Hirudo medicinalis und der plastische Chirurg
Hirudo Medicinalis and the plastic surgeon
Umfrage in der Zeitschrift British journal of plastic surgery (2004)
Abstract
Medicinal leech therapy is an ancient craft that dates back to ancient Egypt and the beginnings of civilisation. The popularity of Hirudo Medicinalis has varied throughout history, reaching such a peak in Europe in the early 19th century that supplies were exhausted. During the latter half of the 19th century, their use fell out of favour, as they did not fit in with the emerging concepts of modern medicine. Leeches have enjoyed a renaissance in the world of reconstructive microsurgery during recent years, and their first reported use in alleviating venous engorgement following flap surgery was reported in this journal [M Derganc, F Zdravic, Venous congestion of flaps treated by application of leeches, Br J Plast Surg 13 (1960) 187]. Contemporary plastic and reconstructive surgeons in units throughout the United Kingdom and Ireland continue to use leeches to aid salvage of failing flaps. We carried out a survey of all 62 plastic surgery units in the United Kingdom and the Republic of Ireland to assess the current extent of use, and to investigate current practice. We have shown that the majority of plastic surgery units in the UK and Ireland use leeches post-operatively and that the average number of patients requiring leech therapy was 10 cases per unit per year. Almost all units use antibiotic prophylaxis, but the type of antibiotic and combination used is variable. We outline current practice and suggest a protocol for the use of leeches. Whilst the use of leeches is widespread, the plastic surgery community has progressed little in defining indications for their use or in achieving an accepted protocol for their application in units throughout the UK and Ireland.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Der Beitrag zeichnet die Geschichte der Blutegeltherapie vom alten Ägypten bis zur Renaissance in der rekonstruktiven Mikrochirurgie nach. In einer Umfrage unter allen 62 plastisch-chirurgischen Einheiten im Vereinigten Königreich und in Irland setzte die Mehrheit Blutegel postoperativ ein, durchschnittlich 10 Fälle pro Einheit und Jahr; fast alle Einheiten verwendeten eine Antibiotikaprophylaxe. Die Autoren schlussfolgern, dass die Fachgruppe trotz breiter Anwendung kaum Fortschritte bei der Definition der Indikationen und beim Erreichen eines akzeptierten Protokolls erzielt hat.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese Studie untersuchte alle 62 plastisch-chirurgischen Einheiten im Vereinigten Königreich und in Irland, um die aktuelle Anwendung von Hirudo medicinalis in der postoperativen Versorgung zu bewerten. Dabei zeigte sich, dass die Mehrheit der Einheiten die Blutegeltherapie zur Rettung gefährdeter Lappenplastiken einsetzt, durchschnittlich etwa 10 Fälle pro Einheit und Jahr, mit nahezu universeller antibiotischer Prophylaxe, jedoch erheblicher Variabilität bei der Wahl und Kombination der Antibiotika. Sie ist in direktem Bezug zur Hirudotherapie von Bedeutung, da sie reale klinische Versorgungsmuster dokumentiert und den Mangel an standardisierten Indikationen oder Protokollen für die Blutegelanwendung trotz weit verbreiteter Anwendung aufzeigt. Die Autoren schlagen ein Protokoll zur Vereinheitlichung der Praxis vor. Als Praxisumfrage erfasst sie Nutzung und prozedurale Gewohnheiten, jedoch keine vergleichenden Outcomes, die Wirksamkeit oder Komplikationsraten; zudem sind die Ergebnisse geografisch auf das Vereinigte Königreich und Irland beschränkt. Somit liefert sie Informationen zum klinischen Versorgungskontext, stellt jedoch selbst keinen Beleg für die therapeutische Wirksamkeit dar.
Zitation
Literaturangabe (Vancouver-Stil)
Whitaker IS, Izadi D, Oliver DW, Monteath G, Butler PE. Hirudo Medicinalis and the plastic surgeon. Br J Plast Surg. 2004;57(4):348-353. doi:10.1016/j.bjps.2003.12.016. PMID: 15145739
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