Einfluss der Anzahl der reparierten Venen auf die kurzfristige Überlebensrate digitaler Replantationen
Impact of the number of veins repaired in short-term digital replantation survival rate
Retrospektive Kohortenstudie in der Zeitschrift JPRAS (2015)
Abstract
BACKGROUND: Venous congestion/insufficiency plays a major role in failure of finger replantation. Despite acceptable salvage rates with postoperative anticoagulation or leeching, operative technique remains the most important predictor of success. However, there are no indications in the literature on the benefit of anastomosing single versus multiple veins. METHODS: A retrospective review of finger amputations from 2011 to 2013 was conducted. The analyzed endpoint was the finger survival rate at discharge depending on the number of veins repaired: multiple veins (group 1), only one vein (group 2), or no veins (group 3). Proportions were compared using v2 tests/Fisher's exact tests; p-value <0.05 was considered significant. RESULTS: Seventy-two patients with complete digital amputation were operated including 101 fingers. Twenty-seven fingers (26.7%) failed before hospital discharge, with 78% of failures due to venous complications versus 22% with an arterial etiology. Group 2 had 15 replantation failures due to venous causes as opposed to only one from group 1, representing a 1.27-fold (95% confidence interval (CI): 0.99, 1.34) increased relative risk of failure (p = 0.032). Similarly, five fingers from group 3 suffered venous complications, resulting in a 1.49-fold (95% CI: 1.02, 1.73) increased likelihood of failure in comparison to group 1 (p = 0.008). No significant difference was observed between having only one vein repaired versus none (RR: 1.1792, 95% CI: 0.83, 2.10, p = 0.502). CONCLUSION: Efforts toward favoring two-vein repair lead to better survival of the replanted fingers. More cases need to be analyzed before formulating conclusions on specific levels of amputation with regard to venous anastomoses.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
In einer retrospektiven Auswertung von 72 Patienten mit 101 Fingern nach kompletter digitaler Amputation versagten 27 Finger (26,7 %) vor der Entlassung, davon 78 % aus venöser Ursache. Gegenüber multiplen Venen war eine einzelne Vene mit einem 1,27-fach erhöhten Versagensrisiko assoziiert (95-%-KI 0,99–1,34; p = 0,032), fehlende Anastomose mit einem 1,49-fach erhöhten (95-%-KI 1,02–1,73; p = 0,008). Die Autoren schlussfolgern, dass die Zwei-Venen-Reparatur das Überleben replantierter Finger verbessert; für bestimmte Amputationsebenen seien mehr Fälle nötig.
Kontext
Diese retrospektive Studie untersuchte den Einfluss der Anzahl reparierter Venen auf die Kurzzeit-Überlebensraten bei 101 replantierten Fingern über 72 Patienten und fand heraus, dass die Reparatur mehrerer Venen ein signifikant besseres Überleben ergab als die Einzelvenen- oder Nicht-Venen-Reparatur, wobei venöse Komplikationen für 78 % der Versager verantwortlich waren. Das Anlegen von Blutegeln wird im Hintergrund als eine Salvage-Option bei venöser Stauung erwähnt, jedoch liegt der Fokus der Studie auf der chirurgischen Technik. Das Abstract berichtet weder über Ergebnisse, Indikationen noch Wirksamkeit der Blutegeltherapie, und das Anlegen von Blutegeln wird nur beiläufig als postoperatives Adjuvans referenziert. Venöse Stauung ist eine wesentliche Ursache des Replantatversagens – ein Problem, für das die Hirudotherapie manchmal eingesetzt wird.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Efanov JI, Rizis D, Landes G, Bou-Merhi J, Harris PG, Danino MA. Impact of the number of veins repaired in short-term digital replantation survival rate. J Plast Reconstr Aesthet Surg. 2016;69(5):640-645. doi:10.1016/j.bjps.2015.12.001. PMID: 26947669
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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