Heparin-induzierte Thrombozytopenie: eine häufige Komplikation nach Herzchirurgie
Heparin-induced thrombocytopenia: a frequent complication after cardiac surgery
Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Arch Mal Coeur Vaiss (2007)
Abstract
Thrombocytopenia is a common problem in cardiovascular patients, and heparin-induced thrombocytopenia (HIT) is therefore frequently suspected. Unfractionated heparin during cardiopulmonary bypass is particularly immunogenic as 25% to 50% post-cardiac surgery patients develop heparin-dependent antibodies but only 1 to 3% will develop HIT. These antibodies recognize a 'self protein', platelet factor 4 (PF4), bound to heparin. Antibodies associated with a high risk of HIT are mainly IgG1 which strongly activate platelets and coagulation, thereby causing thrombocytopenia and thrombosis. A biphasic evolution of platelet count with a secondary decrease after a previous increase following CPB or non-recovery of thrombocytopenia within 6 days post-operatively always requires screening for HIT antibodies. Both functional (platelet activation tests) and immunologic assays (antigen assays) are necessary in every patient to establish the diagnosis of HIT. When the clinical probability of HIT is high, the first requirement is to discontinue heparin, without waiting for results of laboratory investigations. An alternative anticoagulant such as danaparoid sodium (Orgaran) or lepirudin (Refludan) must then be administered since heparin withdrawal alone is insufficient to control the prothrombotic state associated with HIT. The risk of HIT will probably soon decrease due to the wider use of fondaparinux, which does not interact in vitro with PF4, but it could remain significant in patients undergoing cardiac surgery with CPB.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Dieser Übersichtsartikel hebt hervor, dass 25 bis 50 % der Patienten nach einer Herzoperation mit kardiopulmonalem Bypass heparinabhängige Antikörper ausbilden, aber nur 1 bis 3 % eine HIT entwickeln. Risikoreiche IgG1-Antikörper gegen den PF4-Heparin-Komplex führen zu Thrombozytopenie und Thrombose. Bei hoher klinischer Wahrscheinlichkeit muss Heparin laut den Autoren sofort abgesetzt und ein alternatives Antikoagulans wie Danaparoid oder Lepirudin verabreicht werden; Fondaparinux könnte das Risiko künftig verringern.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Übersichtsartikel behandelt die Heparin-induzierte Thrombozytopenie als häufiges Problem nach Herzchirurgie und stellt fest, dass 25–50 % der Patienten nach Herzchirurgie Heparin-abhängige Antikörper entwickeln, aber nur 1–3 % eine HIT entwickeln, und beschreibt diagnostische Algorithmen, die funktionelle und immunologische Assays mit einer Bewertung der klinischen Wahrscheinlichkeit kombinieren. Das Abstract erklärt ausdrücklich, dass alternative Antikoagulanzien einschließlich Lepirudin (Refludan) verabreicht werden müssen, wenn HIT klinisch wahrscheinlich ist, da das Absetzen von Heparin allein nicht ausreicht, um den prothrombotischen Zustand zu kontrollieren. Das Abstract benennt Lepirudin (Refludan) als erforderliches alternatives Antikoagulans bei einer Hochrisiko-Population in der Chirurgie, obwohl das Abstract selbst Lepirudin nicht als aus Hirudin stammend identifiziert oder Blutegel erwähnt. Die Einschränkung besteht darin, dass das Abstract auf das perioperative Management bei Herzchirurgie fokussiert, keine primären experimentellen Daten liefert und keine Angaben zur Lepirudin-spezifischen Pharmakologie oder zu Outcomes macht, abgesehen von seiner Benennung als alternatives Mittel.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Aus dem Blutegel stammende Moleküle und aus Hirudin abgeleitete Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören, jeweils mit vollständigem Profil im ASH-Verbindungsregister:
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Pouplard C, Regina S, May MA, Gruel Y. Heparin-induced thrombocytopenia: a frequent complication after cardiac surgery. Arch Mal Coeur Vaiss. 2007;100(6-7):563-568. PMID: 17893639
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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