Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Heroische Medizin in der Neurologie: eine historische Perspektive

Heroic medicine in neurology: A historical perspective

Historische Analyse in der Zeitschrift Eur J Neurol (2023)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: ForschungsberichtKlinische LiteraturSakalauskaitė-Juodeikienė E · European journal of neurology, 2024

Abstract

BACKGROUND AND PURPOSE: Repetitive bloodletting, promoting profuse diarrhoea and vomiting, the formation of artificial ulcers, and other aggressive treatment methods based on humoral theory and Brunonian medicine were used for patients with nervous system (NS) diseases until the end of the 19th century. These methods are also termed "heroic" medicine by modern medical historians. METHODS: I analysed doctoral dissertations on the subject of NS diseases, clinical reports from 1806 to 1842 from the Vilnius University clinics, and other primary sources. This study was conducted in the vein of a historical-medical analysis and synthesis of primary sources, using comparative analysis, analogy, descriptive methods, and the method of retrospective diagnosis. RESULTS: Copious bloodletting, purgatives, leeches, cupping therapy, and other potentially harmful methods were frequently employed as habitual treatments for patients with NS diseases. Calomel was used as a purgative and an anti-inflammatory drug, and acidum borussicum was prescribed for patients with hydrophobia. After analysing three clinical cases, I revealed how principles of desperate, "heroic" medicine were applied to treat severe NS diseases with the "strongest" drugs, described in the scientific literature of the time. CONCLUSIONS: My work was not intended to judge or criticize historical treatment methods but to demonstrate on what contemporary scientific theories they were based. We should not rule out the idea that some aggressive treatment methods used nowadays, although they eradicate or reduce the burden of a NS disease, or even prolong patients' lives, may offer exceptional examples of 21st century "heroic" medicine for future generations.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypHistorical ArticleJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeHumansHistory, 19th CenturyNeurologyNervous System DiseasesBloodlettingMaleFemale

Zusammenfassung

Auf der Grundlage von Doktorarbeiten zu Nervensystemkrankheiten, klinischen Berichten der Universitätskliniken Vilnius aus den Jahren 1806 bis 1842 und weiteren Primärquellen analysiert die Studie aggressive Methoden der „heroischen“ Medizin. Reichlicher Aderlass, Abführmittel, Blutegel, Schröpfen und andere potenziell schädliche Verfahren seien bei neurologischen Erkrankungen routinemäßig eingesetzt worden; Kalomel diente als Abführmittel und Antiphlogistikum, Acidum borussicum bei Tollwut. Drei klinische Fälle veranschaulichen dies. Ziel ist es, aufzuzeigen, auf welchen Theorien diese Praktiken beruhten; einige heutige aggressive Verfahren könnten später als „heroisch“ gelten.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Diese historisch-medizinische Analyse untersuchte Primärquellen wie klinische Berichte und Doktorarbeiten des 19. Jahrhunderts, um Praktiken der ‚heroischen' Medizin – darunter Aderlass, Abführmittel und Blutegel – bei Erkrankungen des Nervensystems zu beschreiben. Sie beleuchtet die historische Anwendung von Blutegeln im breiteren Kontext der Humoraltheorie und aggressiver medizinischer Behandlungen des 19. Jahrhunderts. Für die American Society of Hirudotherapy liefert dieser Artikel historischen Kontext darüber, wie Blutegel in die konventionelle medizinische Praxis bei schweren neurologischen Erkrankungen integriert wurden. Allerdings ist die Studie streng historisch ausgerichtet und liefert weder moderne klinische Evidenz, Wirksamkeitsdaten noch eine Unterstützung für den zeitgenössischen Einsatz von Blutegeln in der Neurologie.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Sakalauskaitė-Juodeikienė E. Heroic medicine in neurology: A historical perspective. Eur J Neurol. 2024;31(11):e16135. doi:10.1111/ene.16135. PMID: 37986650

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

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