Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Darmflora des medizinischen Blutegels Hirudinaria manillensis

Intestinal flora of the medicinal leech Hirudinaria manillensis

Mikrobiologische Laborstudie in der Zeitschrift Journal of reconstructive microsurgery (1994)

Zuletzt aktualisiert: 1. November 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtKlinische LiteraturSicherheit & InfektionskontrolleBickel K et al. · Journal of reconstructive microsurgery, 1994

Abstract

Medicinal leeches are widely used to treat venous congestion in microvascular surgery. Aeromonas hydrophila infection, following application of the leech species Hirudo medicinalis, is a recognized complication. Administration of antibiotics directed at Aeromonas has been successful in minimizing complications of infection from this organism. A different leech species, Hirudinaria manillensis, has recently been introduced for microsurgical use. A study of the enteric content of 30 of these leeches showed that Aeromonas hydrophila was isolated in only 20 percent of animals, while the majority of remaining positive cultures were single and mixed gram-negative rods. All organisms isolated were sensitive to current recommended coverage for Aeromonas hydrophila. This study suggests that the enteric flora of different leech species may be variable and should be carefully characterized, to direct appropriate prophylactic therapy prior to release of new species for clinical use.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAeromonasAnimalsCephalosporinsGram-Negative Bacterial InfectionsHumansIntestinesLeeches

Zusammenfassung

Wegen bekannter Aeromonas-hydrophila-Infektionen nach Anwendung von Hirudo medicinalis untersuchten die Autoren den Darminhalt von 30 Exemplaren der neu für die Mikrochirurgie eingeführten Art Hirudinaria manillensis. Aeromonas hydrophila wurde nur bei 20 % der Tiere isoliert, die übrigen positiven Kulturen zeigten überwiegend einzelne und gemischte gramnegative Stäbchen; alle Keime waren gegen die für Aeromonas hydrophila empfohlene Abdeckung empfindlich. Die Studie deutet darauf hin, dass die Darmflora verschiedener Blutegelarten variieren kann und vor klinischer Freigabe neuer Arten sorgfältig charakterisiert werden sollte.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese Studie untersuchte die enterale Bakterienflora von Hirudinaria manillensis, einer für mikrochirurgische Anwendungen kürzlich eingeführten Egelart, durch Kultivierung von Darminhalten aus 30 Exemplaren. Aeromonas hydrophila wurde nur bei 20 % der Egel isoliert, wobei andere gramnegative Stäbchen unter den verbleibenden positiven Kulturen dominierten; alle Organismen waren empfindlich gegenüber den derzeit für die Aeromonas-Abdeckung empfohlenen Antibiotika. Diese Arbeit ist von unmittelbarer Relevanz für die Hirudotherapie, da Egel-assoziierte Infektionen eine anerkannte klinische Komplikation darstellen und die Charakterisierung der Darmmikrobiota alternativer therapeutischer Arten Erkenntnisse für prophylaktische Antibiotikastrategien und die Patientensicherheit liefert. Die Befunde unterstreichen, dass die enterale Flora zwischen verschiedenen Egelarten variieren kann, was Extrapolationen infrage stellt, die von der besser untersuchten Hirudo medicinalis abgeleitet wurden. Die Studie liefert jedoch mikrobiologische Kultivierungsdaten von 30 Egeln ohne zugehörige klinische Infektionsraten oder Daten zu Patientenoutcomes, sodass ihre direkte Bedeutung für das tatsächliche Infektionsrisiko oder die prophylaktische Wirksamkeit in der klinischen Hirudotherapie begrenzt bleibt.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Bickel KD, Lineaweaver WC, Follansbee S, Feibel R, Jackson R, Buncke HJ. Intestinal flora of the medicinal leech Hirudinaria manillensis. J Reconstr Microsurg. 1994;10(2):83-85. doi:10.1055/s-2007-1006575. PMID: 8182569

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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