Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Umgang mit Blutegeln vor der Anwendung beim Patienten: eine landesweite Erhebung zu Praktiken in französischen Universitätskliniken

Leech management before application on patient: a nationwide survey of practices in French university hospitals

Nationale Befragungsstudie in der Zeitschrift Antimicrobial resistance and infection control (2018)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtKlinische LiteraturSicherheit & InfektionskontrolleGrau D et al. · Antimicrobial resistance and infection control, 2018

Abstract

BACKGROUND: Leech therapy in plastic/reconstructive microsurgery significantly improves a successful outcome of flap salvage but the drawback is a risk of severe infection that results in a drop of the salvage rates from 70-80% to below 30%. We report the results of a national survey conducted in all the French university hospitals to assess the current extent of use of leech for medical practices in the hospital and to investigate maintenance, delivery practices and prevention of the risk of infection. METHODS: Data concerning conditions of storage, leech external decontamination, microbiological controls, mode of delivery and antibiotic prophylaxis were collected from all the French university hospitals in practicing leech therapy, on the basis of a standardized questionnaire. RESULTS: Twenty-eight of the 32 centers contacted filled the questionnaire, among which 23 practiced leech therapy, mostly with a centralized storage in the pharmacy; 39.1% of the centers declared to perform leech external decontamination and only 2 centers recurrent microbiological controls of the water storage. Leech delivery was mostly nominally performed (56.5%), but traceability of the leech batch number was achieved in only 39.1% of the cases. Only 5 centers declared that a protocol of antibiotic prophylaxis was systematically administered during leech therapy: either quinolone (2), sulfamethoxazole/trimethoprim (2) or amoxicillin/clavulanic acid (1). CONCLUSIONS: Measures to prevent infectious complications before application to patient have to be better applied and guidelines of good practices are necessary.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAmoxicillin-Potassium Clavulanate CombinationAnimalsAnti-Bacterial AgentsAntibiotic ProphylaxisCross InfectionDrug Delivery SystemsFranceHospitals, UniversityHumansLeechesLeechingMicrosurgeryPlastic Surgery ProceduresSalvage TherapySurgical FlapsSurveys and QuestionnairesTrimethoprim, Sulfamethoxazole Drug Combination

Zusammenfassung

In allen französischen Universitätskliniken wurde per standardisiertem Fragebogen der Umgang mit Blutegeln vor Patientenanwendung erhoben, da Infektionen die Lappenrettungsrate von 70–80 % auf unter 30 % senken. Von 32 Zentren antworteten 28, 23 praktizierten Blutegeltherapie; 39,1 % gaben äußere Dekontamination an, nur 2 Zentren regelmäßige mikrobiologische Kontrollen des Lagerwassers. Namentliche Abgabe erfolgte in 56,5 %, Rückverfolgbarkeit der Charge nur in 39,1 %; nur 5 Zentren gaben eine systematische Antibiotikaprophylaxe an. Die Autoren fordern bessere Prävention und Leitlinien guter Praxis.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese landesweite Erhebung untersuchte die Managementpraktiken für Blutegel — Lagerung, externe Dekontamination, mikrobiologische Kontrollen, Lieferkettenrückverfolgbarkeit und Antibiotikaprophylaxe — an französischen Universitätskliniken, die die Blutegeltherapie in der plastischen und rekonstruktiven Mikrochirurgie einsetzen. Die Ergebnisse sind für die Hirudotherapie von unmittelbarer Relevanz und heben eine beträchtliche Variabilität in den Infektionspräventionsprotokollen sowie niedrige Raten an systematischer Antibiotikaprophylaxe, externer Dekontamination und Chargenrückverfolgbarkeit hervor, die sich sämtlich auf die Patientensicherheit und die Lappenrettungsergebnisse auswirken. Die Autoren fordern standardisierte Good-Practice-Leitlinien zur Reduzierung von Infektionskomplikationen, die ein wesentliches klinisches Risiko darstellen und die Lappenrettungsraten erheblich senken können. Die Studie beschränkt sich auf selbstberichtete Praktiken französischer Zentren und testet oder vergleicht keine Interventionen, womit sie bestehende Praxisdefizite charakterisiert, anstatt optimale Protokolle zu etablieren oder die Wirksamkeit eines bestimmten Managementansatzes zu belegen.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Grau D, Masson R, Villiet M, Lamy B, French Hospitals Group. Leech management before application on patient: a nationwide survey of practices in French university hospitals. Antimicrob Resist Infect Control. 2018;7:19. doi:10.1186/s13756-018-0311-7. PMID: 29441201

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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