis : an international journal in haemostasis and thrombosis, 1991

Abstract

Venous congestion is a constant threat in the survival of free flaps, pedicled flaps, tissue replantations and traumatized tissue. Leech therapy has proved effective in salvaging much of these compromised tissues. To be effective, leeches must be both readily available and hungry, requirements not always easily met. Our investigation seeks to establish a means to return sated leeches to their previous unfed, hungry state for reuse. Sated leeches were purged of their blood meals by placement in 3% hypertonic saline or by gentle finger pressure, then exposed to serotonin 0 microM (control), 10 microM, 30 microM or 90 microM for 20 min. Subsequent rebiting/refeeding was observed and analysed. Leeches bathed in serotonin rebit or reattached at nearly four times the rate of unexposed leeches; 30% vs 8% respectively. Biting, however, is not refeeding. Overall, 41 leeches were treated with serotonin with four (10%) refeeding. Those that refed consumed a significantly smaller blood meal than the initial feeding; 50% +/- 47% SD vs 348% +/- 143% SD of original body weight. None of the control group refed. As a method for routinely reusing leeches, serotonin bathing cannot be recommended. In the immediate postoperative period with the sudden emergence of venous congestion requiring leech therapy, but with an inadequate number available, this 20% [corrected] refeed rate after 10 microM serotonin exposure could potentially determine the success or failure of the flap/replantation until fresh leeches are made available.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypComparative StudyJournal ArticleReview
Indexierte MeSH-BegriffeAnimalsChild, PreschoolFeeding BehaviorHumansInfectionsLeechesRatsRats, Inbred StrainsReplantationSerotoninSolutionsThumb

Zusammenfassung

Experimentelle Studie zur Wiederverwendung gesättigter Blutegel: Nach Entleerung wurden Egel 20 Minuten in Serotonin (0, 10, 30 bzw. 90 µM) gebadet. Serotoninexponierte Egel bissen fast viermal häufiger erneut zu (30 % versus 8 %); von 41 Tieren fraßen jedoch nur vier (10 %) erneut, mit signifikant kleinerer Mahlzeit (50 % ± 47 % SD versus 348 % ± 143 % SD des Ausgangsgewichts). Zur routinemäßigen Wiederverwendung wird Serotoninbad nicht empfohlen; im Notfall könnte es aushelfen, bis frische Egel verfügbar sind.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie untersuchte direkt eine praktische Herausforderung in der Hirudotherapie: ob gesättigte Egel von ihren Blutmahlzeiten entleert und zum erneuten Saugen veranlasst werden könnten, wodurch eine Wiederverwendung ermöglicht wird, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt. Unter Verwendung von hypertonischer Kochsalzlösung oder manuellem Druck zum Entleeren der Egel, gefolgt von einer Serotonin-Exposition in abgestuften Konzentrationen, beobachteten die Autoren, dass in Serotonin gebadete Egel etwa viermal so häufig erneut bissen wie unexponierte Kontrollen (30 % vs. 8 %), wobei jedoch tatsächliches erneutes Saugen nur bei 10 % der behandelten Egel auftrat, mit signifikant kleineren Blutmahlzeiten als bei den ersten Mahlzeiten. Die Studie adressiert logistische Aspekte der Wiederverwendung von Egeln im Kontext venöser Stauung in Lappenplastiken und Replantationen. Ein wesentlicher Vorbehalt ist, dass nach der eigenen Schlussfolgerung der Autoren ein Serotoninbad nicht für die routinemäßige Wiederverwendung von Egeln empfohlen werden kann; die mäßige Rate des erneuten Saugens könnte lediglich als vorübergehende Behelfslösung in Notfällen dienen, wenn keine frischen Egel verfügbar sind, und die Studie umfasste eine begrenzte Stichprobe von 41 behandelten Egeln.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

West BR, Nichter LS, Halpern D. Leech therapy: when once is not enough. Blood Coagul Fibrinolysis. 1991;2(1):197-200. PMID: 1772992

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 18. März 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 1. November 2026

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