Amerikanische Gesellschaft für Hirudotherapie

Mikrochirurgische Ohrmuschelreplantation ohne Venenrekonstruktion: Ausbleiben der Entwicklung venöser Kanäle trotz 14-tägiger Durchgängigkeit der arteriellen Anastomose

Microsurgical ear replantation without venous repair: failure of development of venous channels despite patency of arterial anastomosis for 14 days

Fallbericht in der Zeitschrift Ann Plast Surg (2001)

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026Geprüft von: ASH Editorial Board
Forschungsartikel — EvidenzübersichtArtikelreferenz
Evidenz: FallberichtKlinische LiteraturAkyürek M et al. · Annals of plastic surgery, 2001

Abstract

The authors describe a case of microvascular ear replantation with repair of the artery only and medicinal leech therapy that survived for 14 days but ultimately failed as a result of the absence of development of venous channels between the replant and the recipient bed. A 35-year-old man presented with complete avulsion of 80% of the right external ear. The auricle was revascularized successfully via transposition of the superficial temporal artery (STA) and end-to-end anastomosis between the STA and an identified arterial branch on the posterior surface of the ear, using the technique of longitudinal wedge resection. No suitable veins could be found, therefore medicinal leech therapy was used for venous drainage as well as for systemic heparinization. Although the replant remained viable, frequency of leeching did not decrease over 2 weeks. On postoperative day 14, despite obvious viability of the replanted ear, leeching was stopped, considering the ongoing blood loss. Unfortunately, the auricle was found to be necrosed totally the following day. In retrospect, the authors think that inadequate debridement of nonvital tissues may have led to the failure of development of venous channels between the replant and the recipient bed, as manifested by the frequent requirement of leeching to relieve venous congestion long after revascularization. They conclude that the importance of thorough debridement cannot be overemphasized in microsurgical ear replantation with no vein anastomosis, as demonstrated in their patient. From the point of view of creation of venous drainage channels, deepithelialization of the posterior ear skin may be beneficial.

Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.

Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.

PublikationstypCase ReportsJournal Article
Indexierte MeSH-BegriffeAdultAnastomosis, SurgicalAnimalsDebridementEar, ExternalHumansLeechesMaleMicrocirculationMicrosurgeryRegional Blood FlowReplantationTemporal ArteriesTreatment FailureVascular PatencyVeins

Zusammenfassung

Ein 35-jähriger Mann mit kompletter Avulsion von 80 % des rechten Ohres wurde durch Transposition der A. temporalis superficialis nur arteriell revaskularisiert. Mangels geeigneter Venen erfolgte die venöse Drainage durch Blutegeltherapie und systemische Heparinisierung. Das Replantat blieb 14 Tage vital, ohne dass die Häufigkeit der Blutegelanwendung abnahm; nach dem Abbruch am 14. Tag trat am Folgetag eine totale Nekrose auf. Die Autoren vermuten, dass unzureichendes Debridement die Bildung venöser Kanäle verhinderte; eine Deepithelialisierung der hinteren Ohrhaut könnte vorteilhaft sein.

Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist

Dieser Fallbericht beschreibt einen 35-jährigen Mann, bei dem eine mikrochirurgische Ohrmuschelreplantation mit ausschließlich arterieller Anastomosierung und adjuvanter Therapie mit medizinischen Blutegeln zur venösen Drainage durchgeführt wurde; das Replantat überlebte 14 Tage, bevor es aufgrund des Ausbleibens einer venösen Kanalbildung versagte. Der Fall ist unmittelbar relevant für die Hirudotherapie, da er sowohl den Nutzen als auch die Grenzen der Blutegeltherapie zur Erhaltung der Gewebevitalität aufzeigt, wenn eine venöse Rekonstruktion nicht möglich ist. Die Autoren führen das Versagen auf eine unzureichende Débridement zurück, welches das venöse Einwachsen verhinderte, und weisen darauf hin, dass die Häufigkeit der Blutegelanwendung über zwei Wochen nicht abnahm und dass der anhaltende Blutverlust eine Beendigung der Behandlung erforderlich machte. Es handelt sich um einen einzelnen Fallbericht, der zwar praktische Erkenntnisse zu den Grenzen der blutegelabhängigen venösen Drainage liefert, jedoch keine verallgemeinerbaren Schlussfolgerungen aus dieser einzelnen Erfahrung gezogen werden können.

Zitation

Literaturangabe (Vancouver-Stil)

Akyürek M, Safak T, Keçik A. Microsurgical ear replantation without venous repair: failure of development of venous channels despite patency of arterial anastomosis for 14 days. Ann Plast Surg. 2001;46(4):439-442; discussion 442-3. doi:10.1097/00000637-200104000-00016. PMID: 11324890

Die bibliografischen Angaben (Autoren, Band, Seiten, DOI) stammen aus dem PubMed-Eintrag.

Verwandter klinischer Kontext

Erfahren Sie, wie diese Forschung mit der klinischen Praxis verknüpft ist

Verwandte Forschungsarbeiten

Weitere begutachtete Studien in der Kategorie „Klinische Literatur“.

Alle von der ASH analysierten Studien →

Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 27. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026

Diese Website stellt Bildungsinformationen bereit und ist weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung. Die medizinische Blutegeltherapie ist mit klinisch relevanten Risiken verbunden und sollte ausschließlich von qualifizierten Klinikerinnen und Klinikern unter institutionell genehmigten Protokollen durchgeführt werden. Die FDA-510(k)-Freigabe für medizinische Blutegel ist auf bestimmte Indikationen beschränkt; experimentelle und Off-Label-Diskussionen werden entsprechend gekennzeichnet. Für patientenspezifische Beratung wenden Sie sich an eine qualifizierte Gesundheitsfachkraft.