Hirudotherapie bei neonataler Extremitätenischämie unter ECMO-Unterstützung: ein Appell zur Vorsicht
Hirudotherapy for neonatal limb ischemia during ECMO support: A word of caution
Fallbericht mit Literaturübersicht in der Zeitschrift Journal of cardiac surgery (2021)
Abstract
INTRODUCTION: Disordered coagulation, clot formation and distal limb ischemia are complications of extracorporeal membrane oxygenation (ECMO) with significant morbidity and mortality. Medicinal leech therapy (hirudotherapy) has been attempted in plastic and orthopedic surgeries to improve venous congestion and salvage ischemic flaps. To our knowledge this has not been reported in pediatric cardiac surgery or during ECMO support. We present a complex neonate whose ECMO course was complicated by distal limb ischemia for whom leech therapy was attempted. PATIENT AND INTERVENTION: A 2-week-old 2.7 kg infant required ECMO support secondary to perioperative multiorgan system dysfunction following repair of critical coarctation and ventricular septal defect. Despite systemic anticoagulation, his clinical course was complicated by arterial thrombus, vasopressor-induced vascular spasm and bilateral distal limb ischemia. Medicinal leech therapy was tried after initially failing conventional measures. RESULT: Following the third leech application, this patient developed significant hemorrhage from the web space adjacent to the left great toe. An estimated 450 ml of blood loss occurred and more than 300 ml of blood product transfusions were required. He ultimately progressed to irreversible systemic end organ dysfunction and comfort care was provided. CONCLUSION: The use of medicinal leech therapy in pediatric cardiac surgery may be considered to minimize the consequences of advanced limb ischemia and venous congestion. However, this should be used with caution while patients are systemically anticoagulated during ECMO support. A directed review is presented here to assist in determining optimal application and potential course of therapy.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Ein 2 Wochen altes, 2,7 kg schweres Neugeborenes benötigte nach Korrektur einer kritischen Aortenisthmusstenose und eines Ventrikelseptumdefekts ECMO; trotz Antikoagulation kam es zu arteriellem Thrombus, Vasospasmen und bilateraler distaler Extremitätenischämie, sodass nach Versagen konventioneller Maßnahmen eine Blutegeltherapie versucht wurde. Nach der dritten Anwendung trat eine erhebliche Blutung mit geschätztem Blutverlust von 450 ml auf, die mehr als 300 ml Blutprodukttransfusionen erforderte; das Kind entwickelte eine irreversible Endorgan-Dysfunktion und erhielt palliative Betreuung. Die Autoren raten unter ECMO-Antikoagulation zur Vorsicht.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Dieser Fallbericht beschreibt den Einsatz der medizinischen Blutegeltherapie bei einem 2 Wochen alten, 2,7 kg schweren Säugling, der unter ECMO-Therapie nach Korrektur einer kritischen Aortenisthmusstenose und eines Ventrikelseptumdefekts eine bilaterale distale Extremitätenischämie entwickelte. Nach drei Blutegelapplikationen erlitt der Patient eine signifikante Hämorrhagie aus dem Zehenzwischenraum neben der linken Großzehe mit einem geschätzten Blutverlust von 450 ml und erforderlichen Blutprodukttransfusionen von mehr als 300 ml; der Patient entwickelte anschließend eine irreversible Endorgandysfunktion, und es wurde eine palliative Versorgung eingeleitet. Der Bericht ist direkt für die Hirudotherapie relevant, da er eine schwere Blutungskomplikation bei Anwendung von Blutegeln an einem systemisch antikoagulierten ECMO-Patienten dokumentiert, was die Autoren veranlasst, in solchen Situationen zur Vorsicht zu mahnen. Als einzelner Fallbericht an einem kritisch kranken Neugeborenen mit multiplen komplexen Komorbiditäten kann er jedoch keine verallgemeinerbaren Aussagen zur Sicherheit, Wirksamkeit oder zum Risiko liefern, und das Ergebnis spiegelt den Schweregrad der zugrunde liegenden klinischen Situation wider und nicht allein die Hirudotherapie.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Resch JC, Said SM, Steiner ME, Somani A. Hirudotherapy for neonatal limb ischemia during ECMO support: A word of caution. J Card Surg. 2021;36(7):2549-2557. doi:10.1111/jocs.15539. PMID: 33811665
Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.
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